1. AUGUST: Polizei warnt vor gefährlichem Feuerwerk

Knallkörper jeglicher Art werden an der Bundesfeier gezündet. Nicht alle sind in der Schweiz legal erhältlich. In den angrenzenden Ländern allerdings schon.

Simon Roth
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Für Feuerwerk bestehen besondere Einfuhrbestimmungen. (Bild: PD)

Für Feuerwerk bestehen besondere Einfuhrbestimmungen. (Bild: PD)

Feuerwerk gehört zur Bundes­feier wie Schoggi-Eier zu Ostern. Am 1. August feuern die Schweizer tonnenweise Raketen zum Himmel. Nur sind die Knallkörper um einiges gefährlicher als die Kakaomasse. Die Kantonspolizei St. Gallen warnt deshalb vor pyro­technischem Material, das im Ausland frei erhältlich – in der Schweiz aber verboten ist.

«Schweizer Kracher» oder «Österreicher Kracher» heissen diese Böller und sind genauso verboten wie «Lady-Crackers», die länger als 22 Millimeter sind oder «Knallteufel» mit einem Satzgewicht von über 2,5 Milligramm. Sie zählen zu den am ­Boden knallenden Feuerwerkskörpern. Diese seien sehr gefährlich, erklärt die Polizei in ihrer Mitteilung. Weil der Verkauf in der Schweiz verboten ist, würden die Böller vielfach illegal importiert. «Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen oder Sachbeschädigungen mit diesen pyrotechnischen Gegenständen», schreibt die Polizei. Zudem fänden viele offizielle Feiern bereits am Vortag, dem 31. Juli, statt. Das Abbrennen von Feuerwerk untersteht dann aber der Bewilligungspflicht. Denn in der Schweiz ist dies auf zwei Tage beschränkt: Silvester und 1. August. Doch auch dann bestehen gesetzliche Rahmenbedingungen. Ohne Bewilligung darf nur Feuerwerk der Kategorien eins bis vier abge­feuert werden. Die Kategorie ist auf der Verpackung abzulesen.

Verkauf nur drei Tage vor Silvester erlaubt

Im Kanton Thurgau sind der Polizei keine grösseren Zwischen­fälle mit verbotenen Feuerwerks­körpern bekannt, wie Mediensprecher Daniel Meili auf Anfrage sagt. Fassbarer ist das Problem an den Grenzübergängen der Kantone Thurgau, Schaffhausen und Zürich. Mehrere hundert Kilogramm Feuerwerk seien vergangenen Silvester beschlagnahmt worden. «620 Kilogramm in 154 Fällen, um genau zu sein», sagt Peter Zellweger, Informations­beauftragter des Schweizer Grenzwachtkorps Region II. Diese Ansammlung erklärt er sich mit der deutschen Gesetzgebung. Diese erlaube den Verkauf der in der Schweiz verbotenen Feuerwerkskörper nur drei Tage vor Silvester. Dies führe dazu, dass in den Tagen vor dem 1. August kaum verbotenes Material eingeführt wird.

Anders sieht die Situation in der Grenzwachtregion III aus. Sie deckt die meisten Ostschweizer Kantone ab. Die Grenzwacht­posten befinden sich vor allem im Rheintal, Graubünden und dem Fürstentum Liechtenstein. Martin Tschirren, Informationsbeauftragter der Grenzwachtregion III, klärt jeweils eine Woche vor der Bundesfeier mit einer Präventionskampagne über das Einfuhrverbot von am Boden knallenden Feuerwerkskörper und die weiteren Bestimmungen auf.

So dürfen «pyrotechnische Gegenstände zu Vergnügungszwecken» bis zu einem Gesamtgewicht von 2,5 Kilogramm über die Grenze genommen werden. Wer bis zu 10 Kilogramm einführt, muss mit einer Busse von 200 Franken rechnen. Zudem wird das Material, welches das ­erlaubte Gewicht überschreitet, eingezogen. Übersteigt das Gewicht der Waren aber 10 Kilogramm, so wird der Fall der ­Kantonspolizei und der Staats­anwaltschaft übergeben. Bei verbotenem Material beträgt die Busse bereits ab einem Gewicht bis einem Kilogramm 100 Franken. Es seien vor allem Personen in den Grenzregionen, die in Österreich einkaufen gingen. «Viele behaupten dennoch, dass sie von der gängigen Gesetzgebung nichts wissen», sagt Tschirren. Die Kantonspolizei St. Gallen informierte deshalb schon vor den Sommerferien über die Bestimmungen: «Allein der Besitz von verbotener Pyrotechnik ist strafbar.» Dies war bis vor einem Jahr noch ­erlaubt, sagt der Medienbeauftragte Florian Schneider. Das Problem sei, dass die Bodenknaller im Ausland sehr billig erhältlich sind. Der Anreiz, zuzugreifen, sei dementsprechend gross.

Simon Roth

simon.roth@tagblatt.ch