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30 POLIZISTEN IM EINSATZ: St.Galler niedergeschlagen, in Auto gezerrt und nach Arbon entführt

Die Kantonspolizei Thurgau befreit bei einer fingierten Geldübergabe einen 21-jährigen Schweizer. Der St.Galler wurde von im Oberthurgau wohnhaften Personen in Winterthur entführt. Es ging wohl um Schulden.
Sebastian Keller
Im Umfeld des Arboner Einkaufszentrums Novaseta, bei der Coop-Tankstelle, fand die fingierte Geldübergabe statt. Die Kantonspolizei Thurgau konnte das Entführungsopfer unverletzt befreien. (Bild: Max Eichenberger)

Im Umfeld des Arboner Einkaufszentrums Novaseta, bei der Coop-Tankstelle, fand die fingierte Geldübergabe statt. Die Kantonspolizei Thurgau konnte das Entführungsopfer unverletzt befreien. (Bild: Max Eichenberger)

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Der «Tatort» wird zwar erst am Sonntagabend ausgestrahlt. Eine Vorlage für eine Folge liefert wieder einmal die Realität –und zwar bereits in der Nacht auf Samstag. Ausgangspunkt ist Winterthur: Am Freitagabend wird ein 21-jähriger Schweizer niedergeschlagen, in ein Auto gezerrt und nach Arbon entführt. Die mutmasslichen Täter wollen offenbar mehrere tausend Franken Schulden eintreiben. Auf der Fahrt in den Oberthurgau – die rund eine Stunde gedauert haben dürfte – wird das Opfer gezwungen, einen Angehörigen anzurufen. Dieser soll das Geld beschaffen und an die Entführer übergeben. Der Verwandte ruft die Polizei an.

In Arbon erwartet die Entführer nicht das ersehnte Geld, sondern die Spezialeinheit der Kantonspolizei Thurgau. Zusammen mit dem Angehörigen bereitete diese gegen 2 Uhr eine fingierte Geldübergabe beim Arboner Einkaufszentrum Novaseta vor. Den rund 30 Polizisten gelingt es, den 21-Jährigen unverletzt zu befreien. Die Befreiung erfolgte ohne Schussabgabe, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur SDA sagte. Die Täter seien unbewaffnet und offenbar vom grossen Polizeiaufgebot überrascht gewesen. Sie hätten bei der Festnahme keinen Widerstand geleistet. Anschliessend wurden sie abgeführt und in Haft gesetzt.

Insgesamt sechs Personen an Entführung beteiligt

Bei den mutmasslichen Tätern handelt es sich um einen 23-jährigen sowie einen 24-jährigen Schweizer, einen 23-jährigen Mazedonier und einen 25-jährigen Kosovaren. Wie Polizeisprecher Andy Theler auf Anfrage sagt, befanden sich die Männer auch am Sonntag noch in Haft. Die Staatsanwaltschaft habe Untersuchungshaft beim Zwangsmassnahmengericht beantragt. Dies gelte auch für zwei weitere Männer, die an der Tat beteiligt waren. Die Kantonspolizei nahm sie am Samstagnachmittag respektive am Sonntag fest. Alle mutmasslichen Täter wohnen im Oberthurgau, sagt Theler. «Opfer und Täter kannten sich.» Das 21-jährige Entführungsopfer ist im Kanton St.Gallen zu Hause.

Die genauen Hintergründe werden nun abgeklärt. Die Staatsanwaltschaft Bischofszell, in deren Zuständigkeit Arbon fällt, führt eine Strafuntersuchung. Den mutmasslichen Tätern droht wegen Freiheitsberaubung und Entführung gemäss Strafgesetzbuch Gefängnis bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Ihnen könnten weitere Straftaten wie schwere Drohung und Nötigung zu Lasten gelegt werden, wie der Polizeisprecher bestätigt.

Entführungen im Thurgau sind selten, sehr selten. So berichtete die Polizei in den vergangenen zehn Jahren kein einziges Mal von einem Fall, wie ein Blick in deren News-Archiv zeigt.

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