Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

26'526 Straftaten im Kanton St.Gallen, starker Anstieg von sexuellen Handlungen mit Kindern: Die Fakten zur St.Galler Kriminalstatistik

Die Kriminalität hat 2018 im Kanton St.Gallen um acht Prozent zugenommen. Besonders auffällig: Die Straftaten bezüglich sexuellen Handlungen mit Kindern sind um 266 Prozent angestiegen. Diese und weitere Erkenntnisse haben wir für Sie in Grafiken zusammengefasst.
Tim Naef

Das Wichtigste in Kürze:

  • Im Kanton St.Gallen wurden 2018 26'526 Straftaten begangen. Das ist ein Anstieg von mehr als acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • Die schweren Gewaltdelikte (Tötungsdelikte, schwere Körperverletzungen, schwerer Raub und Vergewaltigungen) haben um 22 Prozent abgenommen. 2017 waren es noch 88 Straftaten 2018 noch deren 69.
  • 2018 bearbeitete die Kantonspolizei St.Gallen 916 Delikte gegen Leib und Leben. Das ist ein Anstieg von rund 5 Prozent im Vergleich zu 2017. Insbesondere Schlägereien, Raubüberfälle und sexuelle Nötigungen haben zugenommen.
  • Die Anzahl an versuchten und vollendeten Tötungen (2018: 12 / 2017: 18), sowie schwere Körperverletzungen (20/25) haben mit einem zweistelligen Prozentsatz – im Vergleich zu 2017 – abgenommen.
  • 2018 wurden 11'926 Vermögensdelikte registriert. Das ist ein Anstieg von sechs Prozent. Aufgrund der neuen Cyber-Unit der Kantonspolizei St.Gallen sind besonders die bearbeiteten Betrugsfälle (+42 Prozent) zu angestiegen.
  • Die Sexualdelikte (500 Fälle) sind mit + 55 Prozent im Vergleich zu 2017 stark angestiegen. Insbesondere bei sexuellen Handlungen mit Kindern ist die Anzahl deutlich gestiegen. Waren es 2017 noch 50 Fälle, registrierten die Strafverfolgungsbehörden 2018 deren 183. Die Kantonspolizei St.Gallen betont, dass die Zunahme hauptsächlich auf die neue Cyber-Unit zurückzuführen ist, welche deutlich grössere Datenmengen überprüfen konnte.
  • Auch die Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel haben zugenommen (+ 8 Prozent). 2018 wurden 352 Tatbestände registriert.
  • Erfreulich ist die Zunahme der Aufklärungsquote. Rund zwei Drittel (62 Prozent) aller Straftaten konnten aufgeklärt werden. Die Polizei betont hierbei, dass sämtliche Tötungsdelikte geklärt wurden.

Ausgewählte versuchte und vollendete Tötungsdelikte

12. Februar 2018

Tötungsdelikt in Heiligkreuz (Mels)

Der Beschuldigte attackierte bei einer Auseinandersetzung unter Asylbewerbern sein Opfer mit einem Messer und fügte ihm dabei tödliche Verletzungen zu.

7. April 2018

Versuchte mehrfache Tötung in Rapperswil

Der Beschuldigte stach mit einer Stichwaffe bei einer Auseinandersetzung im Umfeld eines Restaurants mehrmals in den Rücken einen Opfers. Ein Kellner und der Wirt, welche helfen wollten, wurden ebenfalls durch Messerstiche verletzt.

9. Mai 2018

Versuchte Tötung in Gossau

In der Wohnung des Beschuldigten kam es zu einer Auseinandersetzung, worauf das Opfer die Wohnung verliess. Im Treppenhaus gab der Beschuldigte zwei Schüsse mit einem Gewehr ab, welche das Opfer verletzten. Der Täter beging daraufhin Suizid.

16. Mai 2018

Tötungsdelikt in Thal

Der Beschuldigte fügte in seiner Wohnung mit mehreren Stichwaffen seinem Opfer tödliche Verletzungen zu.

18. Mai 2018

Tötungsdelikt in Wil

Der Beschuldigte stach mit einer Stichwaffe auf seine Ehefrau ein und verletzte sie tödlich.

28. Oktober 2018

Versuchte Tötung in Montlingen

Nach einer verbalen Auseinandersetzung vor einem Club gingen mehrere Beschuldigte auf den Geschädigten los. Sie verletzten ihn derart schwer, dass das Opfer mit Kopf- und Bauchverletzungen sowie Stichverletzungen im Rücken lebensbedrohlich verletzt wurde.

Gemeingefährliche Delikte und Häusliche Gewalt

Zunahme der Brandstiftungen von 17 (2017) auf 28 (2018). Die Aufklärungsquote liegt hier bei 61 Prozent. Die Kantonspolizei St.Gallen betont, dass die 17 Delikte von 2017 auf einem enorm tiefen Wert lagen und der Anstieg im jahresüblichen Mittel liegt.

Unter häuslicher Gewalt wird die Anwendung oder Androhung von Gewalt unter Paaren in bestehender oder aufgelöster ehelicher oder partnerschaftlicher Beziehung, zwischen Eltern (auch Stief-/Pflegeeltern) und Kind oder zwischen weiteren Verwandten verstanden.

Delikte gegen die sexuelle Integrität

Die Kapo St.Gallen verzeichnete eine Zunahme von 55 Prozent bei Delikten gegen die sexuelle Integrität. Die Aufklärungsquote bei diesen Straftaten lag bei 95 Prozent. Die Polizei schreibt, dass die Zunahme der Anzahl sexueller Handlungen mit einem Kind, hauptsächlich auf einen Fall mit diversen Delikten zurückzuführen ist. Zudem sei die Zunahme der sexuellen Nötigungen von 15 (2017) auf 56 (+273 Prozent) im wesentlichen auf die Anzahl der üblicherweise vorkommenden Delikte zurückzuführen. 2017 sei diese auf ein Rekordtief gesunken. Stark abgenommen haben die Vergewaltigungsanzeigen. Waren es 2017 noch 29 Anzeigen, verzeichnete die Kapo St.Gallen im vergangenen Jahr deren 18 (-38 Prozent).

Delikte gegen das Vermögen

Während die Anzahl Entreissdiebstählen gesunken ist, wurden mehr Fälle von Veruntreuung sowie Hehlerei festgestellt. Insgesamt liegt die Aufklärungsquote bei Delikten gegen das Vermögen bei 33 Prozent.

Einbrüche und Raubdelikte

  • Zunahme von Einbruchsdiebstählen um 5 Prozent (Aufklärungsquote bei 28 Prozent).
  • Zunahme von Einschleichdiebstählen um 8 Prozent (Aufklärung: 18 Prozent)
  • Bei den 70 Raubdelikten (+43 Prozent) liegt die Aufklärungsquote bei 57 Prozent. Bei schwerem Raub (19 Straftaten) liegt die Quote bei 53 Prozent.
  • Die Polizei schreibt, dass die Zunahme vor allem in der Stadt St.Gallen und in der Region Bodensee-Rheintal zu beobachten ist.

Starke Zunahme von Betrugstatbeständen

2018 verzeichnete die Kantonspolizei 307 Betrugstatbestände. Das ist ein Anstieg von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

2018 stiegen statistisch gesehen die Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz um 8 Prozent von 4634 auf 4986 Straftaten. Auffallen sind, laut der Kapo St.Gallen, die hohen Sicherstellungsmengen von Kokain (2017: 4,8 Kilogramm, 2018: 17,1 Kilogramm).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.