10'900 Franken pro Flugstunde

HORN. Die Feuerwehr Horn bezahlt ihren Einsatz auf dem Raduner-Areal aus dem eigenen Budget, die anderen Feuerwehren werden direkt von der Gebäudeversicherung entschädigt. Besonders ins Geld geht die Hilfe der Luftwaffe – sie wird jedoch nicht in Rechnung gestellt.

Adrian Vögele
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Nach dem Löschen folgt das Abrechnen: Derzeit werden die Kosten für den Feuerwehreinsatz auf dem Raduner-Areal zusammengetragen. «Noch kann ich keine Zahl nennen», sagt Bruno Villiger, Kommandant der Feuerwehr Horn.

Allein die Personalkosten dürften mindestens im fünfstelligen Bereich liegen: Angehörige der Feuerwehr Horn erhalten im Einsatz 30 Franken pro Stunde, die umliegenden Feuerwehren haben ähnliche Ansätze. Am 3. August kämpften in Horn insgesamt über 200 Feuerwehrleute den ganzen Tag gegen die Flammen, anschliessend folgte die Brandwache, die bis Donnerstag dauerte.

Sechs Feuerwehren beteiligt

Die Kosten der Löscharbeiten werden aufgeteilt: Die Feuerwehr Horn bezahlt ihren Einsatz aus dem eigenen Budget. «Wir erhalten von der Gebäudeversicherung eine jährliche Pauschale, welche die Kosten für Löscheinsätze abdeckt», sagt Villiger. «Zur Höhe der Pauschale gebe ich keine Auskunft.»

Den Aufwand der Stützpunktfeuerwehr Arbon und der Feuerwehren Egnach, Goldach, Rorschach und Steinach übernimmt direkt die Gebäudeversicherung Thurgau – «unabhängig von der Brandursache», wie Direktor Walter Baumgartner sagt.

«Das fällt unter Spontanhilfe»

Gelöscht hat auch die Luftwaffe: Drei Helikopter kamen zu Hilfe – zwei Super Puma und ein Eurocopter EC 635. Bald machten in Horn Gerüchte zu den Kosten dieses Einsatzes die Runde: Der Super Puma koste 25 000 Franken pro Flugstunde, wurde gemunkelt. So viel ist es nicht: «Der Stundenansatz für den Super Puma beträgt gemäss der VBS-Gebührenordnung 10 900 Franken, jener für den EC 635 liegt bei 5300 Franken», sagt David Marquis, stellvertretender Chef Kommunikation der Luftwaffe. Die Horner müssen nun jedoch keine Rechnung aus Bern fürchten: «Der Löscheinsatz in Horn fällt unter die Spontanhilfe der Armee und verursacht keine zusätzlichen Kosten», sagt Marquis. «Solche Flüge werden innerhalb des ordentlichen Flugstundenbudgets absolviert.» Das gilt auch für andere Hilfseinsätze der Helikopter wie Wassertransporte für die Landwirtschaft oder die Suche nach Vermissten. Die Zahl solcher Einsätze halte sich dieses Jahr im normalen Rahmen, sagt Marquis.

Nach Horn statt auf die Alp

Die Helikopter der Luftwaffe waren in Horn fast den ganzen Tag beschäftigt. Um 8.35 Uhr wurde ein Super Puma, der in Dübendorf gestartet war, um auf einer Alp in der Romandie Kühe mit Wasser zu versorgen, kurzerhand nach Horn beordert. Um 9.35 Uhr startete in Dübendorf ein EC 635, um den Super Puma zu unterstützen. Später machte sich von Alpnach aus ein weiterer Super Puma auf den Weg nach Horn. Erst um 16 Uhr konnte die Luftwaffe die Löschflüge beenden.