Absolutes Feuerverbot in der ganzen Ostschweiz gelockert

Die beiden Appenzell, der Kanton Thurgau sowie der Kanton St. Gallen haben das absolute Feuerverbot gelockert. Damit ist unter anderem das Grillieren mit Holzkohle- und Gartengrills wieder gestattet. Das Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe bleibt in allen Kantonen weiterhin bestehen.

Rossella Blattmann
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Auch der Kanton St.Gallen hat das Feuerverbot jetzt gelockert. (Bild: Keystone)

Auch der Kanton St.Gallen hat das Feuerverbot jetzt gelockert. (Bild: Keystone)

Sämtliche Ostschweizer Kantone haben das absolute Feuerverbot gelockert. Als letzter der vier Ostschweizer Kantone fasste der Kanton St.Gallen am Mittwochnachmittag den Entschluss.

Auch in St.Gallen: Kein Grillieren im Wald

«Das absolute Feuer- und Feuerwerksverbot wird aufgehoben. Das Feuer- und Feuerwerksverbot im Wald und in Waldesnähe bleibt bestehen», teilte die Staatskanzlei des Kantons St.Gallen mit.

Die Niederschläge der vergangenen Tage hätten die Feuergefahr ausserhalb des Waldes soweit entspannt, dass das vom Sicherheits- und Justizdepartement für das ganze Kantonsgebiet verfügte absolute Feuer- und Feuerwerksverbot aufgehoben und auf Wald und Waldes-nähe reduziert werden kann. «Kommunale Feuer- und Feuerwerksverbote bleiben bis auf Widerruf durch die Gemeinden in Kraft.»

Es sei nach wie vor und generell im ganzen Kantonsgebiet verboten, im Wald Feuer zu entfachen. «Das Verbot betrifft auch die Nutzung von offiziellen Feuerstellen. Ebenfalls untersagt ist das Wegwerfen von brennenden Streichhölzern und Rauchwaren in Wald und Waldesnähe», heisst es weiter. Verboten bleibe auch im ganzen Kantonsgebiet das Steigenlassen von Himmelslaternen, Ballonen mit Wunderkerzen, Glücks- und Wunschlaternen oder Kong-Ming-Laternen.

Feuerverbote auf kommunaler Ebene bleiben

Die Wasserknappheit habe sich hingegen weiter verschärft. In der ganzen Trockenheitsperiode seien die Niederschläge lokal sehr unterschiedlich ausgefallen. Aus diesem Grund bestehen grosse regionale Unterschiede. Verschiedene Gemeinden hätten selber Massnahmen ergriffen und auf kommunaler Ebene Feuerverbote erlassen. «Diese bleiben bis auf Widerruf durch die Gemeinden weiterhin bestehen. Auch ist es den Gemeinden weiterhin überlassen, neue oder strengere Vorschriften zu verfügen», schreibt der Kanton weiter.

Der kantonale Führungsstab ruft die Bevölkerung ausserdem zum sparsamen Umgang mit Wasser auf: «Autowaschen, Rasen- und Gartenbewässerung sowie Füllen von privaten Schwimmbädern sind zu unterlassen.» Zudem empfiehlt der Kanton St. Gallen, die Laufbrunnen abzustellen.Der Führungsstab bittet die Gemeinden, die Entwicklung genau zu beobachten und gegebenenfalls Massnahmen zu ergreifen.

Feuerverbot auch in Appenzell Innerrhoden gelockert

«Ab sofort und bis auf weiteres gilt nur noch ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe», teilte die Raatskanzlei Appenzell Innerrhoden am Mittwochmorgen mit.

Dank tieferer Temperaturen in der Nacht und der damit verbundenen regelmässigen Taubildung habe sich die bisherige Brandgefahr auf den Wiesen teilweise entspannt. Da die Temperaturen in nächster Zeit weiter sinken würden und Niederschläge angesagt seien, habe die Standeskommission beschlossen, das seit rund drei Wochen bestehende generelle Feuer- und Feuerwerksverbot im Kanton Appenzell Innerrhoden zurückzustufen.

Ab sofort gilt, wie auch im Thurgau und Kanton Appenzell Ausserrhoden, das Verbot nur noch für Wälder und angrenzende, waldnahe Gebiete. Dort bleibt jegliches Feuern verboten. Es dürfe weder Feuer entfacht noch mit Feuer hantiert werden. «In den übrigen Gebieten des Kantons darf mit der nötigen Vorsicht im Freien wieder gefeuert und gegrillt werden», heisst es weiter. Da die Situation aber nach wie vor kritisch sei, bittet die Standeskommission Innerrhoden die Bevölkerung darum, Feuerstellen oder Grillanlagen ständig zu beaufsichtigen und offene Feuer erst zu verlassen, wenn die Glut vollständig erloschen ist.

«Feuer dürfen nur in genügend grossem Abstand zu Gebäuden, Getreidefeldern, Gebüschen und Waldrändern entfacht werden», teilt die Raatskanzlei mit. Im Freien seien fest eingerichtete Feuerstellen zu benutzen. Die Lage werde weiterhin stetig überprüft. Das Feuerverbot in Wäldern und in Waldesnähe gelte bis auf weiteres. «Es wird zu gegebener Zeit durch die Standeskommission aufgehoben», schreibt der Kanton.

Appenzell Ausserrhoden: In Siedlungsgebieten darf ab sofort wieder gebrätelt werden

«Die sporadischen Niederschläge seit dem 1. August sowie die hohe Luftfeuchtigkeit, die zu einem starken Morgentau führt, haben die Feuergefahr ausserhalb des Waldes soweit entspannt, dass das allgemeine Feuerverbot gelockert werden kann», schreibt der Kanton Appenzell Ausserrhoden am Dienstagvormittag.

Im Siedlungsgebiet und in unmittelbarer Nähe von bewohnten Gebäuden ist das Grillieren mit Holzkohle- und Gartengrills wieder gestattet, sofern die nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Der Vorsteher des Departements Inneres und Sicherheit Ausserrhoden habe deshalb die Verfügung vom 30. Juli 2018 betreffend dem generellen Verbot zum Entfachen von Feuern auf dem ganzen Kantonsgebiet gelockert. Landammann Paul Signer danke der Bevölkerung für die breite Akzeptanz und das disziplinierte Einhalten des Verbots.

Im Wald herrscht nach wie vor erhebliche Waldbrandgefahr. Das Feuern im Wald und in Waldesnähe, gestützt auf das Waldgesetz, sei daher weiterhin verboten. Bereits das Entfachen von kleinen Feuern, auch an bewilligten Grillstellen im Wald und im Bereich des Waldrandes, ist untersagt.

Auch im Thurgau gilt: Kein Feuer im Wald

«Das Departement für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau hat dem Antrag entsprochen und das Verbot per Mittwoch, 22. August 2018, aufgehoben», teilte der Informationsdienst des Kantons Thurgau mit. «Das Grillieren mit offenem Feuer und mit Holzkohle an Festen und im privaten Raum ist wieder gestattet.»

Das Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe bleibt auch im Thurgau weiterhin bestehen. Es sei somit weiterhin verboten, im Wald oder in Waldesnähe Feuer zu entfachen, sowie brennende Streichhölzer oder Rauchwaren wegzuwerfen. «Das Verbot gilt im Wald und in Waldesnähe, also im Umkreis von 200 Metern um die Wälder. Die Niederschläge in einigen Gebieten des Kantons haben die Situation im Wald zwar etwas entschärft, doch aufgrund der weiterhin hohen Temperaturen wird die Waldbrandgefahr auf Stufe vier grosse Gefahr belassen.»

Wasserentnahmeverbot im Thurgau bleibt bestehen

Ebenfalls weiterhin gilt im Thurgau das Wasserentnahmeverbot für Oberflächengewässer. Die teilweise heftigen Niederschläge hätten die Pegel zwar kurzzeitig nach oben steigen lassen, doch dann seien sie auch rasch wieder gesunken.

Ausgenommen vom Verbot sind weiterhin der Bodensee, der Rhein sowie das Grund- und Quellwasser.