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Ein Teppich für die Kleine

Eine Alleinerziehende will der jüngeren Tochter zu Weihnachten Möbel und der älteren ein Velo schenken. Doch dafür fehlt ihr das Geld. Die Spendenaktion Ostschweizer helfen Ostschweizern macht es möglich.
Katharina Brenner
Die Mutter will der Tochter einen Teppich schenken, auf dem sie spielen, und Kisten, in denen sie Spielzeug verstauen kann. (Bild: Getty)

Die Mutter will der Tochter einen Teppich schenken, auf dem sie spielen, und Kisten, in denen sie Spielzeug verstauen kann. (Bild: Getty)

Katharina Brenner

katharina.brenner@tagblatt.ch

Für die Kinder soll es eine Überraschung sein. Ein richtiges Weihnachtsgeschenk. Die 9-Jährige wird ein Velo bekommen, die 3-Jährige Möbel für ihr Kinderzimmer. «Ein neuer Teppich und ein Kasten oder Kisten, in denen wir das Spielzeug verstauen können», sagt die Mutter. Sie kommt aus der Ostschweiz, ist Mitte 30, alleinerziehend und möchte anonym bleiben. «Die Kinder werden sich riesig freuen. Und ich bin völlig überwältigt.» Die Frau strahlt, als sie das sagt. Dann hält sie sich kurz die Hände vor die Augen und schüttelt den Kopf als Zeichen der Verwunderung. Sie kann es immer noch nicht glauben. «Ich habe nicht damit gerechnet, dass das Gesuch bewilligt wird.» Der Beirat der Spendenaktion Ostschweizer helfen Ostschweizern (OhO) hat aber genau das getan. 800 Franken bekommt die Familie: 300 Franken für das Velo und 500 Franken für die Möbel.

Geld reicht nicht für grössere Geschenke

«Alleine hätte ich mir das nie leisten können», sagt die Mutter. Sie ist Sozialhilfebezügerin. Und seit einigen Jahren arbeitsunfähig – aus psychischen und gesundheitlichen Gründen. Rund 1500 Franken stehen der Familie im Monat zur Verfügung für Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel, die Natelrechnung, Alltägliches und alles, was darüber hinaus geht. Da bleibt kein Geld für grössere Geschenke übrig. Auch nicht zu Weihnachten. Dieses Jahr ist das dank OhO anders. Sie freue sich schon auf die Wochenenden, wenn die 9-jährige Tochter mit dem Velo fahre. Unter der Woche lebt sie an einem anderen Ort. «Im Sommer haben wir uns auch öfters nach der Schule in der Badi getroffen», sagt die Mutter. Dabei lächelt sie. Erinnerungen an den Sommer, an die Zeit mit der Tochter werden wach.

Über die Fremdplatzierung zu sprechen, fällt der Mutter schwer. Die Situation mit dem Vater sei damals sehr schwierig gewesen, der Mann gewalttätig. Diese Erfahrungen, die Ängste, beschäftigen sie noch heute. «Nachdem ich mich von dem Mann getrennt hatte, ging es mir sehr schlecht», sagt die Mutter. Sie und das Amt hätten es für das Beste gehalten, die damals noch kleine Tochter fremd zu platzieren. Heute sei es mit dem Vater der zweiten Tochter nicht immer einfach.

«Wie es mir geht, hängt oft von der Tagesform ab», sagt die Mutter. Heute sei eigentlich ein schlechter Tag. Doch dann habe ihre Betreuerin vom Sozialamt die gute Nachricht von OhO überbracht: die Aussicht auf ein ganz besonderes Weihnachten mit den beiden Töchtern. «Es zeigt mir, dass unerwartet Gutes passieren kann.»

In den nächsten Tagen werde sie sich bei der Älteren erkundigen, welches Velo ihr gefalle. Welche Farbe? Welche Art? «Ich möchte ja, dass sie es mag.» Damit es nicht zu offensichtlich sei, müsse sie sich geschickt anstellen, sagt die Mutter. Das werde schwierig – den Töchtern bis Weihnachten nichts vom Velo und den Möbeln zu verraten.

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