Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vorwärts orientierte Serben

Serbiens WM-Delegation fühlt sich wohl auf russischem Boden. Und die Südosteuropäer wissen, dass ihnen mit einem Erfolg gegen die Schweiz das Achtelfinal-Ticket nicht mehr zu nehmen wäre.
Vor dem Match gegen die Schweiz in bester Laune: Serbiens Trainer Mladen Krstajic (Bild: KEYSTONE/EPA/ARMANDO BABANI)

Vor dem Match gegen die Schweiz in bester Laune: Serbiens Trainer Mladen Krstajic (Bild: KEYSTONE/EPA/ARMANDO BABANI)

(sda)

20 Spieler des serbischen Kaders verdienen ihr Geld ausserhalb der Heimat. Sie sind in Italien, Spanien, England und Deutschland engagiert, einige von ihnen an erstklassigen Adressen. Auf dem Balkan traut man der kräftigen Equipe von Trainer Mladen Krstajic mehr als eine Ehrenmeldung zu.

Die Protagonisten haben die Euphorie ihrer Fans registriert, halten den Ball aber flach: «Für uns ist bereits die WM-Teilnahme ein Erfolg», sagt der zweifache englische Meister Nemanja Matic und bestätigt dann aber doch: «Es ist die beste serbische Nationalmannschaft, seit ich dabei bin.» Der Charakterkopf von Manchester United debütierte vor einem Jahrzehnt in der Landesauswahl.

Der letzte grosse Sieg an einer Endrunde liegt über acht Jahre zurück. 1:0 besiegte Serbien den späteren Halbfinalisten Deutschland, scheiterte dann aber trotzdem in der Gruppenphase. Einige Exzesse politisch abgedrifteter Hooligans und sportliche Tiefschläge später ist die Ballsport-Nation zurück im Big Business. Am Tag vor dem wegweisenden zweiten Gruppenspiel gegen die Schweiz wähnen sie sich auf «Augenhöhe» mit der Weltnummer 6.

Den brillanten Qualifikations-Parcours mit nur einer Niederlage und das makellose WM-Comeback (1:0 gegen Costa Rica) haben neben den Kommentatoren auch die Konkurrenten wahrgenommen. «Individuell gut besetzt» seien sie, lobte der Schweizer Selektionär Vladimir Petkovic. «Wir müssen gegen sie guten Fussball spielen.»

Gutes bis sehr Gutes boten die Serben ihren Anhängern in den letzten Jahren vor allem auf Juniorenstufe - ihr Umweg an die erweiterte Spitze ist durchaus zu vergleichen mit jenem der Schweizer um Granit Xhaka, die im Teenager-Alter vor neun Jahren mit dem U17-Weltmeistertitel und später als U21-EM-Finalisten eine neue Ära einleiteten.

Die Südosteuropäer gewannen 2013 U19-EM-Gold, 2015 waren sie an der U20-WM nicht zu stoppen. «Ich weiss, dass sie im Verband einen guten Job gemacht haben. Viele Junge stiessen nach, sie machten in den Klubs Erfahrungen. Das Ergebnis dieser Entwicklung ist jetzt sichtbar», fasst der SFV-Keeper Yann Sommer zusammen.

Einer der wichtigsten Hoffnungsträger ist Sergej Milinkovic-Savic. Der 23-Jährige hat sein Land wie zahllose andere Talente früh verlassen. In seiner zweiten Serie-A-Kampagne als Stammkraft vervielfachte der offensive Mittelfeldspieler seinen Transferwert. Unter einem dreistelligen Millionenbetrag wird Lazio Rom den Professional im Basketballer-Format (191 cm) nicht ziehen lassen.

Milinkovic-Savic steht für eine attraktive Zukunft. Ihm verhalf Krstajic kurz nach seinem Amtsantritt zum Debüt, ihn forciert er, weil den Selektionär nur etwas interessiert: «Was vor uns liegt, ist spannend. Bei allem Respekt für die Vergangenheit, wir schauen nicht mehr zurück. Serbien hat immer wieder Talente hervorgebracht. Sie haben es verdient, hier zu sein.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.