1. August: Diese Ostschweizer Gemeinden und Städte verzichten trotz Corona nicht auf eine Bundesfeier

Über zwei Dutzend beabsichtigen nach wie vor, eine Veranstaltung durchzuführen. Die diversen 1.-August-Feiern wurden auf die neuesten Schutzmassnahmen angepasst.

Rosa Schmitz
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Der Nationalfeiertag wird in manchen Ostschweizer Gemeinden und Städten auch dieses Jahr gross gefeiert.

Der Nationalfeiertag wird in manchen Ostschweizer Gemeinden und Städten auch dieses Jahr gross gefeiert.

Bild: Donato Caspari (31.07.2011)

Trotz des Coronavirus sind Anlässe bis 1000 Leute in der Schweiz wieder möglich. Trotzdem sagten viele Gemeinden und Städte in der Ostschweiz ihre 1.-August-Feiern frühzeitig ab. Das Umsetzen der Schutzmassnahmen war für viele Behörden zu umständlich. Oder sie schätzten das Risiko als schlichtweg zu gross ein. Allerdings wollen nicht alle auf ein Fest verzichten. Manche Ostschweizer Gemeinden und Städte lassen es sich trotz Corona nicht nehmen, den Nationalfeiertag gebührend zu feiern. So beabsichtigen über zwei Dutzend nach wie vor, eine Veranstaltung durchzuführen.

Kanton St.Gallen

Allein im Kanton St. Gallen finden 16 Bundesfeiern statt. «Ich denke, jede Gemeinde wird sich Gedanken machen und die beste Lösung für ihre Situation finden», sagt Marco Gadient, Präsident der Ortsgemeinde Flums-Grossberg.

«Wir haben uns entschieden, den Nationalfeiertag wie in den Vorjahren auf der Alp Tannenboden durchzuführen.»
Bruno Seelos, Gemeindepräsident von Berneck.

Bruno Seelos, Gemeindepräsident von Berneck.

Bild: PD

Die Gemeinden Au-Heerbrugg und Berneck haben sich ebenfalls entschieden, fortzufahren. Sie führen ihre regionale Bundesfeier jährlich alternierend in den drei Ortschaften durch. Dieses Jahr findet sie in Berneck statt. «Aufgrund der ansteigenden Infektionszahlen wird es aber eine schlichte, ökumenische Feier in der Kirche mit der Festansprache von Nationalrätin Susanne Vinzenz-Stauffacher», sagt Gemeindepräsident Bruno Seelos.

Wolfgang Kessler, Präsident des Altstätter Verkehrsverein.

Wolfgang Kessler, Präsident des Altstätter Verkehrsverein.

Bild: PD

Ähnlich sieht es in Altstätten aus. Hier findet eine 1.-August-Feier in kleinem Rahmen, im Restaurant Schützenhaus, statt. Organisiert wird sie vom Verkehrsverein. «Wir wollen den Menschen ein wenig Abwechslung bieten, vor allem jetzt in der Coronakrise», sagt Präsident Wolfgang Kessler. Er erwartet maximal 100 bis 150 Personen. Sie würden im grossen Restaurant genügend Platz haben, um den Sicherheitsabstand einhalten zu können. Das Fest beginnt um 18 Uhr und geht bis Mitternacht. Um 21.30 Uhr findet auf der Schützenwiese ein grosses Feuerwerk statt.

Patrik Zollinger, Präsident des Verkehrsverein von Ebnat-Kappel.

Patrik Zollinger, Präsident des Verkehrsverein von Ebnat-Kappel.

Bild: PD

Ebnat-Kappel feiert den Nationalfeiertag wie seit schon vier Jahren im Zmorge-Format. Organisiert wird der Anlass vom Verkehrsverein. «Wir möchten diese traditionelle Feier in angepasster Form durchführen, sofern es die Bedingungen zulassen», sagt Präsident Patrick Zollinger. Weil das übliche Zmorgebuffet, mit reichlich Personenverkehr, dieses Jahr ein Risiko darstelle, werde auf ein Picknick umgestellt. So nimmt jeder Gast seine Speisen mit und entscheidet selber, wer sich mit auf seine Picknick-Decke setzen darf. Der Zugang zur Festwiese sowie das Verhalten auf der Festwiese sind ausserdem klar geregelt.

Cornel Aerna, Gemeindepräsident von Eschenbach.

Cornel Aerna, Gemeindepräsident von Eschenbach.

Monika Eggenberger, Gemeindepräsidentin von Rüthi.

Monika Eggenberger, Gemeindepräsidentin von Rüthi.

Bild: Michel Canonica

Die Bundesfeier der Gemeinde Eschenbach findet wie gewohnt in der Arena Bildstöckli unter freiem Himmel statt. «Die Sicherheit und die Gesundheit der Teilnehmenden stehen dabei im Mittelpunkt, und so wird die Situation selbstverständlich weiter beobachtet, um bei Veränderungen der epidemiologischen Lage entsprechend zu reagieren», sagt Gemeindepräsident Cornel Aerne. Der Standort biete ausreichend Platz, um die Tische mit mehr Abstand anzuordnen. Für die Bedienung der Gäste komme ein Schutzkonzept zur Anwendung, welches die Kulturkommission nach Vorgaben des BAG und von Gastro Suisse erstellt habe. «Erfahrungsgemäss wird der Anlass von rund 150 Personen besucht.»

Die Gemeinde Rüthi feiert 2020 das 1200-Jahr-Jubiläum. «Geplant war, jeden Monat einen speziellen Anlass durchzuführen», sagt Gemeindepräsidentin Monika Eggenberger. Aufgrund von Corona hätten bereits mehrere Anlässe abgesagt werden müssen, und zurzeit sei nicht abschätzbar, ob die noch geplanten Veranstaltungen stattfinden würden. Aber eine 1.-August-Feier gönnt sich die Gemeinde. «Rüthi ist ein kleines Dorf und die Bundesfeier daher überschaubar.» Erwartet werden etwa 100 Gäste.

Weitere 1.-August-Feiern finden in Bad Ragaz, Diepoldsau, Untereggen, Walenstadt, Rebstein, Uznach, Oberriet, Muolen, Wildhaus-Alt St.Johann und Jonschwil statt.

Kanton Thurgau

Die meisten Thurgauer Gemeinden und Städte haben ihre 1.-August-Feiern abgesagt, so beispielsweise Amriswil, Kreuzlingen und Weinfelden. Die Hauptstadt Frauenfeld hält allerdings an einer Bundesfeier fest. Es sei immer geplant gewesen, die Feier durchzuführen, sofern die Massnahmen des BAG dies gesetzlich zuliessen, sagt Urban Krattiger, Mediensprecher der Stadt Frauenfeld. Normalerweise finden hier sogar zwei Veranstaltungen statt. Am 1. August war eine im Alterszentrum geplant, diese kann jedoch wegen der Anwesenheit von Risikogruppen nicht stattfinden. Dafür wird am 31. Juli in der Festhalle Rüegerholz gefeiert.

«Das momentane Schutzkonzept ist noch auf eine maximale Besucherzahl von 300 Menschen abgestimmt. Doch mit den neuen Lockerungen ist es gut möglich, dass es noch angepasst wird.»
1.-August-Feier in Frauenfeld.

1.-August-Feier in Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari (31.07.2011)

Auch Bischofszell beabsichtigt nach wie vor, eine Feier durchzuführen. Ein detailliertes Schutzkonzept ist allerdings noch nicht vorhanden. Es wird erst kurzfristig bekanntgegeben.

Gemeindepräsident von Tägerwilen: Markus Thalmann.

Gemeindepräsident von Tägerwilen: Markus Thalmann.

Bild: Andrea Stalder

Eine weitere Ausnahme bildet Tägerwilen. «Je nach Voraussetzung finde ich es absolut verständlich, wenn andere Gemeinden ihre 1.-August-Feiern absagen», sagt Gemeindepräsident Markus Thalmann. Allerdings sei der Kanton Thurgau allgemein sehr verschont von der Corona-Pandemie geblieben. Die Bundesfeier im Dorf am Seerhein soll in gewohntem Rahmen stattfinden. «Unsere Feier findet im Freien statt mit Festbankbestuhlung – wir haben genügend Platz, sodass der Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.» Ausserdem würden die acht Personen pro Tisch alle namentlich erfasst werden, mit Tischnummer.

Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn.

Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn.

Bild: Reto Martin

Die Stadt Romanshorn will ihrer Bevölkerung ebenfalls die Möglichkeit bieten, gemeinsam die Bundesfeier zu begehen. «Wir haben bereits Erfahrung mit der Durchführung von Versammlungen unter strikter Wahrung der BAG-Vorschriften», sagt Stadtpräsident Roger Martin. Das Schutzkonzept werde sich in einem vergleichbaren Rahmen bewegen wie jenes zur ausserordentlichen Gemeindeversammlung in der evangelischen Kirche vom 2. Juli. Auch an der 1.-August-Feier wird in der Kirche eine Maskenpflicht gelten, die Stadt gibt die Masken bei Bedarf ab. Allein auf den traditionellen Imbiss – die Romans-Hörnli – mit Getränken als Schlusspunkt der regulären Festivitäten wird verzichtet.

Die Stadt Arbon wartet mit ihrem Entscheid noch zu.

Kanton Appenzell Innerrhoden

Im Kanton Appenzell Innerrhoden finden jeweils im Bezirk Schlatt-Haslen und im Bezirk Oberegg kleinere Anlässe statt: Das Gasthaus Leimensteig in Schlatt-Haslen organisiert wie jedes Jahr eine Feier. «Allerdings wissen wir selber nicht, wie es dieses Jahr läuft.», sagt Wirtin Lydia Rechsteiner.

Im Bezirk Oberegg plant der Verkehrsverein ein Feuerwerk.

Im Bezirk Oberegg plant der Verkehrsverein ein Feuerwerk.

Symbolbild: Hildegard Bickel

Und auf dem St.Anton bei Oberegg ist am 1. August ein Feuerwerk geplant. Dabei handelt es sich allerdings um einen vom Feuerwehrverein organisierten Anlass – nicht um eine offizielle Bundesfeier. Es wird mit einem definierten Kostendach vom Bezirk gesponsert. «Erfahrungsgemäss finden sich hier maximal 200 bis 250 Leute ein», sagt Bezirksrat André Dietschi, Ressort Tourismus, Freizeit und Kultur. Es sei ein lockeres Beisammensein, praktisch ausschliesslich im Freien. Der Sicherheitsabstand könne daher problemlos eingehalten werden.

«Wo die zu erwartende Menschenmenge es verunmöglicht, die Empfehlungen des BAG einzuhalten, sind Absagen sicher gerechtfertigt.»

Kanton Appenzell Ausserrhoden

Gemeindepräsident von Speicher: Paul König.

Gemeindepräsident von Speicher: Paul König.

Bild: PD

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden findet dieses Jahr eine einzige offizielle 1.-August-Feier statt – in Speicher. Organisiert wird die Veranstaltung vom Turnverein. Er gestaltet das Fest für 300 Leute. «Der Rahmen wird sich den Gegebenheiten anpassen», sagt Gemeindepräsident Paul König. Auf alle Fälle werde der Anlass so gestaltet, dass die Vorschriften eingehalten werden könnten. Er unterstützt den Entscheid, den Anlass durchzuführen. «Zwar lockt die Feier, die am traditionsreichen Ort auf der Vögelinsegg stattfindet, auch auswärtige Besucher an. Aber die Anzahl ist überschaubar.»

In Hundwil wird bei guter Witterung beim Eindunkeln das Schweizer Kreuz auf der Hundwilerhöhe entzündet. Genauso in Waldstatt, am Hang zur Geisshalde. Und in Urnäsch findet ein Feuerwerk und Funken ab 22 Uhr statt.

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