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550faches «Hopp Sanggalle» für Matthias Hüppi und Silvan Hefti an der Kinderuni

«Asterix & Obelix und der Zaubertrank des FC St.Gallen» heisst es zum Auftakt des 15. Kinderuni-Semesters an der HSG.
Marcel Elsener
Die Freude der Strategieexperten in der Kinder-Uni. (Bild: Urs Bucher)

Die Freude der Strategieexperten in der Kinder-Uni. (Bild: Urs Bucher)

Der Zeitpunkt könnte günstiger nicht sein: Vor einer Woche ist der jüngste Asterix-Band «Die Tochter des Vercingetorix» erschienen, und der FCSG befindet sich im anhaltenden Höhenflug. Aufs Gemüt schlagen könnten die andauernden finanziellen Schwierigkeiten des Fussballclubs und die – wie soll man sagen – institutionellen Sorgen der Universität.

Beides dürfte die Kinder, die an diesem Nebelnieselmittwoch in Scharen in den grössten Hörsaal strömen, herzlich wenig interessieren.

Die gallischen Comic-Helden und die sanktgallischen Fussballer sind Anreiz genug, die Bankreihen des Audimax zu füllen.

Gut 550 Buben und Mädchen sind da, Durchschnittsalter 10, die Eltern müssen mit der Video-Übertragung in der Aula vorliebnehmen.

An der Olma möglichst viel Wildschweine verkaufen

Bald merkt jedes Kind, dass der Titel ein Marketingtrick war, Etikettenschwindel. Denn es geht weder um die Gallier und ihre «Adrenaline» noch um die Espen, sondern um das professorale Fachgebiet von Karolin und Sebastian Frankenberger: Strategie.

Kein kindergerechtes Wort, aber verständlich, wenn es konkret um das Ziel geht, möglichst viel Limonade zu verkaufen.

Einen Stand mit Säften oder Kuchen haben alle im Publikum schon einmal erfolgreich betrieben, prompt erhalten die «vielen Unternehmerinnen und Unternehmer» Lob.

Klar wissen sie denn auch, wo Asterix & Obelix am meisten Wildschweine verkaufen würden: an der Olma. Und endlich geht's nach 25 Minuten um den FCSG: Mit zwei «Strategieexperten» des Clubs, die lautstark bejubelt als Überraschungsgäste auftauchen – Präsident Matthias Hüppi und Captain Silvan Hefti. «Alles Fans!» ruft ein begeisterter Hüppi. Das genannte strategische Ziel (Meister!) muss er korrigieren: Man dürfe «Ambitionen» haben, müsse sich aber den «Realitäten» anpassen.

«Das Coolste ist, wenn man Spass hat»

Weitaus besser verstehen die Kinder die Antwort auf eine Bubenaussage, wonach es «das Coolste ist, wenn man Spass hat». Ja, es sei wichtig für die Spieler, «nicht permanent unter Druck» zu sein. Verteidiger Hefti wird gefragt, was er von Goalie Stojanovic hält (natürlich viel) und wer der Älteste sei (Vilotic, 33). Viel Geschrei und Gelächter dann beim Quiz: Nein, Übergewicht ist keine «gängige Strategie» im Fussball; und ja, Hüppi war Jurastudent, TV-Reporter, Musiker, aber nie Primarlehrer.

Und nein, Silvans Mama sah im zeitweise wertvollsten U18-Rechtsverteidiger der Welt keinen Cellospieler.

Und logisch, an der HSG studiert man nicht Forst-, Haus- , Land-, sondern Betriebswirtschaft, wie die Kinder lernen.

Die Vorlesung ist für alle Beteiligten im HSG-Jargon eine Win-Win-Win-Situation, beste Werbung für Uni und Club. Zumal Hüppi noch 1200 Gratistickets verteilt, jedes Kind darf mit Begleitung ans Heimspiel gegen Xamax. «Wir wollen volles Haus!» Das «Hopp Sanggalle!» aus 550 Kinderkehlen hallt nach. Nächste Woche geht's, der Titel ebenso raffiniert, um «Daniel Düsentrieb & Star Wars: Wie erfindet man neue Produkte?». Die Kinderuni bleibt ein Selbstläufer, die Strategie geht jederzeit auf, volles Haus.

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