Gewitter wütet in der Ostschweiz

Am Sonntagnachmittag hat ein heftiges Gewitter Spuren in Teilen der Ostschweiz hinterlassen. Stark in Mitleidenschaft gezogen wurde das Appenzeller Hinterland. Aber auch im St. Gallischen mussten Feuerwehren unzählige Keller auspumpen.

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Der Gewitterregen vom Sonntagnachmittag war ausserordentlich ergiebig. Das führte im St. Galler Stadtzentrum (im Bild auf dem Bohl) zwar nicht zu Schäden, aber zu spektakulären Szenen. (Bild: Ralph Ribi)

Der Gewitterregen vom Sonntagnachmittag war ausserordentlich ergiebig. Das führte im St. Galler Stadtzentrum (im Bild auf dem Bohl) zwar nicht zu Schäden, aber zu spektakulären Szenen. (Bild: Ralph Ribi)

 

st. gallen/Herisau. Das starke Gewitter zog am Sonntagnachmittag übers Neckertal, das Appenzeller Hinterland und die Stadt St. Gallen in Richtung Bodensee. Die Wassermassen füllten unzählige Keller. An verschiedenen Orten kamen Hänge ins Rutschen. Dadurch wurden Strassen- und Schienenverbindungen unterbrochen. Meldungen über Verletzte gab's bis Sonntag, 18 Uhr, aber keine.

Kantonsstrasse gesperrt

Am stärksten unter den Regengüssen gelitten hat das Appenzeller Hinterland. Am Sonntag, 17.30 Uhr, empfahl die Ausserrhoder Kantonspolizei deshalb, es möglichst weiträumig zu umfahren. In Herisau wurden auch Strassen im Zentrum von Wasser- und Schlammmassen überflutet. Wie auch in Waldstatt, Urnäsch, Schwellbrunn und Hundwil standen viele Keller und Garagen unter Wasser. Zwischen Schwellbrunn und Dicken ging ein grösserer Hangrutsch auf die Hauptstrasse nieder. Wie lange diese gesperrt bleibt, war am frühen Sonntagabend noch unklar.

Bahnstrecken unterspült

Das äusserst heftige Gewitter führte gestern nachmittag auch zu Betriebsstörungen bei den Appenzeller Bahnen. Die Strecke von Gossau über Herisau und Urnäsch nach Appenzell wurde an verschiedenen Stellen unterspült. Die Reparaturarbeiten könnten nach Einschätzung der Verantwortlichen einige Zeit in Anspruch nehmen. Bei der Bahn ging man am Sonntagabend davon aus, dass auf dieser Strecke auch am Montag Ersatzbusse verkehren würden.

Zu einer Betriebsunterbrechung kam es am Sonntag auch bei der Trogenerbahn. Auf der Notkersegg auf St. Galler Stadtgebiet wurden Weichen unterspült, so dass der Bahnbetrieb eingestellt und Ersatzbusse aufgeboten werden mussten. Ebenfalls unterbrochen wurde die Strecke der Appenzeller Bahnen zwischen Teufen und Gais. Hier wurde das Gleis durch den Steigbach beschädigt.

160 Einsätze für 15 Feuerwehren

Im St. Gallischen gingen gemäss Mitteilung der Kantonspolizei erste Meldungen über Schäden um 15.42 Uhr auf der kantonalen Notrufzentrale ein. Während rund anderthalb Stunden wurden 160 Einsätze an 15 Feuerwehren weitergeleitet. Hauptsächlich musste Wasser aus Häusern und Kellern gepumpt werden. In einzelnen Fällen waren Äste und halbe Bäume von der Strasse zu räumen. Verletzt wurden bis am frühen Abend keine gemeldet.

Volle Keller in St. Gallen

In der Stadt St.Gallen hielten sich Schäden im Vergleich etwa zum Appenzeller Hinterland in Grenzen. Vor allem im Osten, aber auch im Westen der Stadt traten Bäche über die Ufer. Dadurch liefen Keller und Garagen voll. Zudem wurden Wege und Strässchen beschädigt. Die Einsatzzentralen von Stadtpolizei und Feuerwehr wurde nach 16 Uhr während über einer Stunde von einer Welle von Notrufen richtiggehend zugedeckt. Bis gegen 22 Uhr standen dann nach Angaben von Feuerwehr-Einsatzleiter Jascha Müller 68 Angehörige der städtischen Berufs- und Milizfeuerwehren auf 44 Schadenplätzen im Einsatz.

Zu Verkehrsbehinderungen kam es zudem im Westen der Gallusstadt. Für kurze Zeit wurde der Verkehr auf der Stadtautobahn bei Winkeln durch nicht abfliessende Wassermassen gestört. Probleme gab es zudem auf Strassen ins Appenzellerland. Auf der Notkersegg wurden zudem die Gleise der Trogenerbahn unterspült, so dass Ersatzbusse eingesetzt werden mussten. (vre)

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