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Zu Recht in der erweiterten Weltspitze

Der Vorstoss in die WM-Achtelfinals ist schon ein grosser Erfolg. Doch für die Schweizer ist er nur der erste Schritt auf einer Mission. Der Moment ist günstig, um in Russland Geschichte zu schreiben.
Granit Xhaka und die Nati-Kollegen bleiben selbstbewusst (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

Granit Xhaka und die Nati-Kollegen bleiben selbstbewusst (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

(sda)

Als die Qualifikation für die Achtelfinals geschafft war, fiel der Jubel verhalten aus. Die Schweizer Spieler tanzten im prächtigen Stadion von Nischni Nowgorod nicht in Ekstase über den Rasen. Ein kurzes gegenseitiges Abklatschen, ein Gruss an die Fans, das musste genügen. Der sachliche Umgang mit dem Erreichen des ersten WM-Ziels hatte wohl zwei Gründe. Die Leistung beim 2:2 gegen Costa Rica gab keinen Anlass zu überborden, und die Ausgangslage war so komfortabel, dass der Vorstoss in die K.o.-Phase nur noch eine Vollzugsmeldung war.

Die fehlende Anspannung bestätigte Granit Xhaka: «Wir waren im Kopf nicht richtig bereit.» Torhüter Yann Sommer sagte: «Wir dürfen uns solche Auftritte in der K.o.-Phase nicht leisten und dürfen uns nicht mehr vom Gegner so überraschen lassen wie zu Beginn gegen Serbien und Costa Rica.» Und Trainer Vladimir Petkovic sagte: «Wenn man sich auch eine Niederlage leisten kann, wird man schnell unkonzentriert.»

Wo auch immer die Gründe für den matten Auftritt zum Abschluss der Gruppenphase liegen, der Abend in Nischni Nowgorod hat die Schweizer in ihrem Selbstverständnis nicht erschüttert. Petkovic sagte: «Ich bin überzeugt, dass wir es beim nächsten Mal viel besser machen.» Dabei sollen die 90 Minuten gegen Costa Rica nicht das Gesamtbild trügen. Die Schweiz hat bislang eine gute WM spielt. Sie blieb in einer schwierigen Gruppe ungeschlagen und erreichte zum zweiten Mal in Folge die WM-Achtelfinals. Sie gehört zu einem Kreis von acht Mannschaften, welche schon vor vier Jahren in Brasilien die Vorrunde überstanden haben. Länder wie Deutschland, Italien, Spanien oder England gehören nicht dazu.

Petkovic und sein Team beweisen in Russland, dass ihr 6. Platz im FIFA-Ranking durchaus berechtigt ist, weil diese Weltrangliste eben doch Aussagekraft hat. Die Positionen sind in der Regel kein Zufall. Sieben von zehn Teams aus den Top Ten stehen an der WM unter den letzten 16. Die Schweiz hat sich ihre Zugehörigkeit zur erweiterten Weltspitze über die Jahre erarbeitet und verdient. Sie ist ungeachtet vom nächsten Gegner und der Dynamik eines Turniers ein seriöser Kandidat für einen Platz im WM-Viertelfinal.

Der fehlende Nachweis

Was dies alles für den Achtelfinal gegen Schweden bedeutet? Vorerst nicht viel. Denn noch immer hat die Schweiz den Nachweis nicht erbracht, in einem Duell um alles oder nichts einen Gegner zu bodigen, der mindestens ebenbürtig ist. Dieser Generation gelang dies nicht an der WM 2014 gegen Argentinien, nicht an der EM 2016 gegen Polen und auch nicht im letzten Spiel der WM-Qualifikation in Portugal.

Am kommenden Dienstag in St. Petersburg präsentiert sich die nächste Gelegenheit. Es mag für diese Mannschaft nicht die letzte Chance sein. Aber es ist der Moment gekommen zu beweisen, dass sie sich wirklich weiterentwickelt hat. Alleine an den Resultaten lässt sich eine Entwicklung nicht immer ablesen. Doch wenn man zwei Jahre nach dem verlorenen Penaltyschiessen gegen Polen auch an Schweden scheitert, ist der Nachweis der Leistungssteigerung nicht erbracht.

Die Schweiz geht bestenfalls als leichter Favorit ins Duell mit den Skandinaviern. Diese sind wohl eine solche sprichwörtliche Ausnahme, welche die Regel bestätigt. Auch wer im FIFA-Ranking nicht in den Top 20 klassiert ist, darf als Anwärter auf den Viertelfinal gelten. Die Schweden haben einiges an Schwergewichten aus dem Weg räumen müssen, um so weit zu kommen. In der Qualifikation setzten sie sich zunächst gegen die Niederlande durch und schalteten dann im Playoff Italien aus. Und in Russland gewannen sie eine Gruppe mit Titelverteidiger Deutschland.

Ähnlich wie die Schweiz sind die Schweden daran, etwas aufzubauen, das auf solidem Fundament steht. Sie gehen ebenfalls den Weg der Nachhaltigkeit. Vor drei Jahren wurden sie U21-Europameister. Vier Spieler aus dieser Mannschaft sind jetzt auch in Russland dabei. Das alles ändert nichts daran, dass für die Schweiz der Zeitpunkt günstig ist, Geschichte zu schreiben und erstmals seit 1954 in die Viertelfinals vorzurücken. «Wir wollen immer mehr. Wir sind nie zufrieden», sagte Petkovic nach der Qualifikation für die Achtelfinals. Costa Rica war noch nicht der Moment für den grossen Jubel. Die Schweizer haben ihn sich für später aufgespart.

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