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Warten auf ersten Schweizer Viertelfinal seit 1954 geht weiter

Wieder nichts! Das Warten auf den ersten Vorstoss in einen WM- oder EM-Viertelfinal seit 1954 geht weiter. Die Schweizer tun sich schwer, Erklärungen für das 0:1 gegen Schweden zu finden.
Grosse Enttäuschung und leere Blicke: Valon Behrami (rechts) und Johan Djourou sind nach dem 0:1 gegen Schweden fassungslos (Bild: KEYSTONE/EPA/ETIENNE LAURENT)

Grosse Enttäuschung und leere Blicke: Valon Behrami (rechts) und Johan Djourou sind nach dem 0:1 gegen Schweden fassungslos (Bild: KEYSTONE/EPA/ETIENNE LAURENT)

(sda)

Zum Ende war es diesmal nicht einmal ein Drama. Und das ist vielleicht das Enttäuschendste an diesem Ausscheiden der Schweiz in den Achtelfinals gegen Schweden. Es gab kein spätes Gegentor und keinen noch späteren Pfostenschuss wie 2014 an der WM gegen Argentinien. Es gab keine Niederlage nach Penaltyschiessen wie vor zwei Jahren an der EM gegen Polen. Es gab ein 0:1 nach 66 Minuten, und das wars. Keine gute Torchance mehr, keinen leidenschaftlichen Sturmlauf. Die Schweiz hat diese WM am Dienstag in St. Petersburg im Prinzip durch die Hintertüre verlassen.

Torhüter Yann Sommer wollte keine Klassifizierung der verschiedenen Achtelfinal-Niederlagen vornehmen. «Es ist einfach sehr bitter, wenn man ein K.o.-Spiel verliert. Da ist es egal, ob man das Tor in der letzten Minute kassiert oder in der 70., oder ob man im Penaltyschiessen verliert.» Einen zu weiten Blick zurück hatten die Schweizer ohnehin nicht im Sinn. Sie hatten genug zu tun mit der Gegenwart. «Diese Niederlage gegen Schweden ist deshalb bitter, weil das keine Übermannschaft war. Wir hatten grosse Ziele und eine riesige Chance, aber heute war es von uns zu wenig», so Sommer.

Weshalb die Schweizer im wichtigsten Spiel seit zwei Jahren weit unter ihren Möglichkeiten blieben, konnten sie sich auch nicht erklären. Valon Behrami redete davon, dass sie «die Grenzen aufgezeigt bekommen» hätten. «Wir haben den Sieg nicht verdient und müssen uns fragen, weshalb eine solche Leistung herausgekommen ist», so Behrami. Xherdan Shaqiri suchte einen technischen Ansatz und befand, sie hätten «zu langsam gespielt und ein paar Pässe weniger nach vorne gebracht als sonst». Aber auch der Antreiber in der Offensive brachte die Analyse bald wieder auf eine mentale Ebene und forderte: «Wir müssen lernen, wie man solche Spiele gewinnt.»

Solche Spiele. K.o-Spiele. Die Schweiz besteht in diesen Duellen um alles oder nichts einfach nicht. 2006, 2014, 2016, 2018. Viermal in den Achtelfinals, viermal ausgeschieden. Vor allem eine Zahl hinter den vier Niederlagen ist erbärmlich: Die vier Achtelfinals gegen die Ukraine, Argentinien, Polen und Schweden dauerten insgesamt 450 Minuten. Der Schweiz gelang dabei ein einziges Tor. Die nackten Resultate seien ein Stillstand, gab Sommer zu. «Wenn man das Wesentliche, die Resultate, anschaut, sind wir nicht weitergekommen. Diese Kritik müssen wir akzeptieren», sagte Behrami.

Die Schweizer Spieler stellten sich nach der Niederlage fair und mit Anstand den Kritiken. Sie waren gefasst und selbstkritisch - und versuchten bereits tief unten im Bauch des Krestowski-Stadions von St. Petersburg nach vorne zu blicken. «Wir werden uns weiter entwickeln, und dann versuchen wir es in zwei Jahren wieder», so Shaqiri. Und Rodriguez beschloss die WM mit den Worten: «Wir müssen jetzt weiter schauen. Es wird weitergehen.» Nach vier Achtelfinal-Niederlagen seit 2006 sind die Schweizer immerhin noch lange nicht mit dem gleichen Fluch belegt wie die Mexikaner. Diese hatten am Montag ihren siebten WM-Achtelfinal in Folge verloren.

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