«... dann ist schon viel erreicht»

Eine Thurgauerin für den «Club»: Mona Vetsch moderiert ab dem kommenden Jahr die Diskussionssendung des Schweizer Fernsehens. Die zweifache Mutter über die neue Herausforderung und ihre Traumgäste.

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«Ich finde den  eine einzigartige Sendung»: Mona Vetsch. (Bild: Archiv/Keystone)

«Ich finde den eine einzigartige Sendung»: Mona Vetsch. (Bild: Archiv/Keystone)

Frau Vetsch, sind Sie reisemüde geworden?
Mona Vetsch:(lacht) Nein. Ich habe die Sendung «Fernweh» nun aber sieben Jahre lang moderiert. Und es heisst ja, man solle alle sieben Jahre etwas Neues machen.

Sie betreten mit dem «Club» Neuland. Was hat Sie an der Herausforderung gereizt, eine politisch-gesellschaftliche Diskussionssendung zu moderieren?
Vetsch: Ich finde den «Club» eine einzigartige Sendung. Es gibt sie in praktisch unveränderter Form schon seit sehr langer Zeit – das ist selten in einer Medienlandschaft, die sich rasch wandelt.

Sind Sie angefragt worden, ob Sie den «Club» moderieren wollen, oder haben Sie sich beworben?
Vetsch: Ich wurde angefragt, ob ich am Casting teilnehmen wolle. Allerdings hätte ich mich wohl auch selbst noch beworben.

Was qualifiziert Sie für Ihre neue Tätigkeit?
Vetsch: Eine Diskussionsrunde wie den «Club» zu moderieren erfordert ein gewisses Einfühlungsvermögen – genau wie jene Sendungen, die ich bisher gemacht habe. Zudem bringe ich Erfahrungen mit durch die Moderation und Leitung der DRS 3-Gesprächssendung «Focus» und den Anlass «Züri littéraire», der jeweils im Zürcher Kaufleuten über die Bühne geht.

Welche Themen, die im «Club» diskutiert werden, interessieren Sie besonders?
Vetsch: Die gesellschaftlichen, beispielsweise Sterbebegleitung oder Alzheimer. Meiner Meinung nach dürfen familienpolitische sowie Alltagsthemen im Schweizer Fernsehen durchaus verstärkt vorkommen. Ich hätte im «Club» somit nicht nur gerne Experten zu Gast, sondern vor allem auch Menschen, die aufgrund ihrer Lebenserfahrung eingeladen sind.

Wer wäre denn ein Traumgast für Ihren ersten «Club»?
Vetsch: Den gibt es nicht, weil es vor allem ums Thema und nicht so sehr um Einzelgäste geht. Wenn Sie so wollen, sind all jene Menschen Traumgäste für mich, die eine eigene Meinung haben, über Erfahrungen in einem bestimmten Lebensbereich verfügen und bereit sind, anderen zuzuhören.

Welche «Club»-Sendung ist Ihnen speziell in Erinnerung geblieben?
Vetsch: Jene zum Thema Alzheimer. Ein Mann, der an der Krankheit leidet, war mit seiner Frau zu Gast. Er erzählte davon, wie es ist, wenn man nach zwei Minuten nicht mehr weiss, dass man dieselbe Frage schon gestellt hat. Seine Frau lotste ihn durch die Sendung und berichtete, wie sie den Alltag meistert.

Und wann ist eine «Club»-Sendung für Sie geglückt?
Vetsch: Wenn der Zuschauer aufgrund von persönlichen Erfahrungen, die in der Sendung thematisiert worden sind, einen neuen Blick auf ein Thema erhalten hat. Wenn das glückt, ist schon viel erreicht.

Werden Sie für den «Club» auch redaktionell tätig sein?
Vetsch: Ja. Meine Mitmoderatorin Karin Frei, eine tolle Kollegin, leitet die «Club»-Redaktion. Bei jenen Sendungen, die ich moderiere, bin ich im Vorfeld aber auch in die Auswahl des Themas sowie der Gäste involviert.

Wann nehmen Sie Ihre neue Tätigkeit auf?
Vetsch: Nach meinem Mutterschaftsurlaub, Anfang kommenden Jahres. Der genaue Zeitpunkt ist noch offen.

Werden Sie Ihre Tätigkeit bei Radio DRS 3 auf diesen Zeitpunkt hin beenden?
Vetsch: Nein. Ich werde wie bisher 30 Prozent fürs Fernsehen und 30 Prozent fürs Radio arbeiten. So bleibt mir auch genügend Zeit für die Familie.

… und fürs Reisen…
Vetsch: Ja. Wobei Reisen mit zwei Kleinkindern nicht unbedingt das Erholsamste ist.

Interview: Daniel Walt

Mona Vetsch

Am 23. Juni 1975 in Frauenfeld geboren, machte Mona Vetsch während ihrer Kantizeit erste journalistische Gehversuche bei der Thurgauer Zeitung. Ein Studium an der HSG brach sie zugunsten ihrer journalistischen Laufbahn ab. Die erste TV-Sendung, die Mona Vetsch moderierte, war die Jugendsendung «Oops!». In der Folge war sie immer häufiger am Bildschirm zu sehen, unter anderem als Aussenmoderatorin bei «Quer», bei Langzeitreportagen und im Rahmen der Reportageserie «Fernweh». Seit über zehn Jahren ist Mona Vetsch darüber hinaus bei Radio DRS 3 tätig. (dwa)

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