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ABDANKUNG: Trauerfeier für Akris-Patron Max Kriemler: Der Abschied vom «Chef»

Am Samstagnachmittag hat eine grosse Trauergemeinde Abschied genommen von Max Kriemler. Der Unternehmer und ehemalige Chef des Modehauses Akris war vor Wochenfrist im Alter von 95 Jahren verstorben.
Michael Genova, Odilia Hiller
Die Trauergemeinde nimmt Abschied vom Akris-Patron Max Kriemler in der St.Galler Kirche St.Laurenzen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Trauergemeinde nimmt Abschied vom Akris-Patron Max Kriemler in der St.Galler Kirche St.Laurenzen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: www.tagblatt.ch/epaper

«Er beherrschte die Kunst, das Leben nicht zu verpassen», sagte Pfarrer Christoph Sigrist über den am 25. November im Alter von 95 Jahren verstorbenen Max Kriemler. Er habe es wie kein anderer verstanden, sein Leben auszukosten. Hunderte Trauergäste versammelten sich in der reformierten Stadtkirche St.Laurenzen in St.Gallen, um dem Textilunternehmer die letzte Ehre zu erweisen.

In einer persönlich gehaltenen Predigt erinnerte sich Sigrist an Begegnungen mit Max Kriemler, ein Freund, der ihm ans Herz gewachsenen sei. Sigrist ist heute Pfarrer des Grossmünsters Zürich und wirkte bis 2002 in der Kirche St. Laurenzen. Nach dem Tod seiner Frau Ute habe ihn Max Kriemler in Zürich besucht, erinnerte sich Sigrist. «Ich habe selten einen St.Galler erlebt, der sich so sehr für Zürich und die Reformation interessierte», sagte er schmunzelnd.

Im Lebenslauf – vorgetragen von Sigrist – schilderten die Kinder Susi, Albert und Peter die wichtigsten Lebensstationen ihres Vaters. Wie er bereits mit 23 Jahren ins mütterliche Unternehmen eintrat und dafür auf seinen Traumberuf Arzt verzichtete. Wie er Akris unermüdlich weiterentwickelte und schon früh Kontakte in die Modemetropole Paris knüpfte. Und wie er eines Tages im Büro des Modeschöpfers Hubert de Givenchy auftauchte und keck seine Dienste anbot. «Er war unser ‘Chef’, wie wir ihn alle nannten», erinnerten sich die Kinder.

Auch auf die zwei grössten Taten ihres «Paps» gingen die Kindern ein. Die eine war, dass Max Kriemler in jungen Jahren seine deutsche Freundin Ute nach St.Gallen brachte und heiratete. «Auch das ging sehr schnell.» Als zweiten Glücksfall bezeichneten sie den Kauf einer Liegenschaft auf der Hohen Buche bei Trogen. «Das bescherte uns eine unbeschwerte Kindheit, lange Schulwege und machte uns zu resistenten Erdenbürgern».

Bleibende Spuren hinterliess Max Kriemler in der Stadt St.Gallen auch durch seine Bautätigkeit. Im Jahr 1978 erwarb er die Liegenschaft Einstein, wo er später das Vierstern-Hotel Einstein eröffnete. «Die Idee war schon länger in seinen Träumen.» Im Jahr 2009 erweiterte Kriemler das Hotel durch ein Kongresszentrum.

Unter der Trauergemeinde befanden sich viele Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Darunter Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter, Regierungsrat Martin Klöti, der St.Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin, mehrere Mitglieder des Stadtrats wie Maria Pappa oder Markus Buschor. Auch Wegbegleiter aus Textilwirtschaft, Architektur, Bauwesen und Pferdesport sowie viele ehemalige und aktuelle Akis-Mitarbeiterinnen nahmen von Max Kriemler Abschied.Musikalisch umrahmt wurde die Trauerfeier von einem Bach-Ensemble unter der Leitung von Ruedi Lutz. Zur Aufführung kam die Kirchenkantate «Ich habe genug» von Johann Sebastian Bach. Nach der Feier nahm die Familie um Modedesigner Albert Kriemler und Akris-Chef Peter Kriemler vor der Laurenzen-Kirche Hunderte Beileidsbekundungen entgegen. Es bildete sich eingangs der Marktgasse eine lange Schlange.

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