81'500 statt 72'200 Franken für Berufseinsteiger: Warum die Lehrpersonen in Ausserrhoden mehr Lohn erhalten sollen

Um die Wettbewerbsfähigkeit bei der Rekrutierung von qualifizierten Lehrpersonen im Kanton zu verbessern, sollen die Löhne der Lehrenden im Appenzell Ausserrhoden angehoben werden. Insbesondere Berufseinsteiger sollen besser verdienen.

Mea McGhee
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Berufseinsteiger auf der Volksschulstufe sollen in Appenzell Ausserrhoden besser entlöhnt werden.

Berufseinsteiger auf der Volksschulstufe sollen in Appenzell Ausserrhoden besser entlöhnt werden.

Bild: Bruno Kissling

Seit 2017 steigt die Zahl der Schülerinnen und Schüler der obligatorischen Schule schweizweit. So zeichnet sich für die nächsten Jahre ein Lehrpersonenmangel ab.

Für Ausserrhoden ist bis 2024 eine jährliche Zunahme von rund 80 Kindern und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter prognostiziert. Die Anzahl der Lernenden werde in den nächsten rund acht Jahren in rund der Hälfte der Ausserrhoder Gemeinden kontinuierlich steigen. In der anderen Hälfte sei eine relativ gleichbleibende Schülerzahl zu erwarten, ist vom Departement Bildung und Kultur zu erfahren.

Mangel an schulischen Heilpädagoginnen

Aufgrund der steigenden Schülerzahlen werden zusätzliche Lehrpersonen benötigt. Während an der Volksschule für das laufende Schuljahr qualifiziertes Personal angestellt werden konnte, gestalte sich die Anstellung von schulischen Heilpädagogen schwierig. Mit Blick auf die Rekrutierung müsse die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich mit den umliegenden Kantonen erhalten bleiben. Auch würden an die Lehrpersonen immer komplexere Ansprüche und Anforderungen herangetragen, etwa mit der Einführung von neuen Fächern. Daher sollen insbesondere die Einstiegslöhne für Lehrpersonen des Kindergartens, der Primarstufe sowie der Sekundarstufe I und der Förderlehrpersonen aller Stufen monetär verbessert werden.

Angleichung an Ostschweizer Kantone

Der Einstiegslohn für Lehrkräfte in Kindergarten und Primarstufe soll von gut 72'000 Franken auf 81'500 Franken angehoben werden, was dem Einstiegslohn im Kanton St. Gallen entspricht. In Innerrhoden verdienen Berufseinsteiger auf Primarstufe knapp 77'000 Franken und im Kindergarten rund 69'500 Franken. Der Maximallohn betrüge auf diesen Stufen neu 119'200 Franken (heute 118'782 Franken).

Der Einstiegslohn auf Sekundarstufe I liegt in Ausserrhoden heute bei 93'200 Franken und soll auf 94'500 Franken angehoben werden. Der Maximallohn würde nach 27 Dienstjahren 141'200 Franken betragen (heute 140'917 bei 25 Dienstjahren).

Die Gesamtlohnsumme aller Lehrpersonen der Kategorie I (Kindergarten und Primarstufe würde im Kanton neu mit rund 30,2 Millionen Franken zu Buche schlagen (im Jahr 2020 29,80 Millionen Franken). In der Kategorie II wären es neu 22,22 Millionen Franken (heute 22,16 Millionen Franken).

An die Lehrpersonen würden immer komplexere Ansprüche und Anforderungen herangetragen, etwa mit der Einführung von neuen Fächern.

Der Ausserrhoder Regierungsrat schickt die Teilrevision der Verordnung über die Anstellung der Lehrenden an den Volksschulen in die Vernehmlassung. Diese dauert bis zum 18. Dezember. Die Unterlagen sind zu finden unter: www.ar.ch/vernehmlassungen