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Absoluter Blödsinn oder mutig? Der Klima-Galgen in St.Gallen spaltet die Leserinnen und Leser

Aktivisten haben in St.Gallen eine Pseudo-Hinrichtung inszeniert, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Die Aktion löst heftige Reaktionen aus. Doch es gibt auch Leser, welche die Klimajugend loben.
Daniel Walt
Am Klima-Galgen: Drei Jugendliche bei der Aktion auf dem St.Galler Kornhausplatz. (Bild: pd)

Am Klima-Galgen: Drei Jugendliche bei der Aktion auf dem St.Galler Kornhausplatz. (Bild: pd)

«Sie würden gescheiter gegen die Galgen-Hinrichtungen in den arabischen Staaten demonstrieren. Eigentlich eine Verhöhnung der ebenfalls minderjährigen Opfer dort.» Das schreibt Urs Bühler auf der «Tagblatt»-Facebookseite zur Aktion von Klimaaktivisten in der Stadt St.Gallen. Die Jugendlichen hatten am vergangenen Samstag auf dem Kornhausplatz einen Galgen installiert und die Hinrichtung von Menschen simuliert. Ziel der Aktion war es, auf die tödlichen Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen. Die jungen Menschen standen auf Eisblöcken, die dahinschmolzen – Botschaft: Schmilzt das Eis, stirbt der Mensch.

«Hauptsache, sie können provozieren»

Der Tenor auf Facebook ist eindeutig: In der überwiegenden Mehrheit der über 50 Kommentare gehen die Userinnen und User hart ins Gericht mit der Klimajugend. «Absoluter Blödsinn», «voll daneben» oder «dümmlich bis doof», heisst es beispielsweise in Beiträgen. Claudia Gräzer-Kasper schreibt: «Man kann es auch übertreiben! Voll überflüssige Inszenierung.» Derweil hält Helga Klee fest, wer zu solchen Mitteln greife, sei in ihren Augen nicht glaubwürdig. Ins gleiche Horn bläst Günter Woerner:

«Solches Tun ist absolut kontraproduktiv, da man solche Menschen einfach nicht ernst nehmen kann. Sie geben die ganze Problematik der Klimaänderung der Lächerlichkeit preis. Schade eigentlich.»

Daniel Sittek seinerseits fragt die Klimaaktivisten, ob sie auch an vorbeilaufende Kinder gedacht hätten. «Hätte man auch anders machen können», findet er. Zustimmung kommt von Romano Monegat: «Hauptsache, sie können provozieren und sich in den Mittelpunkt stellen.»

Auch auf Twitter führte die Aktion zu Reaktionen. Dabei äusserte sich unter anderem der Rheintaler CVP-Nationalrat Thomas Ammann. Für ihn sind die Klimaaktivisten mit ihrer Aktion zu weit gegangen:

«Darüber nachdenken statt einfach loswettern»

Obwohl sie auf Facebook in der Minderheit sind, finden sich auch einige Befürworter der Aktion. «Ich glaube, die Aktivisten denken mehr an die Kinder dieser Erde als die, die diese Aktion verurteilen», schreibt Rebi Kralle, verbunden mit einem Dank für die Inszenierung. Diana Kuster-Vrajik hält fest, sie finde die Aktion eigentlich noch gelungen, wenn man sich ein paar Gedanken darüber mache, anstatt einfach loszuwettern. Noch deutlicher wird Nina Gremlich: Wenn man diese dummen Kommentare auf Facebook sehe, könne es gar nicht genug solche Aktionen geben, bis alle begriffen hätten, worum es eigentlich gehe, hält sie fest. Martin Sailer seinerseits schreibt:

«Mutig und bravo! Provozieren darf man.»

Auch bei der Online-Umfrage auf unserer Website zeigt sich: Das Thema lässt kaum jemanden kalt – und es polarisiert stark. Bei über 600 Teilnehmenden fand – Stand Dienstagmorgen 9 Uhr – eine knappe Mehrheit von 48 Prozent die Aktion der St.Galler Klimajugend geschmacklos. 46 Prozent empfinden die Inszenierung als provokativ, aber gelungen. Neutral stehen der Aktion gerade einmal sechs Prozent gegenüber.

Umfrage: Wie finden Sie die Klima-Galgen-Aktion?

Hinweis für unsere App-Nutzer: Klicken Sie auf «Dieses Element anzeigen», um zur Umfrage zu gelangen.

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