50 Millionen Euro für Projekte rund um den Bodensee

FRIEDRICHSHAFEN. Gemächlich tuckert das Forschungsschiff Kormoran über den Bodensee und vermisst mit seinem Fächerecholot den Seegrund.

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FRIEDRICHSHAFEN. Gemächlich tuckert das Forschungsschiff Kormoran über den Bodensee und vermisst mit seinem Fächerecholot den Seegrund. Nicht weit vom Ufer entfernt prüft derweil ein Mitarbeiter des landwirtschaftlichen Beratungszentrums eine Insektenfalle; seine Kontrollen sollen bei der Entwicklung von Massnahmen zur Bekämpfung der Kirschessigfliege helfen, die den Obst- und Beerenproduzenten in der Region zu schaffen macht. Beobachtet wird er dabei aus dem vorbeifahrenden Zug von einer Touristin aus Berlin, die mit der Tageskarte Euregio Bodensee einen Ausflug in die Stiftsbibliothek St. Gallen macht.

Fünfte Förderperiode bis 2020

Die drei Episoden teilen eine Gemeinsamkeit: Alle sind Bestandteil oder Ergebnis von Projekten des Interreg-Förderprogramms Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein, an dem neben den neun involvierten Schweizer Kantonen auch Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg und das Fürstentum Liechtenstein beteiligt sind. Diese Woche startete in Friedrichshafen das Programm in seine fünfte, bis zum Jahr 2020 dauernde Förderperiode. Als Präsident der Ostschweizer Regierungskonferenz betonte der Thurgauer Regierungsrat Jakob Stark, dass den beteiligten Kantonen gute Beziehungen zu den Nachbarn ein grosses Anliegen sei. Die Tatsache, dass alle Kantone mit eigenen Mitteln zu den Interreg-Fördergeldern beitragen, unterstreiche dies.

Deutlich höhere Fördermittel

Die augenfälligste Änderung im Vergleich zur vorangehenden Förderperiode sind die höheren Fördermittel. In den nächsten sechs Jahren stehen im Programmgebiet, das beidseits des Rheins von Graubünden bis vor die Tore Basels reicht, gut 50 Millionen Euro für grenzüberschreitende Projekte zur Verfügung. Dies entspricht einer Steigerung von 60 Prozent. Den Löwenanteil davon machen die zusätzlichen Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung aus, die den Projektpartnern aus den EU-Mitgliedstaaten zugutekommen. Doch auch auf Schweizer Seite stehen mit den 14,7 Millionen Franken, die der Bund und beteiligte Kantone bereitstellen, etwas mehr Mittel zur Verfügung. Verantwortlich für die Erhöhung ist der Bund, der seinen Beitrag um gut drei Millionen Franken aufgestockt hat.

An Ideen für Projekte fehlt es nicht – bereits sind über 100 Projektvorschläge eingegangen. Weitere können eingereicht werden; Formulare und Informationen gibt es auf der Webseite www.interreg.org. (red.)

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