80 neue Asylbewerber im Kanton Thurgau

FRAUENFELD. Die 300 Plätze in den Thurgauer Durchgangsheimen sind voll. Der Bund hat dem Thurgau im vergangenen Monat 80 Asylbewerber zugewiesen – im Mai waren es sieben gewesen. Von einem «grossen Anstieg» spricht Florentina Wohnlich, Leiterin des kantonalen Sozialamts.

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FRAUENFELD. Die 300 Plätze in den Thurgauer Durchgangsheimen sind voll. Der Bund hat dem Thurgau im vergangenen Monat 80 Asylbewerber zugewiesen – im Mai waren es sieben gewesen. Von einem «grossen Anstieg» spricht Florentina Wohnlich, Leiterin des kantonalen Sozialamts. Ende Juni waren 187 der 300 Plätze in den sechs kantonalen Durchgangsheimen besetzt. Jetzt sind alle belegt. «Eine Entspannung ist nicht absehbar», sagt Wohnlich. Einen Anstieg wie in Deutschland erwartet sie jedoch nicht. Erwünscht wäre, dass die Flüchtlinge sechs Monate in den Durchgangsheimen blieben, um sich erste Sprachkenntnisse aneignen zu können. Das kantonale Sozialamt weist sie nun schon nach etwa drei Monaten an die Gemeinden weiter, die noch Kapazitäten haben.

Verteilt nach Einwohnerzahl

Bei der Verteilung ist bei Kantonen wie Gemeinden die Einwohnerzahl massgebend. Der Thurgau muss 2,4 Prozent der Asylbewerber übernehmen. Gemäss Einwohnerzahl wären es 3,2 Prozent; die Reduktion ist dem Empfangszentrum in Kreuzlingen zu verdanken.

Der Thurgauer Regierungsrat beschloss 1997, dass der Anteil von Asylsuchenden an der Bevölkerung nur mit Zustimmung der jeweiligen Gemeinde ein Prozent übersteigen darf. Tatsächlich sieht der vierteljährlich angepasste Verteilschlüssel zurzeit einen Soll-Bestand von nur 0,25 Prozent vor. So muss beispielsweise Ermatingen mit 3156 Einwohnern acht Asylbewerber unterbringen. Ende Juni waren nur vier Plätze belegt; Ermatingen hatte also vier Plätze frei. Den Standortgemeinden der Durchgangsheime wird eine Reduktion gewährt.

Gemeinden suchen Plätze

Falls die Kapazitäten nicht reichen, würde der Kanton den Verteilschlüssel erhöhen. Die Gemeinden können ihrerseits die Belegung der Unterkünfte erhöhen. «Wo vier Personen wohnen, können eventuell auch sechs untergebracht werden», sagt Wohnlich. Die Gemeinden machen sich aber bereits Gedanken, wo sie weitere Unterkünfte beschaffen könnten, sagt Kurt Baumann, Präsident des Verbands Thurgauer Gemeinden und Gemeindepräsident von Sirnach. «Es soll kostengünstig sein, nicht grad ein Abbruchobjekt, aber auch kein Neubau.» Allenfalls könnte man Zivilschutzanlagen beiziehen, was aber in Sirnach noch nie vorgekommen sei. (wu)