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16'000 Quadratmeter mit Seeanstoss: Baut sich Roger Federer in Rapperswil-Jona sein neues Domizil?

Unter Immobilienhändlern in der Stadt Rapperswil-Jona gilt es als «offenes Geheimnis», dass Tennis-Superstar Roger Federer ein Luxus-Anwesen am Zürichsee bauen lässt. Die offiziellen Stellen hüllen sich in auffälliges Schweigen.
Pascal Büsser

Dieser Text erschien zuerst in der Linth-Zeitung.

Mirka und Roger Federer: Bald in Rapperswil-Jona am Zürichsee?

Mirka und Roger Federer: Bald in Rapperswil-Jona am Zürichsee?

Es handelt sich um ein extrem rares Gut: Die letzte grosse Parzelle mit direktem Seeanstoss in der Kempratner Bucht. Sie umfasst gut 16'000 Quadratmeter. Experten schätzen allein den Wert des Bodens auf 40 bis 50 Millionen Franken. «50 Millionen sind viel zu hoch», sagt Rechtsanwalt Walter Locher aus St. Gallen. Ohne allerdings eine präzisere Zahl zu nennen. Der Anwalt und FDP-Kantonsrat vertritt die Bauherrschaft des «Seepark» Kempraten. Aktuell ist das die Erbengemeinschaft Otto Rühle.

Doch in der Immobilienszene der Stadt gilt es als «offenes Geheimnis», dass Tennis-Superstar Roger Federer hinter dem Projekt steht. Dies bestätigen zwei lokale Experten unabhängig voneinander, die allerdings nicht namentlich genannt werden möchten.

Dementieren will niemand

Zieht es Roger Federer also zurück an den Zürichsee, nachdem er seinen zivilrechtlichen Wohnsitz 2015 ins bündnerische Valbella verlegte und im letzten Jahr sein 1200-Quadratmeter-Grundstück in Wollerau verkaufte? (Ein zweites Domizil hat er weiterhin in Dubai.) Locher will dies «weder dementieren noch bestätigen.» Für eine solche exklusive Wohnlage gebe es immer eine Reihe von Interessenten.

Fast identisch tönt es bei Stadtpräsident Martin Stöckling (FDP). Nicht einmal hypothetisch möchte er sich dazu äussern, was ein Zuzug von Tennis-Superstar Federer für die Stadt imagemässig oder steuertechnisch bedeuten würde. «Es liegt auf der Hand, dass solche Lagen interessant sind für gute Steuerzahler», sagt er einzig.

Der kantonale Finanzchef Beni Würth (CVP) schreibt auf Anfrage: «Aus grundsätzlichen Gründen geben wir zu möglichen Überbauungen und den damit verbundenen Wohnsitznahmen keine Auskunft.»

«Ich vermische nie etwas»

Er hätte gerne, man würde seitens der Medien auch einmal warten, bis eine Sache spruchreif sei, sagt der St. Galler Anwalt Walter Locher. Noch sei das Grundstück seiner Mandanten in der Kempratener Bucht nicht verkauft. Der Vertreter der Bauherrschaft des Überbauungsprojekts ist in Rapperswil-Jona bestens vernetzt, nicht zuletzt als Verwaltungsrat des Circus Knie. Er verwahrt sich jedoch gegen die Annahme, seine Verbindungen würden über Roger Federer bis zu dessen mutmasslich künftigem Nachbarn und Freund Jorge Lemann reichen. Das wäre insofern besonders, als Locher vom Kanton St. Gallen mit der unabhängigen Administrativuntersuchung zum Spesenmissbrauch am HSG-Lehrstuhl betraut war, der von Lemann gesponsert wird. «Ich hatte vor Jahren einen kurzen Kontakt mit Lemann. Aber zwischen diesen Mandaten besteht überhaupt keine Verbindung.» Er vermische nie etwas, sagt Locher, der als FDP-Kantonsrat auch politisch aktiv ist. (oh)

Gesprächiger zeigt sich Pius Rüdisüli, Gemeindeschreiber in Herrliberg. «Federer ist wie ein Traumschwiegersohn. Jede Gemeinde möchte ihn als Einwohner haben.» In Herrliberg besitzt Federer seit 2011 ein knapp 6000 Quadratmeter grosses Grundstück. Ohne allerdings bis heute ein Projekt dafür eingereicht zu haben. In der Zürcher Goldküstengemeinde war deshalb die Hoffnung schon grösser, dass Federer dort Wohnsitz nimmt.

Enge Bande nach Kempraten

Dafür, dass es sich bei den Bauabsichten in Rapperswil-Jona um mehr als Gerüchte handelt, sprechen sowohl Details des Bauprojekts als auch Federers Verbindungen nach Kempraten.

Laut zuverlässigen Quellen steht hinter dem Projekt je ein Architektenteam aus New York – und Südafrika. Roger Federer besitzt wegen seiner Mutter neben dem Schweizer bekanntlich auch den südafrikanischen Pass. Für die Projektkoordination vor Ort zeichen BGS & Partner Architekten verantwortlich. Aus den Bauplänen war zudem ersichtlich, dass im Aussenbereich ein Tennisplatz sowie auch eine inwendige Sportinfrastruktur vorgesehen ist. Seitens Stadt werden diese Informationen auf Anfrage nicht dementiert.

Federer ist gemäss Medienberichten befreundet mit Jorge Paulo Lemann. Der zweitreichste Schweizer und schweizerisch-brasilianische Doppelbürger besitzt eine Villa direkt an der Stadtgrenze zu Feldbach. Auf dem dortigen Rasenfeld direkt am Zürichsee hat Federer gemäss informierten Kreisen in der Vergangenheit immer wieder trainiert – meist vor der Rasensaison. Lemanns Gattin Susanna sitzt zudem seit 2016 im Stiftungsrat der Roger Federer Foundation, die sich für Bildungsprojekte im südlichen Afrika und der Schweiz engagiert.

Lockere Bauten für «sensible Lage»

Nun ist auch für Federer der rote Teppich in Kempraten ausgerollt. Die Stadt hat für das Luxus-Projekt, das im letzten Herbst während zwei Wochen öffentlich aufgelegen ist, inzwischen grünes Licht gegeben, wie Bauchef Thomas Furrer bestätigt. Zwei Einsprachen wegen der Einfahrt zum Grundstück und Bepflanzungen hätten bereinigt werden können. Insgesamt sei das Projekt in der Nachbarschaft gut aufgenommen worden.

Denn klar ist: Es gibt eine sehr lockere Überbauung mit ein- bis zweistöckigen Flachdachbauten. Verdichtung ist hier kein Thema. Im Gegenteil: Die Ausnützung bleibt unter dem gesetzlich erlaubten Rahmen. Das macht laut Bauherren-Vertreter Locher und «Stapi» Stöckling an dieser «sensiblen Lage» Sinn. Der Bereich am See gilt als landschaftlich empfindliches Siedlungsgebiet. Für die Uferzone sind laut Stadt aktuell keine baulichen Änderungen geplant.

Eine Scheune und ein altes Wohnhaus an der Zürcherstrasse sollen stehen bleiben und in den campus-artigen Gesamtbau integriert werden. Zu weiteren Details hält sich Locher vage. Eine Anfrage um nachträgliche Einsicht in die Bauunterlagen lehnte der Rechtsanwalt mit Verweis auf Verfahrensgrundsätze ab. Ob die Erbengemeinschaft Rühle bis zur Realisierung des Projekts weiter als Bauherrschaft auftritt oder es bereits vorher zu einem Verkauf kommt, ist laut Locher offen. Ebenso der genau Zeitplan. «Die Absicht ist jedoch, dass in naher Zukunft gebaut wird», erklärt er.

«Ich vermische nie etwas»

Er hätte gerne, man würde seitens der Medien auch einmal warten, bis eine Sache spruchreif sei, sagt der St.Galler Anwalt Walter Locher. Noch sei das Grundstück seiner Mandanten in der Kempratener Bucht nicht verkauft. Der Vertreter der Bauherrschaft des Überbauungsprojekts ist in Rapperswil-Jona bestens vernetzt, nicht zuletzt als Verwaltungsrat des Circus Knie.

Er verwahrt sich jedoch gegen die Annahme, seine Verbindungen würden über Roger Federer bis zu dessen mutmasslich künftigem Nachbarn und Freund Jorge Lemann reichen. Das wäre insofern besonders, als Locher vom Kanton St.Gallen mit der unabhängigen Administrativuntersuchung zum Spesenmissbrauch am HSG-Lehrstuhl betraut war, der von Lemann gesponsert wird. «Ich hatte vor Jahren einen kurzen Kontakt mit Lemann. Aber zwischen diesen Mandaten besteht überhaupt keine Verbindung.» Er vermische nie etwas, sagt Locher, der als FDP-Kantonsrat auch politisch aktiv ist. (oh)

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