30-Jähriger für fünf Überfälle verurteilt

Kreisgericht Ein 30jähriger Schweizer hatte sich vergangene Woche vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft warf ihm eine lange Liste an Straftaten vor, die er mehrheitlich bestritt (Ausgabe vom 25. und 26. November).

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Kreisgericht Ein 30jähriger Schweizer hatte sich vergangene Woche vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft warf ihm eine lange Liste an Straftaten vor, die er mehrheitlich bestritt (Ausgabe vom 25. und 26. November). Nun ist das Zwischenurteil veröffentlicht worden. Es enthält mehrere Frei-, aber auch viele Schuldsprüche.

Der wichtigste Freispruch betrifft einen Raubüberfall auf die McDonald's-Filiale in Abtwil. Ein unbekannter Täter hatte dabei im Dezember 2013 auf den Schichtleiter geschossen. Die Kugel bohrte sich in den Unterarm des Angestellten. Nachdem der Täter weitere fünf Schüsse abgegeben hatte, floh er ohne Beute. Teilfreisprüche erhält der Beschuldigte auch im Falle eines Überfalles auf einen Erotiksalon in St. Gallen, den er gestanden hatte. Das Gericht spricht ihn vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens und der einfachen Körperverletzung frei. Auch sieht es das fünfköpfige Richtergremium nicht als erwiesen an, dass er im Gefängnis Altstätten einen Fluchtversuch mit Geiselnahme vorbereitet hat.

Raub mit schwerer Körperverletzung

Für fünf Raubüberfälle spricht das Kreisgericht Schuldsprüche aus. Dabei handelt es sich um das Hotel Uzwil, einen Tankstellenshop in Bronschhofen, den McDonald's in Wil, einen weiteren Tankstellenshop in Wil und den Erotiksalon in St. Gallen. Beim Erotiksalon erhält der Mann zusätzlich Verurteilungen wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung und Sachbeschädigung. Eine weitere Straftat, die ihm zur Last gelegt wird, hatte sich 2012 in Chur ereignet. Mit zwei Kollegen wollte er einen problematischen Mieter aus seiner Wohnung weisen. Sie fesselten und schlugen den Mann. Dafür wird er vom Gericht wegen einfacher Körperverletzung, Raufhandel, Freiheitsberaubung und Hausfriedensbruch für schuldig erklärt.

Zweiteiliges Verfahren

Die restlichen Schuldsprüche betreffen Drohung, Nötigung, grobe Verletzung der Verkehrsregeln, Führen eines Motorfahrzeuges ohne gültigen Ausweis, Hinderung einer Amtshandlung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz. Das Kreisgericht führt das Verfahren zweiteilig durch. Im ersten Teil ging es um die Beurteilung, für welche Taten der Beschuldigte verantwortlich gemacht wird. Nachdem die Richter nun über Schuld- und Freisprüche befunden haben, wird die Staatsanwaltschaft die Höhe des Strafmasses beantragen. Danach kommt es zur Hauptverhandlung.

Falls das Gericht zum Schluss kommt, dass neue Gutachten zum psychischen Zustand des Beschuldigten nötig sind, könnte es bis zur Fortsetzung der Gerichtsverhandlung noch einige Zeit dauern. (cis)