Unwetter richtet Schäden an

Die sintflutartigen Regenfälle vom Sonntagnachmittag haben in der Ostschweiz Spuren hinterlassen. Vor allem das Appenzeller Hinterland stand unter Wasser. Die Bahnstrecke Herisau–Urnäsch bleibt mindestens eine Woche gesperrt.

Drucken
Teilen
Nach den sintflutartigen Regenfällen: Die Wassermassen bahnten sich gestern nachmittag einen Weg durch Herisau. (Bild: Stephanie Looser/Leserbild)

Nach den sintflutartigen Regenfällen: Die Wassermassen bahnten sich gestern nachmittag einen Weg durch Herisau. (Bild: Stephanie Looser/Leserbild)

Die heftigen Gewitter zogen gestern nachmittag übers Neckertal, das Appenzeller Hinterland und die Stadt St. Gallen in Richtung Bodensee und hinterliessen überall Spuren. Die Wassermassen überfluteten Strassen und Keller. An verschiedenen Stellen kamen Hänge ins Rutschen. Strassen- und Schienenverbindungen wurden unterbrochen.

Die Appenzeller Bahnen mussten den Betrieb einstellen - Gleise wurden überschwemmt. (Bild: Patrik Kobler)
40 Bilder
Ein Wasserfall ergiesst sich über ein Wiesenbord in Herisau. (Bild: Luca Zollinger/Leserbild)
Die Wassermassen bahnen sich mitsamt Schutt ihren Weg durch Herisau - ungeachtet der Hindernisse. (Bild: Stephanie Looser/Leserbild)
Sperrholz wurde auf einen Parkplatz gespült. (Bild: Stefan Hinna / Leserbild)
Eine Wiese wurde total überschwemmt. (Bild: Stefan Hinna / Leserbild)
Grosse Zerstörung. (Bild: Stefan Hinna / Leserbild)
Aus kleinen Bächlein wurden reissende Flüsse. (Bild: Stefan Hinna / Leserbild)
Ganze Bäume wurden angeschwemmt. (Bild: Stefan Hinna / Leserbild)
Herisau nach dem Unwetter. (Bild: Patrik Kobler)
Aufräumarbeiten an der Alpsteinstrasse in Herisau. (Bild: Patrik Kobler)
In Herisau wird bereits am Sonntagabend aufgeräumt. (Bild: Patrik Kobler)
Die überflutete Alpsteinstrasse in Herisau. (Bild: Stephanie Looser/Leserbild)
Strasse und Flussbett sind in Herisau nicht mehr zu unterscheiden. (Bild: Miriam Güttinger/Leserbild)
In Schönengrund traten Bäche über die Ufer. (Bild: Isabel Amacker /Leserbild)
Schönengrund ist unter Wasser. (Bild: Isabel Amacker / Leserbild)
Der Dorfbach in Herisau wird zum reissenden Fluss. (Bild: Miriam Güttinger/Leserbild)
Auch die Zelte am Open Air Frauenfeld hielten dem Unwetter nicht stand. (Bild: Reto Martin)
Hagelkörner in Au. (Bild: Simon Okle-Hensel/Leserbild)
Hagelkörner in Au. (Bild: Simon Okle-Hensel/Leserbild)
Die überflutete Alpsteinstrasse in Herisau. (Bild: Stephanie Looser/Leserbild)
Herisau unter Wasser. (Bild: Stephanie Looser/Leserbild)
Blick auf die Sitter von der alten Spiseggbrücke zwischen Abtwil und St.Gallen. (Bild: Helen Lenherr-Kähli/Leserbild)
Blick auf die Sitter von der alten Spiseggbrücke zwischen Abtwil und St.Gallen. (Bild: Helen Lenherr-Kähli/Leserbild)
Hueb bei Notkersegg nach dem grossen Regen. (Bild: Hugo Borner/Leserbild)
Wassermassen schieben sich durch Herisau. (Bild: Roger Fuchs)
Nichts geht mehr: Mehrere Abschnitte der Appenzeller Bahnen waren unterbrochen. (Bild: Luca Zollinger/Leserbild)
Die Wassermassen haben in Herisau zu Erdrutschen geführt. (Bild: Luca Zollinger/Leserbild)
Eine überflutete Strasse in Herisau. (Bild: Roger Fuchs)
Hochwasser in Herisau. (Bild: Luca Zollinger/Leserbild)
Blick von der Alten Zollbrücke auf die Sitter in St.Gallen (Untere Kräzern). (Bild: Markus Oetliker/Leserbild)
Eine zum Fluss gewordene Strasse in Herisau. (Bild: Luca Zollinger/Leserbild)
Auto und Bus kämpfen sich über den St.Galler Marktplatz. (Bild: Ralph Ribi)
Passanten bringen sich auf dem St.Galler Marktplatz in Sicherheit. (Bild: Ralph Ribi)
Der Marktplatz in St.Gallen während der Unwetter. (Bild: Ralph Ribi)
Der Marktplatz in St.Gallen während der Unwetter. (Bild: Ralph Ribi)
Heftiger Regen in St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi)
Der St.Galler Marktplatz während des Unwetters. (Bild: Ralph Ribi)
Überschwemmungen in Herisau. (Bild: Stephanie Looser/Leserbild)
Die Hagenbuchwaldstrasse in St.Gallen wird zum Bachbett. (Bild: Rosmarie Lutz)
Der Boden nahe des Hagenbuchwalds in St.Gallen kann die Wassermassen nicht mehr schlucken. (Bild: Rosmarie Lutz)

Die Appenzeller Bahnen mussten den Betrieb einstellen - Gleise wurden überschwemmt. (Bild: Patrik Kobler)

Land unter in Herisau

Am stärksten gelitten hat das Appenzeller Hinterland unter den sintflutartigen Regengüssen zwischen 15 und 16 Uhr. In Herisau kam der Verkehr stellenweise zum Erliegen. Chaos herrschte auf der Alpsteinstrasse, wo Wasserfluten die abfallende Strasse herunterstürzten, ein Sportplatz mutierte zum See, Autos versanken im Wasser.

Zwei Stunden nach dem Unwetter zeigte sich ein Bild der Zerstörung, Geröll und Holz auf den Strassen, überflutete Keller, Schlamm und Dreck in den Bushaltestellen. Auch in Waldstatt, Urnäsch, Schwellbrunn und Hundwil standen viele Keller und Garagen unter Wasser. Zwischen Schwellbrunn und Dicken ging ein grösserer Hangrutsch auf die Hauptstrasse nieder.

Bahnbetrieb massiv gestört

Die Überschwemmungen führten auch zu Betriebsstörungen bei den Appenzeller Bahnen. Die Gleise auf der Strecke St. Gallen–Gais waren von einem Steigbach beschädigt worden. Ebenfalls unterbrochen war der Betrieb der Trogenerbahn. Diese konnte, laut Alexander Liniger, Mediensprecher der Appenzeller Bahnen, am Sonntagabend wieder normal fahren. Die Abklärungen zum Zustand der Strecke St. Gallen–Gais liefen gestern abend noch. Auf den unterbrochenen Strecken sind Ersatzbusse im Einsatz.

Grössere Schäden haben die Wassermassen auf der Strecke zwischen Herisau und Urnäsch angerichtet. Dort rutschte der Hang, worauf sich das Bahntrassee befindet, weg. Zudem sei ein Bahnwagen im Dreck steckengeblieben, sagt Liniger. Die Strecke bleibt mindestens eine Woche gesperrt, um das Ausmass der Schäden einzuschätzen. «Im Moment sieht es schlecht aus», sagt Liniger. Man tue aber das Beste, um die Normalität wieder herzustellen. Im Kanton St. Gallen musste die Kantonspolizei gemäss Mitteilung während eineinhalb Stunden 160 Einsätze an 15 Feuerwehren weiterleiten. Hauptsächlich musste Wasser aus Häusern gepumpt, in wenigen Fällen auch Äste und halbe Bäume von der Strasse geräumt werden. Auch in der Stadt St. Gallen liefen laut Feuerwehr Keller und Garagen voll. Für kurze Zeit wurde der Verkehr auf der Stadtautobahn bei Winkeln behindert, weil das Regenwasser nicht mehr abfliessen konnte. (red.)