Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kinoabend auf dem Schleudersitz: So kämpft das Cinedome Abtwil gegen sinkende Besucherzahlen

Die Kinobetreiberin Kitag eröffnet im Cinedome Abtwil einen 4DX-Kinosaal. Dadurch sollen Besucher die Filme mit allen fünf Sinnen erleben können. Auch ein Luxuskino mit integrierter Cocktailbar soll neue Besucher anziehen.
Michael Genova
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
Bild: Urs BucherBild: Urs Bucher
21 Bilder

So sieht das neue 4D-Kino im Cinedome in Abtwil aus

Es blitzt und grollt im Kinosaal. Nebelschwaden ziehen vorbei, es riecht nach exotischen Früchten. Und während wildgewordene Paviane die Abenteurer über eine Hängebrücke verfolgen, neigt sicht sich der Sessel bedrohlich zur Seite. Am Ende des Jumanji-Trailers ist man ordentlich durchgeschüttelt. Fehlt nur noch ein Schneesturm, der über die Zuschauer hereinbricht – technisch wäre es möglich.

Heute eröffnet die Kitag Kino Theater AG im Cinedome in Abtwil einen neuen 4DX-Kinosaal. Mit der neuen Technologie sollen Besucherinnen und Besucher Filme mit allen fünf Sinnen erleben können, verspricht die Kinobetreiberin. Der Kinobesuch bleibt nicht mehr aufs Sehen und Hören beschränkt. Plötzlich riecht man den beissenden Rauch einer Explosion, und während der Verfolgungsjagd weht einem der Fahrtwind ins Gesicht. Möglich machen dies Ventilatoren, Wasser- und Luftdüsen, die in bewegliche Sitze eingebaut sind.

Streaminganbieter machen Kinos das Leben schwer

Das 4DX-Kino ist ein weiterer Versuch der Kinobranche, die Zuschauer zurück in die Säle zu locken. Im vergangenen Jahr verzeichnete der Schweizer Kinomarkt bei den Besucherzahlen ein Minus von 12,5 Prozent. 2018 war das Kinojahr mit den wenigsten Besuchern, seit 1995 der Branchenverband Procinema mit den schweizweiten Erhebungen begann. Kein Wunder: Streaminganbieter sind auf dem Vormarsch. Fast 1,8 Millionen Personen schauen in der Schweiz regelmässig Netflix. Und erst vor einer Woche startete in der Schweiz Apples eigener Streaming-Dienst Apple TV Plus. Dazu kommt die Konkurrenz der immer grösseren Fernseher und günstigeren Heimkinosysteme.

Neben aufwendiger Technologie setzt die Kitag auch auf Luxus. Sie eröffnet im Cinedome heute die sogenannte First Lounge: ein exklusiver Kinosaal mit lediglich 32 Sitzplätzen. Kernstück sind elektronisch verstellbare Liegesessel, die an die Business Class in einem Flugzeug erinnern. Die Sessel sind mit einer Sitzheizung ausgestattet («damit die Frauen nicht frieren»), haben eine Ladestation fürs Smartphone und wer will, kann sich während der Vorführung in eine Deckle einkuscheln. Im Eingangsbereich gibt es Snacks und Cocktails à discrétion. «So viel man will», wie Philippe Täschler, CEO der Kitag ­Kino-Theater AG, auf ungläubiges Nachfragen hin versichert. Als weitere kleine Extravaganz hat er hinter der Leinwand eine Cocktail-Bar einbauen lassen. Jeweils vor den Vorstellungen und während der Pause wird die Leinwand hochgezogen und zwei Barmänner mixen den gewünschten Drink. So verwandelt sich der Kinosaal an der Peripherie von St.Gallen in die exklusive Lobby eines Fünfsternehotels. Der Luxus hat allerdings seinen Preis: Für zwei Personen kostet ein Lounge-Besuch die Kleinigkeit von 98 Franken.

Der Unterhaltungstempel vor den Stadttoren

Mit dem Cinedome wurde im Jahr 2003 das erste Multiplexkino der Ostschweiz eröffnet. Damals gab es noch 13 Stadtkinos – St.Gallen war die Stadt mit der höchsten Kinodichte der Schweiz. Seither hat sich die städtische Kinolandschaft grundlegend verändert. Zuletzt stellte die Kitag im vergangenen Jahr den Betrieb des Kino Rex ein. Damit verbleibt der Betreiberin mit dem Scala nur noch ein Stadtkino (siehe Interview). Dies illustriert wie sehr sich die Seh- und Nutzungsgewohnheiten der Kinobesucher verändert haben und wie unaufhaltsam der Siegeszug der Multiplexkinos war.

Doch auch das Cinedome muss sich wandeln. «Kino alleine reicht heute nicht mehr», sagt Philippe Täschler. Neben den zwei neuen Kinosälen hat die Kitag deshalb auch eine Game Zone eingerichtet: mit Billard- und Airhockeytischen, Dartautomaten und anderen Spielgeräten. Besonders beliebt ist laut Täschler der Boxautomat, wie man ihn auf Jahrmärkten antrifft. So soll das Cinedome zu einem Unterhaltungstempel werden. In der Sportsbar schliesslich sind Sportübertragungen aus aller Welt zu sehen. Was auffällt: Auch mit diesen beiden Neuerungen präsentiert sich die Kinobetreiberin als Alternative für die bildschirmfixierte Smartphone-Generation. Nicht ganz uneigennützig betont sie dabei den Gemeinschaftscharakter ihrer Unterhaltungsangebote.

Im 4DX-Kino ist unterdessen der Rauch der Testvorführung verflogen. Es ist bereits der dritte Saal diese Art, den die Kitag in der Schweiz eröffnet. In St.Gallen sind ab heute drei Filme mit 4D-Effekten zu sehen. Die Disney-Produktion «Maleficent 2», «Terminator: Dark Fate» sowie «Midway». Wichtig zu wissen für den 4D-Neuling: Wie stark man während der Filmvorführung durchgeschüttelt wird, ist im Voraus unbekannt. Doch zumindest die Wassereffekte kann man per Knopfdruck auf der Armlehne ausschalten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.