400 000 Franken für Jazzschule

Die St. Galler Regierung beantragt für die Jazzschule 400 000 Franken aus dem Lotteriefonds. Darüber entscheiden wird das Parlament in der Juni-Session. Es stehen Lotteriefonds-Beiträge in der Höhe von total 4,2 Millionen zur Debatte.

Adrian Vögele
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Jazz studieren soll in St. Gallen weiter möglich sein. (Bild: Urs Jaudas)

Jazz studieren soll in St. Gallen weiter möglich sein. (Bild: Urs Jaudas)

St. Gallen. Die Jazzschule St. Gallen sieht nach Jahren der Ungewissheit einen Silberstreifen am Horizont: Dank einer Kooperation mit der privaten Fachhochschule Kalaidos wird sie ab September wieder einen Lehrgang anbieten – wenn sich mindestens acht Studierende anmelden und die Finanzierung gesichert ist.

Start mit Überbrückungskredit

In Sachen Geld erhält die zweitälteste Jazzschule der Schweiz nun Schützenhilfe von der Kantonsregierung: Diese beantragt dem Parlament,

einen Überbrückungskredit von 400 000 Franken aus dem Lotteriefonds zu sprechen – für den Betrieb der Jazzschule in den nächsten drei Jahren. Es stehe «ausser Zweifel», dass die Jazzschule eine «wünschbare Ausbildung am Standort St. Gallen» anbiete, schreibt die Regierung. Der «ausserordentliche, einmalige Überbrückungskredit» umfasst einen fixen Betrag von 250 000 Franken für die ersten zwei Schuljahre sowie eine Defizitgarantie von 150 000 Franken für das dritte Schuljahr.

Letztere soll ausbezahlt werden, wenn die mittel- und längerfristige Finanzierung mehr Zeit als geplant beansprucht. So oder so fliesst das Lotteriegeld aber nur, wenn die Mindest-Teilnehmerzahl erreicht ist und der Lehrgang tatsächlich durchgeführt wird.

Das allein reicht für die Finanzierung jedoch noch nicht aus. Von der Stadt St.

Gallen wird erwartet, dass sie den Kredit um weitere 50 000 Franken ergänzt, zudem rechnet die Schule mit jährlich 250 000 Franken aus dem Migros-Kulturprozent. Schliesslich müssen auch die Studiengebühren mehr als verdoppelt werden – von 6000 auf 14 000 Franken jährlich.

Musikfest 2011 in St. Gallen

Musikgehör hatte die Regierung auch für das Grossvorhaben der Blasmusikvereine in der Stadt St. Gallen: Im Juni 2011 führen sie das Eidgenössische Musikfest (EMF) durch.

Es findet alle fünf Jahre statt und lockte bei der letzten Austragung in Luzern über 150 000 Besucher an. Im Bewerbungsverfahren hat sich St. Gallen gegen Frauenfeld durchgesetzt. Das Musikfest soll an zwei Wochenenden zwischen Olma und Marktplatz über die Bühne gehen – als erstes eidgenössisches Fest in St. Gallen seit 30 Jahren. Aus dem Lotteriefonds sind 590 000 Franken für das Fest vorgesehen.

Unterstützung für Archäologie

Während die einen für die Zukunft planen, graben andere in der Vergangenheit: Die Kantonsarchäologie soll 400 000 Franken Lotteriegeld erhalten – unter anderem deshalb, weil ihre Arbeit mitunter schwer zu planen ist. Die überraschende Entdeckung des Sarkophags unter dem St. Galler Klosterplatz hat dies erneut deutlich gezeigt.

Die Regierung will der Kantonsarchäologie deshalb einen Rahmenkredit von 300 000 Franken für nicht planbare und nicht verschiebbare Grabungen im Zusammenhang mit Bauvorhaben zur Verfügung stellen. Dazu kommen 100 000 Franken für planbare Projekte.

Für geschichtliche Forschung über dem Boden ist der höchste Lotteriefonds-Beitrag des ersten Halbjahres 2010 vorgesehen: Das Buchprojekt «Kunstdenkmäler des Kantons St.

Gallen», das zwischen 1951 und 1970 mit fünf Bänden bereits begonnen wurde, soll wieder aufgenommen werden – mit Hilfe eines Kantonsbeitrags von 600 000 Franken.