Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

24-Jähriger verurteilt: Opfer aus Wut in den Kopf geschossen

Ein 24-jähriger Deutscher liess nahe Feldkirch seine aufgestaute schlechte Laune an einem 42-jährigen Rumänen aus und verletzte ihn schwer. Nun stand er vor Gericht.
Christiane Eckert
Insgesamt 14-Mal schoss der Beschuldigte dem Rumänen mit einer Gaspistole ins Gesicht. (Bild: Urs Jaudas)

Insgesamt 14-Mal schoss der Beschuldigte dem Rumänen mit einer Gaspistole ins Gesicht. (Bild: Urs Jaudas)

Der 24-jährige Dachdeckerhelfer weiss, dass er sowohl ein Alkohol- als auch ein Aggressionsproblem hat. Doch bislang suchte er keine Hilfe. Wenn man seinen Angaben Glauben schenkt, ist dies jetzt in der Untersuchungshaft anders. Er mache eine «Maltherapie» und wolle das Trinken in den Griff bekommen, sagte er vor dem Landesgericht in Feldkirch. Am 25. April musste ein 42-jähriger Rumäne dafür büssen, dass der 24-jährige Deutsche sich nicht unter Kontrolle hatte.

Der Angeklagte traf am Bahnhof der vorarlbergischen Ortschaft Klaus nahe Feldkirch auf sein Opfer. Er schoss ihm mit einer Gaspistole 14-mal auf Kopf und Oberkörper. Acht Kugeln steckten danach im Körper des Opfers. Der damals 42-Jährige musste operiert werden. Eine Kugel hatte ihn ins Auge getroffen und die Augenhöhle zertrümmert. Der Mann, der im Bezirk Bludenz wohnt, hatte grosses Glück, dass der Augapfel nicht geschädigt wurde. Er lag mehrere Tage im Krankenhaus.

Alkohol auf beiden Seiten

Der Angeklagte, der mit Wodka und Whisky bereits einiges intus hatte, war an jenem Tag «geladen». Er hatte zuvor Streit. Der 24-Jährige versuchte seine Beweggründe in Worte zu fassen:

«Ich kann nicht erklären, warum man in dieser Situation so überreagiert. Ich war mit mir nicht im Reinen. Alles, was sich in mir aufgestaut hatte, hat sich in dem Moment entladen»

Der Rumäne habe ihn belästigt, um Zigaretten angebettelt. Dem widersprach das Opfer. Der angeklagte Deutsche hat eine kräftige Statur und ist mittelgross. Der Rumäne hingegen ist auffallend klein und schmächtig und war dazu mit drei Promille alkoholisiert.

«Es wäre ein Leichtes gewesen, den Kontrahenten einfach wegzuschubsen», so die Staatsanwältin. Auch das Richtergremium kam zum Ergebnis: «Aufgrund der Art und Weise des Vorgehens kommt nur Absicht in Betracht. Man kann nicht am Bahnhof einfach jemandem ins Gesicht schiessen, auch wenn man noch so sauer ist.»

Das Urteil, zweieinhalb Jahre Haft, befand der reumütig ­wirkende Angeklagte als äusserst«fair». Er bedankte sich gar beim Richter. Knapp 3000 Euro Schmerzensgeld will er dem Opfer bezahlen, sobald er kann.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.