68 Personen aus Seenot gerettet

ALTENRHEIN/LINDAU. Am Dienstagmittag sind mehrere Boote im Bodensee gekentert. Es handelte sich dabei um eine Gruppe von 48 Jugendlichen. Vor Lindau kenterten 20 Personen mit ihren Kanus. Es konnten alle gerettet werden.

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Nach dem seit Sonntag ein Mann im Bodensee vermisst wird, gerieten heute 68 Personen in Seenot und mussten gerettet werden. (Symbolbild: Keystone)

Nach dem seit Sonntag ein Mann im Bodensee vermisst wird, gerieten heute 68 Personen in Seenot und mussten gerettet werden. (Symbolbild: Keystone)

Die Gruppe war mit zehn Ruderbooten unterwegs. Sieben davon kenterten und die Insassen fielen in den Bodensee, wie die St.Galler Kantonspolizei mitteilt. Keiner der Ruderer trug eine Schwimmweste. Sie waren mehrere hundert Meter vom Ufer des Rheinspitzes im Grenzbereich zu Österreich entfernt.
Alle geborgen
Laut Mitteilung wurden sie sowohl durch Privatpersonen als auch durch Rettungskräfte aus der Schweiz, aus Deutschland und Österreich geborgen. Es waren Boote der Wasserschutzpolizei Lindau und Friedrichshafen, der Seepolizei Hard, des Seerettungsdienstes Rorschach sowie Angehörige der Kantonspolizei St.Gallen involviert. Aufgrund der Eingangsmeldung wurden zehn Rettungssanitäter und Ärzte mit mehreren Rettungswagen nach Altenrhein entsandt.

Drei Kanus gekentert
Vor Lindau sind am Mittag drei Kanus gekentert. Am Unglück beteiligt waren 20 Personen. Es handelte sich um Teilnehmer eines Ferienlager in der Nähe von Lindau, wie das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mitteilt. Die Gruppe setzte sich aus vier erwachsenen Betreuern, einem jugendlichen Betreuer im Alter von 16 Jahren sowie 15 Kindern im Alter zwischen 10 und 14 Jahren zusammen.

Frau mit Unterkühlung im Spital
Mit insgesamt sechs Kanus fuhr die Gruppe auf dem Bodensee und wollte die Lindauer Insel umrunden. Drei Kanus kenterten aus noch nicht geklärten Gründen etwa 200 Meter vom Ufer entfernt beim Lindauer Seehafen auf der Höhe Pulverturm. Auf jedem der Kanus befand sich ein Betreuer, wie es weiter heisst. Elf gekenterte Personen mussten durch Ersthelfer und von Zeugen alarmierten Rettungskräfte aus dem Wasser geborgen werden. Die anderen neun Personen konnten sich mit ihren Kanus selbst ans Ufer begeben. Eine junge Frau musste wegen starker Unterkühlung mit dem Rettungshelikopter in ein Spital gebracht werden. Mehrere der geborgenen Personen mussten ärztlich versorgt werden, zwei davon waren leicht verletzt.

Wellengang als Ursache
Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern an. Gemäss Mitteilung ist davon auszugehen, dass der Wellengang Unfallursache war. Die beteiligten Personen werden noch befragt. Zum Unglückszeitpunkt betrug die Wassertemperatur etwa 20 Grad. Am Unglücksort herrschte Nord-West-Wind der Stärke 4 bis 5. Es lag keine Starkwind- oder Sturmwarnung vor. Alle Teilnehmer trugen Schwimm-/Rettungswesten.

Rettungsheli im Einsatz
Bei der Suche nach den Gekenterten waren acht Boote der Wasserschutzpolizei Lindau, der Wasserwacht, der Feuerwehr, des THW und der Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg im Einsatz. Zudem unterstütze ein Rettungshelikopter die Such- und Rettungsmassnahmen.  (kapo/ppsws/maw)