200 Pouletmast-Betriebe in der Ostschweiz geplant

ST.GALLEN/BERN. Die Nachfrage nach Pouletfleisch steigt seit Jahren. Vom Poulet-Boom profitieren wollen auch die Ostschweizer Bauern. In den nächsten fünf bis zehn Jahren sollen in den Ostschweizer Kantonen bis zu 200 Pouletmast-Betriebe entstehen.

Andri Rostetter/Denise Lachat
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Ein Mastbetrieb benötigt eine Fläche von bis zu 2000 Quadratmetern. (Bild: Keystone/Archiv)

Ein Mastbetrieb benötigt eine Fläche von bis zu 2000 Quadratmetern. (Bild: Keystone/Archiv)

ST.GALLEN/BERN. Die Nachfrage nach Pouletfleisch steigt seit Jahren. Vom Poulet-Boom profitieren wollen auch die Ostschweizer Bauern. In den nächsten fünf bis zehn Jahren sollen in den Ostschweizer Kantonen bis zu 200 Pouletmast-Betriebe entstehen, wie Andreas Widmer, Geschäftsführer des St.Galler Bauernverbands, sagt. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft erfordere unternehmerisches Denken. Dazu gehöre der Aufbau neuer Betriebszweige wie etwa einer Pouletmast.

Keine exakten Zahlen

Eine Masthalle benötigt bis zu 2000 Quadratmetern Boden. Umweltschützer zeigen sich deshalb besorgt. Mit dem Bau von immer mehr und immer grösseren Ställen und Masthallen gehe Jahr für Jahr viel Kulturland verloren, schreibt der WWF in einer Medienmitteilung. Dies würden Zahlen aus verschiedenen Kantonen belegen. Im Kanton St.Gallen sind in den vergangenen zehn Jahren 146 Hektaren Kulturland verlorengegangen, wie aus einem Bericht der Kantonsregierung hervorgeht. Wie viele davon für landwirtschaftliche Bauten genutzt wurden, ist unklar – exakte Zahlen dazu gibt es nicht.

Bauerndemo in Bern

Der Kulturlandverlust war gestern auch Thema auf dem Bundesplatz in Bern, im Rahmen einer Demonstration, zu der zehntausend Bauern aus allen Landesteilen aufmarschiert waren. Im Zentrum ihrer Kundgebung stand aber der Protest gegen die vom Bundesrat geplanten Kürzungen der Direktzahlungen; für 2017 bis 2021 stehen 800 Millionen Franken zur Diskussion. In einem bereits schwierigen Marktumfeld seien die Sparmassnahmen unzumutbar. Darum wurde dem Bundesrat gestern die rote Karte gezeigt.

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