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800 Franken Busse für Flugplatz Altenrhein

Zwei Flugzeuge sind zu spät gelandet, eines ist zu früh gestartet: Deshalb hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt gegen den Flugplatz St. Gallen-Altenrhein ein Verfahren eingeleitet.
Regula Weik
Start ab dem Flugplatz St.Gallen-Altenrhein (Bild: Ralph Ribi)

Start ab dem Flugplatz St.Gallen-Altenrhein (Bild: Ralph Ribi)

«Diese lächerliche Busse spottet jeglicher Gerechtigkeit», schreibt die Aktion gegen Fluglärm Altenrhein. Der Schutzverband ist es denn auch, der die Strafe für den Ostschweizer Regionalflugplatz St. Gallen-Altenrhein publik gemacht hat. Dreimal habe dieser gegen die Betriebszeiten verstossen. Zweimal seien spät abends noch Maschinen in Altenrhein gelandet – «am 5. Juli ein Linienflugzeug um 23.08 Uhr, zwei Tage später ein Charterflugzeug um 23.27 Uhr». Dieses zweite Flugzeug habe am nächsten Morgen, einem Sonntag, «kurz nach 7.00 Uhr» wieder abgehoben.

«Zu diesen Zeiten wäre das Flugfeld absolut geschlossen», schreibt der Schutzverband, der seit vielen Jahren gegen die Immissionen des Flugbetriebs in Altenrhein kämpft. Für diese «sträflichen Spätlandungen und den nicht erlaubten Frühstart» sei der private Flugplatz mit einer Busse von «sage und schreibe nur» 800 Franken bestraft worden. Dies sei «ein Spott für jeden ehrlichen Bürger», ärgert sich die Aktion gegen Fluglärm. Diese Busse könne das Unternehmen «aus der Portokasse begleichen».

Wetter und technische Probleme als Gründe

Thomas Mary, CFO und Pressesprecher der People’s Air Group, bestätigt auf Anfrage das Verfahren und die Busse. «Das stimmt», sagt er. «Wir haben nach den Vorfällen das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) und die Vorarlberger Landesregierung informiert, worauf das Bazl ein Verfahren eingeleitet hat.» Dieses sei inzwischen abgeschlossen und auch rechtskräftig.

Auf die Frage nach den Gründen für die abweichenden Start- und Landezeiten, antwortet Mary: «Es war einmal das Wetter, dann ein technisches Problem sowie daraus folgend der frühe Start.» Und er fügt an: «All diese Entscheide wurden zu Gunsten der Passagiere getroffen und haben uns keine wirtschaftlichen Vorteile gebracht.»
Der Schutzverband zweifelt daran: Statt den Fluggästen die Übernachtung an den Abflugorten zu bezahlen oder in Wien den Nachtzug zu buchen – beides mit erheblichen Kosten und Umtrieben verbunden – hätten sich die Besitzer des Flugplatzes für Nachtlandungen entschieden. «Ob sie da schon wussten, dass dies viel weniger kosten würde?» fragt er rhetorisch.

«Wir sind der einzige Flugplatz mit einer Mittagspause»

Die Busse für den Altenrheiner Frühstart «kurz nach 7.00 Uhr» lässt Reisende, die schon schlaftrunken frühmorgens im Zug Richtung Flughafen Zürich gesessen haben, sich die Augen reiben. Am Ostschweizer Regionalflugplatz darf sonntags von 10.00 bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 20.00 Uhr gestartet und gelandet werden, montags bis freitags von 6.30 bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 21.00 Uhr, samstags von 7.30 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 20.00 Uhr. «Diese Öffnungszeiten sind sehr restriktiv», so der Pressesprecher der People’s Air Group und er ergänzt: «Wir sind der einzige Flugplatz mit einer Mittagspause.» Andernorts sei ein durchgehender Flugbetrieb von 6.00 bis 22.00 Uhr Standard.

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