28 Jahre im Dienst der Wähler

ST.GALLEN/HERISAU. Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz (CVP/SG) und Ständerat Hans Altherr (FDP/AR) treten nach 16 beziehungsweise 12 Jahren im Amt im Oktober nicht mehr an. Das Résumé ihrer Zeit in Bern.

Richard Clavadetscher
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Lucrezia Meier-Schatz und Hans Altherr beim Bilanz-Gespräch in der Tagblatt-Redaktion. (Bild: Urs Bucher)

Lucrezia Meier-Schatz und Hans Altherr beim Bilanz-Gespräch in der Tagblatt-Redaktion. (Bild: Urs Bucher)

«Ich bin dankbar, dass ich diese spannende Lebensphase habe erleben dürfen»: Dies sagt die St.Galler Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz zu ihrer Zeit in Bern. Im Herbst vor 16 Jahren wurde die CVP-Frau in den Nationalrat gewählt, Ende November ist nun Schluss: Meier-Schatz tritt nicht mehr an. Auch für Hans Altherr neigt sich die Zeit in Bern dem Ende entgegen. Er, der Ausserrhoder Ständerat (FDP), zieht im Interview eine ähnliche Bilanz wie seine Kollegin: «Ich bin ja nun fast 40 Jahre in der Politik. Dabei waren es immer wieder andere politische Herausforderungen, und zwar auf Stufe Gemeinde, Kanton und Bund. Genau dafür bin ich dankbar.»

Starke Pole, kaum Kompromisse

Für beide war die Zeit im Bundeshaus eine prägende. Geprägt vom Kontakt mit der Bevölkerung, aber auch geprägt von langen Arbeitstagen. «Man hat weniger Zeit, um Beziehungen zu pflegen, man ist der Öffentlichkeit ausgesetzt – was auch bedeutet, dass man jederzeit bereit sein muss, in den Dialog mit der Bevölkerung zu treten. Da muss man sich drauf einstellen», sagt etwa Hans Altherr. Weil aber die Tätigkeit spannend sei, so Meier-Schatz, sei man eher bereit, «Überstunden» zu machen.

Altherr wie Meier-Schatz haben in den vergangenen Jahren auch gemerkt, wie sich das Kräfteverhältnis in der Politik verändert hat. Die Polarisierung sei stärker geworden, Kompromisse zu finden, schwieriger. «Dies blockiert die Entwicklung der Schweiz und muss uns deshalb alarmieren», warnt Meier-Schatz.

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