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Der Sohn kann ins Skilager

Eine Alleinerziehende will ihrem Sohn die Teilnahme am Skilager ermöglichen. Doch ihr fehlt das Geld dafür. Die Spendenaktion Ostschweizer helfen Ostschweizern unterstützt sie.
Katharina Brenner
Die Teilnahme am Skilager ist nicht selbstverständlich. Für die Alleinerziehende sind 150 Franken zu viel. (Bild: Urs Bucher)

Die Teilnahme am Skilager ist nicht selbstverständlich. Für die Alleinerziehende sind 150 Franken zu viel. (Bild: Urs Bucher)

Katharina Brenner

katharina.brenner@tagblatt.ch

Zwölf Jahre lang hatte sie im ­Service gearbeitet. In Schichten, vor allem in der Nacht. «Mit einem kleinen Kind war das bereits schwierig», sagt die heute 40-jährige Mutter. Als dann ihr zweites Kind auf die Welt kam, sei das nicht mehr länger gegangen. Die Alleinerziehende machte sich auf die Suche nach einer anderen Stelle. Nach einer, bei der sie genug Geld verdient hätte, um sich und die beiden Kinder zu versorgen. Und gleichzeitig nach einer, bei der sie genug Zeit gehabt hätte, um ihre Kinder zu betreuen. Einen solchen Job fand sie trotz langer Suche nicht.

Die Ostschweizerin ist seitdem auf die Hilfe des Sozialamts angewiesen. Es reicht für das Nötigste, für ein gemeinsames Leben mit den Kindern. Aber nicht für zusätzliche Ausgaben wie grös­sere Geschenke oder besondere Ausflüge. «Nach Weihnachten ist das Geld meistens besonders knapp», sagt die Mutter. Deshalb ist das Skilager in Graubünden für den Sohn im Januar zu teuer. Seine Schule beteiligt sich zwar an den Kosten, aber die Mutter muss 150 Franken beisteuern. Geld, das die Alleinerziehende nicht hat. Geld, mit dem die Spendenaktion Ostschweizer helfen Ostschweizern (OhO) die Familie unterstützt.

Aufmerksam geworden auf dieses Hilfsangebot ist die Frau durch ihren Chef. Sie wird zwar weiterhin vom Sozialamt unterstützt, arbeitet aber seit vier ­Jahren für eine Stiftung in der Ostschweiz. Diese betreibt einen ­Laden, in dem Gegenstände aus zweiter Hand für faire Preise verkauft werden: bemalte Bauernschränke, Ledertaschen und Porzellan, Spielsachen und Schreibmaschinen.

Sie wäscht Kleidung und Geschirrtücher

Die Alleinerziehende arbeitet im Hausdienst der Stiftung. Sie reinigt textile Artikel, die später verkauft werden, die Kleidung der Angestellten sowie die Geschirrtücher für das angegliederte Café. Dort sitzt sie an einem der alten Holztische. Sie wirkt entspannt, spricht gerne über ihre Aufgaben. «Ich fühle mich sehr wohl hier. Die Stimmung ist fa­miliär.» Und es fühle sich gut an, für sein Geld etwas zu tun.

Jeden Nachmittag, an fünf Tagen die Woche, arbeitet die ­Alleinerziehende im Hausdienst. Ihr Sohn ist inzwischen 14 Jahre alt, ihre Tochter 10. Der Sohn sei schon recht selbstständig, die Tochter brauche aber auf jeden Fall noch Betreuung. Sie habe häufig Unterricht am Nachmittag. An den anderen Tagen würden der Götti oder die Tante auf sie aufpassen. «Dass ich arbeiten kann, aber auch für die Kinder da bin, ist mir sehr wichtig», sagt die Mutter.

Auf den Hinweis ihres Chefs hin hat sie das Formular für OhO ausgefüllt und eingereicht. Ihr Gesuch wurde bewilligt. «Mein Sohn und ich, wir haben uns ­riesig darüber gefreut.» Die 150 Franken für das Skilager sind für die Familie ein besonderes Weihnachtsgeschenk.

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