300 Streitfälle

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Knapp 300 Fälle hat die Schlichtungsstelle für Miet- und Pachtverhältnisse St. Gallen im vergangenen Jahr bearbeitet. Die häufigsten Gründe für Streitereien sind: Anfechtungen von Kündigungen, Klagen zu Nebenkosten- und Heizkostenabrechnungen, Mängel in Wohnungen. Und Mietzinsanfechtungen? Sie sind heute selten. Der Grund: Der Referenzzinssatz ist seit Sommer 2015 auf einem Tiefstand. Wird eine Welle von Klagen erwartet, wenn er auf Juni sinken sollte und Vermieter ihn nicht an die Mieter weitergeben? Die Antwort lautet: Nein. Die Mieter seien heute sehr wohl über ihre Rechte informiert, doch die wenigsten wollten es sich mit dem Vermieter verderben – und forderten die Senkung deshalb nicht ein. Klagen wegen Mietzinserhöhungen seien häufiger. Die Schlichtungsstelle St. Gallen ist eine von sieben im Kanton. Ihre Aufgabe und ihr Ziel ist, die strittigen Parteien an einen Tisch zu bringen und Lösungen zu finden; dies gelingt in etwa 60 Prozent der Fälle. Der nächste Gang wäre jener ans Gericht, was selten passiert.