300 Kinderpornos aus dem Netz

Die Polizei hat auf dem Computer eines Familienvaters mehrere hundert pornographische Kurzfilme aus dem Internet gefunden. Das Kreisgericht Rorschach sprach ihn frei.

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RORSCHACH. Ein 44jähriger Wirt musste sich gestern vor dem Kreisgericht Rorschach verantworten. Der zweifache Vater wurde beschuldigt, während eines Jahres über 300 Kurzfilme mit harter Pornographie aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Laut Anklageschrift hatte der Beschuldigte die Software so installiert, dass die Filme beim Herunterfahren des Computers automatisch gelöscht wurden. Konsumiert wurde das Material vor allem über Mittag, wie «20 Minuten» berichtete.

Bedingte Geldstrafe gefordert

Besonders oft soll er pornographische Filme mit Kindern bezogen haben. Die Bundespolizei konnte den Computer des Beschuldigten anhand der heruntergeladenen Dateien ausmachen. Die Staatsanwaltschaft wollte den Mann zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 50 Franken sowie einer Busse in der Höhe von 900 Franken schuldig sprechen.

WLAN-Verbindung missbraucht

Der Angeklagte zeigte sich erschüttert über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Er habe mit solchen Dingen nichts zu tun, sagte er gestern vor Gericht. Er müsse sich aber vorwerfen lassen, dass er zu naiv gewesen sei. Jeder Gast habe das Passwort für das WLAN in seinem Restaurant erhalten. Offenbar habe jemand die Verbindung missbraucht.

Die Anklage konnte dem Wirt in keinem einzigen Fall beweisen, dass er die Filme selber heruntergeladen oder konsumiert hatte. Für das Gericht gab es erhebliche Anzeichen dafür, dass die Anschuldigungen nicht stimmten. Es sprach den Mann von den Vorwürfen frei. (ar)