53 Unterschriften für Brief an schwulen Pfarrer

FRAUENFELD. Der ehemalige Spitalpfarrer und Thurgauer Synodale Peter Kuster hat einen Entschuldigungsbrief verfasst, den er an den schwulen Pfarrer, der wegen seiner Homosexualität als Pfarrer in der Gemeinde Bichelsee unerwünscht war, schicken wird.

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FRAUENFELD. Der ehemalige Spitalpfarrer und Thurgauer Synodale Peter Kuster hat einen Entschuldigungsbrief verfasst, den er an den schwulen Pfarrer, der wegen seiner Homosexualität als Pfarrer in der Gemeinde Bichelsee unerwünscht war, schicken wird. Den Brief legte er am Montag, nachdem das evangelische Kirchenparlament getagt hatte, auf (Ausgabe von gestern). Alle, die wollten, konnten unterschreiben. «Ich habe 53 Unterschriften gezählt», sagt Peter Kuster. 114 Mitglieder des Kirchenparlaments nahmen an der Synode teil, knapp die Hälfte hat also unterschrieben.

Initiant ist zufrieden

«Ich bin zufrieden mit der Anzahl Unterschriften», sagte Kuster gestern auf Anfrage. Einige hätten den Brief auch mitgenommen. «Vielleicht verfassen sie selber noch etwas oder schicken ihn selbst.» Im Brief steht: «Es tut uns leid, dass Sie im Zusammenhang mit Ihrer Wahl in Bichelsee und Dussnang in einer für uns nicht akzeptablen Weise verletzt worden sind.» Und: «Wir distanzieren uns von jeder selbstherrlichen und aus unserer Sicht missbräuchlichen Bibelauslegung.»

Thema an der nächsten Synode?

In Bichelsee kam es im Frühling zum Eclat bei der Wahl eines neuen Pfarrers. Der Kandidat war ein homosexueller Pfarrer. Im Vorfeld der Versammlung kursierten anonyme Mails mit Bibelzitaten, wonach Männer, die mit Männern «Schande trieben», nach Gottes Recht den Tod verdient hätten. Peter Kuster will diese Themen nun in einer Arbeitsgruppe behandeln. Er klärt ab, was alles nötig ist, damit diese Gruppe parlamentarisch legitimiert ist. «Das kann dauern», sagte er. Denn die nächste Synode der evangelischen Landeskirche findet erst im November 2016 statt. (mvl)