200-Tonnen-Stahlkoloss gleitet über den Rhein

Ist die neue Rheinbrücke bei St. Margrethen fertiggestellt, sind schnellere Zugfahrten zwischen Vorarlberg und der Schweiz garantiert. Um höheren Temperaturen und einem Ausdehnen des Stahls entgegenzuwirken, wurde gestern mit der Millimeterarbeit bereits um vier Uhr früh begonnen.

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St. Margrethen - öbb Baustelle Einschub der XXL - Stahlteile zum Neubau der Rheinbrücke (Bild: Ralph Ribi)

St. Margrethen - öbb Baustelle Einschub der XXL - Stahlteile zum Neubau der Rheinbrücke (Bild: Ralph Ribi)

Ist die neue Rheinbrücke bei St. Margrethen fertiggestellt, sind schnellere Zugfahrten zwischen Vorarlberg und der Schweiz garantiert. Um höheren Temperaturen und einem Ausdehnen des Stahls entgegenzuwirken, wurde gestern mit der Millimeterarbeit bereits um vier Uhr früh begonnen. Zwei je 100 Meter lange und fast 200 Tonnen schwere Stahlträger wurden zwischen Lustenau und St. Margrethen mit Hydraulikpressen und Kran über den Rhein verschoben. Eine Teflonschicht diente als zusätzliche Gleitfläche, um die 200 Tonnen Stahl – das entspricht dem Gewicht von drei Lokomotiven – bewegen zu können. Die Arbeiten sind Teil des grenzüberschreitenden Ausbaus der Bahnstrecke. Das Gesamtprojekt bringt Verbesserungen: Mit der Anhebung der Brücke wird der Hochwasserschutz erweitert und ein durchgängiges Gleisschotterbett reduziert den Bahnlärm. Der erste Langträger war bereits Ende Februar erfolgreich eingeschoben worden. Mit dem zweiten XXL-Stahlteil erfolgte gestern der Abschluss. Meter für Meter wurde dabei der Kastenträger bis in die Schweiz vorgeschoben – eine technische und logistische Grossaufgabe für Montagemannschaft und Ingenieure. Der neue Streckenabschnitt wird im Rahmen einer siebenwöchigen Streckensperre ab Februar 2013 in die bestehende Strecke integriert. Ende März 2013 werden die ersten Züge über die imposante Brücke fahren. (red.)