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Schweiz nach 2:2 gegen Costa Rica weiter - nächster Gegner Schweden

Die Schweiz steht trotz schwacher Leistung im letzten Gruppenspiel im WM-Achtelfinal. Ein 2:2 gegen Costa Rica reicht zum Erreichen des Minimalziels. Blerim Dzemaili und Josip Drmic schossen die Tore.
Die Schweizer Nationalspieler atmen nach dem 2:2 gegen Costa Rica auf (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

Die Schweizer Nationalspieler atmen nach dem 2:2 gegen Costa Rica auf (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

(sda)

Sie liessen sich in Nischni Nowgorod Zeit die Schweizer, viel Zeit sogar. Erst in der 88. Minute zeigten sie einen wirklich richtig guten Angriff. Auf der rechten Seite wurde Denis Zakaria von Blerim Dzemaili lanciert, flankte scharf zur Mitte, wo Josip Drmic - auch er eingewechselt - den Ball direkt abnahm und zum 2:1 traf.

Doch es passte zu diesem Spiel und zum letztlich wirklich sehr schwachen und irgendwie auch unkonzentrierten Auftritt der Schweiz, dass dies nicht zum Sieg reichte. Costa Rica kam in der Nachspielzeit nach einem Foulpenalty noch zum Ausgleich. Bryan Ruiz traf zwar zunächst nur die Latte, doch vom Rücken von Yann Sommer flog der Ball dann doch ins Tor. Um einen ersten Penalty waren die Schweizer nur zwei Minuten zuvor dank dem VAR noch herumgekommen.

Ja, dieses letzte Wegstück in die Achtelfinals war steinig. Viel mühsamer jedenfalls als sich das viele vorgestellt hatten. Denn Costa Rica war zwar bereits ausgeschieden, setzte den Schweizern aber von der ersten Minute an zu. Der nötige Punktgewinn stand bis zuletzt auf wackligen Füssen. Bis weit in die zweite Halbzeit hinein schielten sie rund um die SFV-Auswahl deshalb nach Moskau zum Spiel Serbien gegen Brasilien - und erst nach dem 2:0 des fünffachen Weltmeisters nach 68 Minuten war wirklich klar: Die Schweiz steht wie 1994, 2006 und 2014 in den Achtelfinals.

Dieser Vorstoss war das Minimalziel der Schweizer. Doch als alltäglich darf dies nicht angesehen werden. Aus Europa haben an den letzten beiden WM-Endrunden neben der Schweiz nur Frankreich und Belgien dies erreicht. Und wer weiss: Vielleicht geht es in Russland anders als zuletzt in Deutschland und Brasilien oder an der letzten EM in Frankreich noch weiter und bis in die Viertelfinals. Die Schweiz trifft am kommenden Dienstag (16.00 Uhr) in St. Petersburg auf Schweden, den Sieger der Gruppe F.

Die Schweiz tritt dort nicht als Aussenseiter an. Doch sie wird geschwächt in dieses Spiel gehen. Captain Stephan Lichtsteiner und Fabian Schär wurden verwarnt und sind gegen Schweden gesperrt. Es ist der bittere Nachgeschmack eines Abends, der zwar im Schweizer Jubel endete, aber doch ein paar Fragezeichen stehen liess. Vladimir Petkovic muss nun 50 Prozent der Abwehr ersetzen. Und unabhängig von Personalfragen muss auch die Leistung gegen Costa Rica diskutiert werden. So jedenfalls reicht es in einem Achtelfinal nicht zum Sieg.

Diskussionsstoff hatte es im Schweizer Team schon nach dem Sieg gegen Serbien gegeben. Thema war dabei intern weniger der Doppeladler-Jubel als die schwache Startphase mit dem frühen Gegentor. Valon Behrami sprach von «inakzeptablen Fehlern». Doch dann unterboten die Schweizer ihre Leistung aus der ersten Halbzeit gegen Serbien sogar noch. Nur dass dieser schlechte Moment nicht eine Viertelstunde dauerte, sondern ganze 95 Minuten. Man mag sich kaum erinnern, wann die Schweiz letztmals so schwach war wie gegen Costa Rica.

Eigentlich hatten die Schweizer einzig Torhüter Yann Sommer und dem Glück zu verdanken, dass sie nicht früh klar in Rückstand lagen. Dreimal rettete der Keeper in extremis mit herausragenden Paraden. Einmal lenkte er einen Kopfball von Celso Borges (6.) an den Pfosten. Und als in der 10. Minute auch er geschlagen war, flog der Ball zum Glück der Schweizer an die Latte und von dort knapp vor die Torlinie.

Die Schweizer standen eigentlich permanent neben sich. Sie reihten in der Angriffsauslösung Fehler an Fehler (Fabian Schär), kamen im Mittelfeld meist zu spät (Behrami) oder wurden von den schnellen Costa Ricanern Mal für Mal überlaufen (Stephan Lichtsteiner). Wer nicht abfiel, konnte sich zumindest nicht positiv in Szene setzen. An Granit Xhaka lief das Spiel ebenso vorbei wie an Stürmer Mario Gavranovic. Dass der Tessiner wie erwartet den Vorzug gegenüber Haris Seferovic erhielt, wirkte sich nicht aus. Auch Gavranovic bekam kaum brauchbare Bälle.

Doch statt 0:2 oder sogar 0:3 stand es zur Pause 1:0 für die Schweiz. Ein einziger guter Angriff genügte für die Führung. Lichtsteiner flankte, Breel Embolo, der den kranken Steven Zuber ersetzte, legte den Ball mit dem Kopf zurück und Blerim Dzemaili traf aus sechs Metern (31.). Es war das Tor, das zumindest die Ausgangslage noch beruhigender machte. Weil kurz darauf die Kunde von der Pausenführung Brasiliens gegen Serbien eintraf, stand die Qualifikation für die Achtelfinals schon zur Pause praktisch fest.

Es hätten nun in beiden Spielen noch mindestens drei für die Schweiz ungünstige Tore fallen müssen, doch auch dies löste die Blockade nicht. Die Schweizer kämpften um den Einzug in die Achtelfinals, die Costa Ricaner nur noch um die Ehre. Doch sie waren es, die deutlich mehr Leidenschaft auf den Rasen von Nischni Nowgorod brachten.

Und deshalb waren sie auch in der zweiten Halbzeit besser - und wurden nach 56 Minuten mit dem ersten verdienten Ausgleich belohnt. Kendall Waston setzte sich nach einem Corner mit leichtem Schubser gegen Manuel Akanji durch und köpfte ein. Damit hatten nun auch die Lateinamerikaner als 32. und letzter WM-Teilnehmer in Russland ein Tor erzielt. Auch dieser Fakt stellt der Leistung der Schweiz an diesem Abend ein schlechtes Zeugnis aus.

Telegramm und Rangliste:

Schweiz - Costa Rica 2:2 (1:0)

Nischni Nowgorod. - 43'319 Zuschauer. - SR Turpin (FRA). - Tore: 31. Dzemaili (Embolo) 1:0. 56. Waston (Campbell) 1:1. 88. Drmic (Zakaria) 2:1. 93. Sommer (Eigentor/Foulpenalty Ruiz).

Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Akanji, Rodriguez; Behrami (60. Zakaria), Xhaka; Shaqiri (81. Lang), Dzemaili, Embolo; Gavranovic (69. Drmic).

Costa Rica: Navas; Gamboa (93. Smith), Acosta, Gonzalez, Waston, Oviedo; Ruiz, Borges, Guzman (90. Azofeifa), Colindres (82. Wallace); Campbell.

Bemerkungen: Schweiz ohne Zuber (krank), Costa Rica komplett. 6. Sommer lenkt einen Kopfball von Borges gegen den Pfosten. 10. Lattenschuss von Colindres. 78. Kopfball von Drmic gegen den Pfosten. 93. Foulpenalty von Ruiz gegen die Latte und via Sommers Rücken ins Tor. Verwarnungen: 11. Gamboa, 29. Campbell (beide Foul), 37. Lichtsteiner (Foul, im Achtelfinal gesperrt), 75. Zakaria (Foul), 83. Schär (Foul, im Achtelfinal gesperrt), 89. Waston (Unsportlichkeit).

Resultate: Serbien - Brasilien 0:2 (0:1). Schweiz - Costa Rica 2:2 (1:0).

Rangliste: 1. Brasilien 3/7 (5:1). 2. Schweiz 3/5 (5:4). 3. Serbien 3/3 (2:4). 4. Costa Rica 3/1 (2:5). - Brasilien im Achtelfinal gegen Mexiko, die Schweiz gegen Schweden.

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