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A1-ANSCHLUSS: Ideologien und die Autobahn

Die Idee «Autobahnanschluss Agglo Rorschach» gedeiht weiter. Parteipolitiker sind gespalten: «Rückgrat für die Entwicklung der Region», sagen die einen, «Fortsetzung der Fehlplanung» die anderen.
Fritz Bichsel
Die grüne Lücke im Rorschacher Gebiet Witen soll für den neuen Autobahnanschluss genutzt werden. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die grüne Lücke im Rorschacher Gebiet Witen soll für den neuen Autobahnanschluss genutzt werden. (Bild: Rudolf Hirtl)

Fritz Bichsel

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@ostschweiz-am-sonntag.ch

Eine Auseinandersetzung wie im Bundesparlament oder in einer grossen Stadt: Die Behörden von Goldach, Rorschach und Rorschacherberg sowie die Interessengemeinschaft «Mobil» – alle dominiert von bürgerlichen Politikern – werten die gute Erreichbarkeit via Strasse als entscheidend für die Region. Statt von den A1-Anschlüssen in Mörsch-wil und Thal soll die Agglomeration künftig direkt mit der Autobahn verbunden werden – über einen eigenen Autobahnanschluss und einen Zubringer zum Bodensee.

Der von linken Politikern dominierte Verein «Kein 3. Autobahnanschluss» lehnt dies ab. In der Vernehmlassung zum Vorprojekt schreiben die Gegner, die Verkehrsprobleme in der Region seien auch die Folge einer schlechten Siedlungsplanung, die zum Teil schlecht mit dem öffentlichen Verkehr erschlossene Gebiete zur Folge habe. Ein Autobahnanschluss würde diese Fehler weiterführen und definitiv fixieren, weil man nach einer «veralteten Logik des letzten Jahrhunderts» mit neuen Strassen reagiere.

Die Befürworter sehen hingegen im Fehlen eines eigenen Autobahnanschlusses einen Missstand. Angesichts wirtschaftlicher Veränderungen sei die Erreichbarkeit wichtiger denn je, um auch künftig «Arbeitsplätze sowie Einkaufs- und Erlebnismöglichkeiten» in der Region zu haben.

Einig sind sich beide Seiten lediglich darin, dass die Staus vor den immer länger geschlossenen Bahnbarrieren unhaltbar sind. Die Gegner empfehlen Unterführungen als Alternative zu einem Autobahnanschluss. Die SP schreibt, sie sei «nicht einfach prinzipiell gegen neue Strassen», sondern heisse die aktuellen Projekte für je eine Unterführung in Goldach und Rorschach gut. Die Gemeindebehörden und die «IG mobil» wollen den Verkehr aber nicht schneller durch das Siedlungsgebiet schleusen, sondern die Ortszentren entlasten. Der Gegnerverein und die SP entgegnen, neue Strassen bewirkten noch mehr Verkehr. Mit Rezepten aus Grossstädten fordern sie stattdessen mehr Langsam- und öffentlichen Verkehr und eine andere Siedlungsplanung. Die Gemeindebehörden und kantonale Stellen haben rund um den Autobahnanschluss ein Konzept für alle Verkehrsarten in der gesamten Agglomeration sowie zur Nutzung von direkt ab der Autobahn erreichbarem Industrie- und Gewerbeland entwickelt.

Bevölkerung sehnt sich nach Fahrt ohne Stau

Die Gegner zweifeln die Zahlen zum Wachstum von Verkehr und Bevölkerung an und sehen in der Massnahme keine namhafte Entlastung der Ortszentren. Der Verein spricht von «Werbung», die SP von «Propaganda». Die Grünen, im Übrigen im Wahlkreis kaum mehr aktiv, schreiben von «noch nicht überwundener Auto-Euphorie der 1960er- und 1970er-Jahre». Die «IG mobil» hingegen wertet die Projekte als «ideale Umsetzung» ihrer Ziele für alle Verkehrsteilnehmer und die Attraktivität der Region.

Und was sagt die Bevölkerung? Sie beteiligt sich bisher wenig an der öffentlichen Diskussion. Es herrscht ein breiter Konsens, dass das ständige Stocken des Verkehrs auf dem Weg zur Autobahn und innerhalb der Agglo beseitigt werden soll. Ob dafür ein Autobahnanschluss nötig ist oder Unterführungen an den Bahnlinien genügen, wird kaum besprochen.

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