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«54 Franken sind Abzocke»: Kunden kritisieren Preiserhöhung – die Säntisbahnen kontern

54 statt 45 Franken: Wer mit der Schwebebahn auf den Säntis hoch will, muss künftig mehr bezahlen. Diese Preiserhöhung gab auf Facebook zu reden. Viele Ostschweizer finden diesen Preis zu hoch. Jetzt nimmt Geschäftsführer Bruno Vattioni Stellung.
Martin Oswald
Trübe Aussicht: Die neuen Preise für die Fahrt mit der Säntisbahn auf den Gipfel geben zu reden. (Bild: Urs Bucher)

Trübe Aussicht: Die neuen Preise für die Fahrt mit der Säntisbahn auf den Gipfel geben zu reden. (Bild: Urs Bucher)

Wer mit der Bahn auf den Säntis will, muss ab 2019 tiefer ins Portemonnaie greifen. Eine Berg- und Talfahrt ohne Halbtax wird künftig 54 statt wie bisher 45 Franken kosten. Der Verwaltungsrat hatte einem entsprechenden Antrag der Geschäftsleitung letzte Woche zugestimmt. Auf der Facebook-Seite desTagblatts wird dieser Entscheid kritisiert.

Pilatus und Chäserugg sind teurer

Jnge Wild schreibt auf Facebook: «Happig dieser Preis, aber es gibt ja noch andere Berge.» Stimmt. Doch günstig sind diese auch nicht. Zum Vergleich zog Hansruedi Laich, VR-Präsident der Säntis Schwebebahn AG, die Fahrpreise des Pilatus (72 Franken) und des Chäserrugg (58 Franken) herbei und fügte sodann an, man habe nach wie vor keine überrissenen Preise.

Bruno Vattioni (Bild: Benjamin Manser)

Bruno Vattioni (Bild: Benjamin Manser)

Das vermag Facebook-User Erna Rochat nicht zu überzeugen: «Man muss sich schon überlegen, ob man mit Gästen einfach mal so schnell auf den Säntis schweben will. Rechne mal einen Ausflug mit vier Personen.» Wir rechnen: 4 x 54 Franken = 216 Franken. Bruno Vattioni, Geschäftsführer der Säntis Schwebebahn AG lässt diese Rechnung nur bedingt gelten:

«Für die allermeisten Gäste hat dieser Basispreis keine grosse Bedeutung.»

Es gäbe Spezialangebote für Familien, für Schulen und für ältere Leute. Zudem reisten in der Schweiz fast 60 Prozent mit dem Halbtax-Abo und bezahlten den halben Preis.

Teuer sei ein Ausflug in die Berge heute schon, so der Tenor in der Tagblatt-Community. Neben der Bahnfahrt, schlage auch Essen und Trinken zu Buche. «Da könnte man mit Aldi-Reisen drei Nächte in die Ferien mit allem drum und dran», schreibt Nicole Schöb-Frey. Auch Nadja Scherzinger und ihre Familie wollen sich die Fahrt auf den Säntis nicht mehr leisten. Sie schreibt:

«Diese Preise sind familienunfreudlich. Da mache ich meine Ausflüge lieber im Ausland.»

Dem pflichten viele Facebook-User in der Debatte bei. Bei diesen Preisen würde man in Zukunft den Säntis für Ausflüge meiden. «Das ist Abzocke», schreibt Sabine Bordihn. Doch Säntisbahn-Chef Vattioni kontert: «Kinder bis 6 Jahre fahren gratis auf den Säntis. Wir sind also sehr wohl familienfreundlich.» Vielen Gästen sei gar nicht bewusst, wie gross der Aufwand sei, um eine moderne Bergbahn zu betreiben und einen Betrieb oben auf 2500 Metern zu unterhalten.

«Auf einem wetterextremen Berg wie dem Säntis, sind die Kosten viel höher, als bei einem Betrieb im Tal unten.»

Bruno Vattioni (Bild: Benjamin Manser)

Bruno Vattioni (Bild: Benjamin Manser)

Es gäbe genügend Beispiele von Bergbahn-Unternehmen, die heute ums Überleben kämpfen würden. Seit 2011 wurden die Preise am Säntis nicht mehr erhöht. Bruno Vattioni erklärt, man habe in den letzten Jahren grosse Umbauarbeiten gehabt. In dieser Phase wäre es falsch gewesen, den Preis anzupassen.

Den Säntis als Ausflugsziel neu positionieren

Jetzt aber sei der Moment für eine Neupositionierung des Säntis gekommen. Im Ranking von Schweiz Tourismus liegt man punkto Bekanntheit an Position 5. «Doch im Vergleich mit anderen Top-Destinationen sind wir mit Abstand am günstigsten.»

Mit ein Grund für den Preisaufschlag sind gemäss Generalversammlung von letzter Woche geplante Investitionen. So plant die Säntis Schwebebahn AG in einem nächsten Schritt ein bedientes Restaurant anstelle der Selbstbedienungszone auf dem Gipfel und die Thematisierung des Säntis als Wetterberg im obersten Stockwerk.

Versöhnliche Voten sucht man in dieser Facebook-Diskussion vergebens. Dem Alpstein abschwören will aber kein Ostschweizer. «Kronberg und Hoher Kasten machen auch Freude», schreibt User Marco Rütsche.

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