118km/h innerorts als neuer Negativrekord: In drei Monaten gab es im Kanton St.Gallen fast 70'000 Geschwindigkeitsübertretungen

In der Coronazeit verzeichnet die Kantonspolizei St.Gallen überdurchschnittlich viele Geschwindigkeitsübertretungen. An bestimmten Stellen waren 40 Prozent der Autofahrer zu schnell. 13 Raser, einer von ihnen war innerorts mit 118km/h unterwegs, wurden aus dem Verkehr gezogen.

Philipp Wolf
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Vor allem auf der Autobahn wurde zu schnell gefahren – im Bild die Radaranlage auf der A1 bei Wil.

Vor allem auf der Autobahn wurde zu schnell gefahren – im Bild die Radaranlage auf der A1 bei Wil.

Archivbild. Andrea Stalder

(pw/red) Die Kantonspolizei St.Gallen hat während des Lockdowns Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Dies insbesondere, nachdem sich Meldungen gehäuft haben, dass auf den leeren Strassen teils zu schnell gefahren werde. Wie die Kantonspolizei St.Gallen in einer Mitteilung schreibt, lässt sich allgemein sagen, dass an gewissen Messstellen die Verzeigungsquote, also das Verhältnis zwischen der Gesamtzahl an gemessenen Fahrzeugen und jenen die zu schnell waren, teils sehr hoch war.

Sie bewegten sich in Bereichen zwischen 10 und 40 Prozent, insbesondere im Ausserortsbereich und auf den Autobahnen. Im Innerortsbereich wurden die Geschwindigkeiten tendenziell besser eingehalten. Die Resultate zeigen als Ganzes auf, dass Geschwindigkeitskontrollen nach wie vor nötig sind, um die Verkehrssicherheit weiter zu gewährleisten, heisst es in der Polizeimitteilung weiter.

Fast 70'000 Geschwindigkeitsübertretungen in drei Monaten

Mit diversen Messanlagen wurden vom 8. März bis zum 8. Juni 2020 insgesamt 6'481'782 Fahrzeuge gemessen. Davon wurden bei 69'539 Verkehrsteilnehmenden eine zu hohe Geschwindigkeit gemessen. Davon wurden 1'376 Übertretungen ausserhalb des Ordnungsbussenbereichs, 261 Vergehen und sechs Verbrechen (Raser) registriert. Die restlichen fehlbaren Personen erhielten eine Ordnungsbusse.

Weiter führte die Mobile Polizei Lasermessungen an diversen Orten im Kanton durch. Sieben Verkehrsteilnehmende erhielten eine Ordnungsbusse und es wurden 76 Übertretungen und 53 Vergehen verzeichnet. Weiter konnten fünf Raser angehalten werden. Auch aus Patrouillentätigkeiten resultierten zwei Verbrechens-Tatbestände, bei denen zu hohe Geschwindigkeiten registriert wurden.

Die festgestellten Rasertatbestände

Niederbüren, Sorntal (innerorts, erlaubt 50 km/h)

  •  28-jähriger Bosnier mit seinem Auto mit 106 km/h gemessen
  • 27-jähriger Schweizer mit seinem Auto mit 118 km/h gemessen

Jona, Zürcherstrasse (innerorts, erlaubt 50 km/h)

  • 39-jähriger Spanier mit seinem Motorrad mit 104 km/h gemessen

Mels, Autobahn N13, Höhe Verzweigung Sarganserland (Autobahn, erlaubt 80 km/h)

  • 53-jähriger Autofahrer aus Syrien mit 154 km/h gemessen

St.Gallen, Autobahn A1, Stadtautobahn (ausserorts, erlaubt 80 km/h)

  • 36-jähriger Schweizer mit seinem Auto mit 159 km/h gemessen

Widnau, Espenstrasse (innerorts, erlaubt 60 km/h)

  • 59-jähriger Schweizer mit seinem Auto mit 153 km/h gemessen

Berneck, Gemperenstrasse (innerorts, erlaubt 50 km/h)

  • 19-jähriger Autofahrer aus Deutschland mit 106 km/h gemessen

Heerbrug, Auerstrasse (innerorts, erlaubt 50 km/h)

  • Unbekannter Motorradfahrer mit 115 km/h gemessen

Mosnang, Unterdorf (ausserorts, erlaubt 80 km/h)

  •  22-jähriger Schweizer mit seinem Motorrad mit 145 km/h gemessen

Berg, Pfauenmoosstrasse (ausserorts, erlaubt 80 km/h)

  • 51-jähriger Serbe mit seinem Auto mit 156 km/h gemessen

Lichtensteig, Krinauerstrasse (innerorts, erlaubt 50 km/h)

  • 22-jähriger Schweizer mit seinem Auto mit 111 km/h gemessen

Staad, Hauptstrasse bis Roggwil TG, Schulweg (innerorts, erlaubt 50 km/h)

  • 39-jähriger Autofahrer aus Angola, vorgeworfene Geschwindigkeit: 103 km/h

Gossau, Wilerstrasse (ausserorts, erlaubt 80 km/h)

  • 20-jähriger Serbe mit seinem Auto, errechnete Geschwindigkeit: 157 km/h