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118 Glocken im Konzert

Nächste Woche findet in St. Gallen die Probe für ein Kirchenglockenkonzert statt. Für die Koordination der Töne über die unterschiedlichen Distanzen ist eine ausgefeilte Technik nötig.
Larissa Flammer
Karl Schimke (links) hat mit Hilfe von Thomas Burkart von Muff Kirchturmtechnik alle Glockentöne für die Komposition aufgenommen. (Bild: Urs Bucher)

Karl Schimke (links) hat mit Hilfe von Thomas Burkart von Muff Kirchturmtechnik alle Glockentöne für die Komposition aufgenommen. (Bild: Urs Bucher)

ST. GALLEN. Ein weltweit einzigartiges Projekt bringt alle Kirchenglocken der Stadt St. Gallen «orchestriert» zum Klingen. Das passend «Zusammenklang» genannte Konzert findet im August statt und steht unter der Leitung der Komponistin Natalija Marchenkova Frei und dem Musiker Karl Schimke. Beide wohnen seit vielen Jahren in St. Gallen. Die Idee für das Projekt aber haben sie unabhängig voneinander entwickelt, wie sie gegenüber der Ostschweiz am Sonntag sagten (Ausgabe vom 1. November). Die russische Komponistin ist für die Musik zuständig, der Amerikaner Schimke für Organisation und Durchführung.

29 Kirchtürme gibt es in St. Gallen, darin hängen 118 Glocken. «Alles, was klingen kann, ist dabei», freut sich die Medienverantwortliche Ann Katrin Cooper. Die grösste Glocke hängt im Dom und wiegt 7,5 Tonnen, die 25 Kilogramm leichte Glocke in der Wolfgangkapelle ist die kleinste. Zwei Oktaven können vollständig abgedeckt werden, darüber hinaus ist die Tonleiter lückenhaft – eine Herausforderung für die Komposition.

Neoromantisches Konzert

Das Konzert dauert 35 Minuten. Begonnen wird mit von Schimke inszenierten Anschlägen, die wellenartiges Geläut durch die Stadt schicken. Danach folgt ein etwa 15minütiges komponiertes Stück, das im neoromantischen Stil gehalten ist. «Es wird nichts Abstraktes oder Ultramodernes», sagt Cooper. Unterhalb des Bubenweiers wird die Musik koordiniert zu hören sein, an jedem anderen Punkt in St. Gallen eine Variation davon.

Bis der Schall von der 6,6 Kilometer vom Hörort entfernten Kirche in Winkeln bis zu den Zuhörern gelangt, vergehen etwa 20 Sekunden. Die Schallgeschwindigkeit wird zusätzlich vom Wetter beeinflusst. Einige Glocken werden computergesteuert angeschlagen, andere können nur auf die eine oder andere Art manuell geläutet werden. Dafür erhalten die freiwilligen Mitwirkenden des Projekts per Smartphone einen Countdown und ein Signal zum Auslösen und Stoppen des Schlags.

Nächste Woche wird geprobt

Am Nachmittag des 15. März findet eine Probe mit drei Kirchen statt. Dabei testet Schimke zusammen mit Fachleuten drei verschiedene Anschlagtechniken, um im Anschluss Feinabstimmungen in der Steuereinheit vornehmen zu können. Die Eigenschaften des Schalls werden dabei ebenfalls studiert.

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