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«Zu gefährlich für die Gesellschaft»:
Die St.Galler Staatsanwaltschaft verlangt vor Bundesgericht die Verwahrung eines Sexualstraftäters

Das Bundesgericht muss über die Verwahrung eines 64-jährigen Pädophilen entscheiden. Die Staatsanwaltschaft St.Gallen wehrt sich gegen den Beschluss des Kantonsgerichts, den Mann nächstes Jahr freizulassen.
Adrian Vögele
Symbolbild. (Bild: Susann Basler)

Symbolbild. (Bild: Susann Basler)

Der juristische Streit um die Zukunft eines pädophilen Schweizers geht in die nächste Runde: Die St.Galler Staatsanwaltschaft akzeptiert den Entscheid des Kantonsgerichts nicht. Dieses hatte den Antrag des Sicherheits- und Justizdepartements auf Verwahrung des 64-Jährigen abgelehnt. Der Mann, der sich derzeit in Sicherheitshaft befindet, wäre demnach Ende Mai 2020 entlassen worden. Nun zieht die Staatsanwaltschaft den Fall ans Bundesgericht weiter und verlangt die Verwahrung. Das Rückfallrisiko des Mannes sei gross, heisst es in einer Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft. Die Verwahrung sei nötig, um «die Sicherheit der Gesellschaft, namentlich jene der gefährdeten minderjährigen Knaben, zu gewährleisten».

13-Jährigen eingeladen – trotz Verbots

Der 64-Jährige ist mehrfach vorbestraft. 2006 verurteilte ihn das Kantonsgericht wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren. Es ordnete zudem eine stationäre Massnahme an, die sogenannte «kleine Verwahrung». Daraus wurde der Mann Ende Juni 2011 bedingt entlassen, doch schon im Mai 2012 wurde er erneut festgenommen. Diesmal verurteilte ihn das Kantonsgericht zu 21 Monaten Gefängnis wegen mehrfacher versuchter sexueller Handlungen mit Kindern und schickte ihn zurück in den stationären Massnahmenvollzug. Er hatte einen 13-jährigen Buben bei sich übernachten lassen, obwohl es ihm gesetzlich verboten war. Der Mann nahm den Jugendlichen für vier Nächte bei sich auf, als dessen Vater ins Spital musste. Der Beschuldigte soll laut Anklage nackt mit dem Jugendlichen im selben Bett geschlafen und mehrmals versucht haben, diesen zu sexuellen Handlungen zu überreden. Er soll dem Buben auch Geld und Geschenke versprochen haben. Der Beschuldigte gestand seine pädophile Neigung vor Gericht ein, wies jedoch die konkreten Vorwürfe zurück. Er habe sich dem 13-Jährigen nicht unsittlich genähert. Der alleinerziehende Vater des Jugendlichen habe ihn gefragt, ob er den Sohn während des Spitalaufenthalts aufnehmen könne – er habe nur helfen wollen. Er wisse nicht, warum ihn der Bub belastet habe.

Kantonsgericht: Risiko zu klein für eine Verwahrung

Im Dezember 2018 endete die «kleine Verwahrung, der Mann blieb jedoch in Sicherheitshaft. Das Sicherheits- und Justizdepartement beantragte, dass der Mann verwahrt wird, das Kantonsgericht entschied sich jedoch dagegen: Der 64-Jährige habe insgesamt schon 15 Jahre Freiheitsentzug erhalten. Die Gefahr des Mannes für die Allgemeinheit reiche nicht mehr aus, um eine Verwahrung zu rechtfertigen. Das Kantonsgericht entschied, dass der Mann Ende Mai 2020 freikommen soll – eine stationäre Massnahme soll ihn auf die Entlassung vorbereiten. Der 64-Jährige selber sagt von sich, er habe keine sexuellen Bedürfnisse mehr und sei auch bereit zu einer ambulanten Therapie.

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