2017 ist der Thurgau an der Reihe

Während sich Liechtenstein als Olma-Gastland präsentiert, steht der nächste Ehrengast bereits in den Startlöchern. Der Thurgau lässt sich seinen Olma-Auftritt nächstes Jahr 1,5 Millionen Franken kosten.

Christof Lampart
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Liechtensteiner Trachtengruppe am Olma-Umzug: Im nächsten Jahr marschieren hier Gäste aus dem Kanton Thurgau. (Bild: Ralph Ribi)

Liechtensteiner Trachtengruppe am Olma-Umzug: Im nächsten Jahr marschieren hier Gäste aus dem Kanton Thurgau. (Bild: Ralph Ribi)

Unruhige Nächte verbringt der operative Leiter des Thurgauer Olma-Auftritts 2017 derzeit keine: Werner Dickenmann weiss als einstiger Vize-OK-Präsident des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes, wie der Hase läuft. Mit dem aktuellen Planungsstand könnte er nicht zufriedener sein: «Die Leute fürs OK sind zusammen und haben schon einiges an Arbeit geleistet.»

Vorgesehen ist, dass das OK im November dem Lenkungsausschuss das Konzept und das Budget präsentiert. Deshalb will Dickenmann vorerst auch keine Ideen oder gar konkrete Projekte verraten. «Zuerst werden wir dem Lenkungsausschuss, der unter der Leitung von Regierungsrat Walter Schönholzer steht, unsere Ideen erklären. Danach werden wir an den Details feilen und die genauen Pläne im Mai 2017 an einer Medienkonferenz präsentieren.» An der Thurgauer Messe Wega, die Ende September stattfindet, sollen dann erste Ausschnitte des Auftritts gezeigt werden. Für den Olma-Auftritt wurde ein Lotteriefondsbeitrag in der Höhe von 1,5 Millionen gesprochen.

«Spannungsbogen langsam aufbauen»

Dass der Vorsitz der Lenkungsgruppe in den vergangenen Monaten vom jetzigen alt Regierungsrat Kaspar Schläpfer (FDP) zu seinem Parteikollegen und Amtsnachfolger Walter Schönholzer wechselte, sei für das Fortkommen des Projekts nicht hinderlich, so Dickenmann: «Walter Schönholzer hat sich ganz toll ins Projekt eingelesen und eingearbeitet», lobt er. Im Anschluss an die Präsentation im Mai 2017 gelte es, «den Spannungsbogen bis zum 12. Oktober 2017 langsam aufzubauen und hochzuhalten». An jenem Datum wird die 75. Olma eröffnet werden.

Schon jetzt mit dem Programm werbemässig in die Offensive zu gehen, davon hält Werner Dickenmann überhaupt nichts: «Wir Thurgauer arbeiten gerne erst einmal und gleisen alles so auf, dass es möglichst ein Erfolg wird. Wenn wir dann die selber gesteckten Ziele übertreffen, so ist dies sicherlich besser als im umgekehrten Fall», erklärt der Frauenfelder. Gestaltet wird die Thurgauer Olma-Kampagne von der Werbeagentur Koch Kommunikation aus Frauenfeld, die die Ausschreibung gewonnen hat. Auch wenn Dickenmann noch nicht verrät, in welche Richtung es gehen soll, lässt er immerhin durchschimmern: «Uns ist wichtig, dass der gesamte Kanton sich im Auftritt wiederfindet. Also beispielsweise auch Diessenhofen.»

Auftritt von 1998 als Messlatte

Dass es der Thurgau als Nachbarkanton schwieriger haben dürfte, in St. Gallen mit Neuem zu glänzen oder sogar eine unbekannte Seite zu offenbaren, dessen ist sich Dickenmann durchaus bewusst. «Das ist schon eine grosse Herausforderung für uns, aber ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen werden.» Bei diesem Vorhaben kann das OK nicht nur auf viel Hilfe von Kanton, Vereinen und Verbänden zählen, sondern auch auf «einen sehr guten Support durch die Olma-Messen». Letzteres vor allem, wenn es darum geht, den Olma-Umzug des Gastkantons zusammenzustellen. «Mehr als 35 Nummern sollte er nicht umfassen», weiss Dickenmann.

Dass die Messlatte für den nächstjährigen Auftritt ziemlich hoch liegt, haben die Thurgauer selbst «verschuldet». Denn beim letzten Olma-Auftritt im Jahr 1998, der unter dem Motto «Aussen Grün. Innen Thurgau» stand, gelang es, den Besucherinnen und Besuchern das Bild eines selbstbewussten Kantons zu vermitteln. «Daran wollen wir jetzt anknüpfen», sagt Werner Dickenmann.