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Schweden tankt an der Schwarzmeerküste Kraft und Energie

In Gelendschik am Schwarzen Meer erholt sich Schweden im russischen Hochsommer zwischen den Spielen von den WM-Strapazen. Die Reise soll noch weitergehen.
Hat mit Schweden die Erwartungen bereits übertroffen: Nationaltrainer Janne Andersson (Bild: KEYSTONE/EPA YNA/YONHAP)

Hat mit Schweden die Erwartungen bereits übertroffen: Nationaltrainer Janne Andersson (Bild: KEYSTONE/EPA YNA/YONHAP)

(sda)

Der Ort erinnert an Urlaub, nicht an Fussball. Schon im Landeanflug auf Gelendschik wird eine Temperatur von 32 Grad verkündet, die Fluggäste im spartanisch eingerichteten Flughafen warten unter freiem Himmel auf ihren Abflug und die belebte, mehrere Kilometer lange Strandpromenade im Zentrum der Stadt bietet alles, was der russische Urlauber begehrt: Meer, Sand, Restaurants mit Video-Screens, Live-Musik, Bars, Tanzflächen sowie einen Luna-Park. Im tiefen Südwesten ist vom russischen Sommer deutlich mehr zu spüren als von der Fussball-WM. Immerhin prägen ein paar überdimensionierte Fussbälle, die als Blumentöpfe dienen, und einige Begrüssungsplakate mit dem offiziellen WM-Logo das Stadtbild.

Die gut 50'000 Einwohner zählende Stadt, die nicht weit von der politisch umstrittenen Halbinsel Krim und knapp 300 Kilometer nordwestlich der Olympiastadt Sotschi liegt, gilt als eines der wichtigsten Touristenzentren am Schwarzen Meer. Während der WM-Tage beheimatet(e) sie die Teams aus Schweden und Island, die sich wie Dänemark und Brasilien an der Schwarzmeerküste niedergelassen haben. Das mondäne Hotel am einen Ende der an einer Bucht gelegenen Stadt entwickelte sich in den letzten Wochen zur schwedischen Wohlfühloase, das am anderen Ende liegende generalüberholte Spartak-Stadion diente als Kraftquelle für den sportlichen Höhenflug des Schweizer Achtelfinal-Gegners.

Der schwedische Gruppensieg war eine der grossen Überraschungen der ersten Turnierphase und war auch von den skandinavischen Fans so nicht erwartet worden. Dass die Schweden nicht nur verteidigen können, belegte die Partie gegen Mexiko (3:0), womit auch eines der viel diskutierten Themen im Vorfeld der WM endgültig ad acta gelegt wurde. Mittlerweile befürwortet auch die Mehrheit der Schweden, dass Zlatan Ibrahimovic nicht mehr dabei ist. «Die Achtelfinal-Qualifikation war der Beweis dafür, dass es ihn nicht mehr brauchte», berichten Journalisten aus dem schwedischen Lager.

Der smarte Coach

Es war einer der vielen Entscheide von Coach Janne Andersson, die sich als richtig erwiesen haben. Als dieser vor zwei Jahren seinen Posten antrat, galt er als Trainer, der mittelmässige Teams besser macht, hatte er doch mit Norrköping ein durchschnittliches Team zum Titel geführt. Diesen Ruf bestätigte er nun auch als Nationaltrainer. Nicht nur im sportlichen, sondern auch im zwischenmenschlichen Bereich gilt der 55-Jährige als smart.

Einen ersten wichtigen Personalentscheid als Trainer hatte Andersson mit der Ernennung von Andreas Granqvist zum Captain gefällt. Der Innenverteidiger schien den Zenit seiner Karriere bereits überschritten zu haben, ehe er unter Andersson zur unumstrittenen Führungsfigur im Team avancierte. Um gegen die Schweiz dabei zu sein, will der zweifache Penalty-Torschütze sogar auf die auf den Dienstag terminierte Geburt seines zweiten Kindes verzichten und nicht in die Heimat zurückfliegen. Er könne ja via Facetime dabei sein, liess der 33-Jährige ausrichten.

Auch im Fall von Jimmy Durmaz gehen die schwedischen Experten davon aus, dass die Aktion von Andersson initiiert wurde. Für viele war die erlebte Solidarität im Nachgang der Rassismus-Attacken gegen den Spieler mit türkischen Wurzeln nach dem Spiel gegen Deutschland mit ein Grund für die starke Leistung gegen Mexiko.

Kleine Sorgen

Trotz Spass, Sonne und Siegen: die Schweden plagen vier Tage vor dem Achtelfinal-Duell gegen die Schweiz auch einige kleinere Sorgen. Emil Forsberg, der vermeintliche Star, der eine starke Qualifikation gespielt hatte, kam wie an der EM 2016 auch in diesem Turnier noch nicht auf Touren. Seine Unzufriedenheit verbarg der Mittelfeldspieler von Leipzig nach dem Sieg gegen Mexiko nicht. Während alle anderen den Medien über ihre Gefühlswelt Auskunft gaben, ging Forsberg in der Mixed-Zone wortlos an allen vorbei.

Mit dem kampfstarken defensiven Mittelfeldspieler Sebastian Larsson steht gegen die Schweiz ein wichtiger Spieler wegen einer Gelbsperre nicht zur Verfügung. Und Stürmer Marcus Berg ging angeschlagen aus der Partie gegen Mexiko hervor. Er werde gegen die Schweiz aber auch «mit einem Bein spielen», liess der ehemalige Bundesliga-Profi verlauten. Wie für viele der SFV-Auswahl ist auch für die meisten Schweden das Duell am Dienstag das grösste Spiel ihrer Karriere. Ähnlich wie für die Schweizer U17-Weltmeister von 2009 ist auch für die schwedischen U21-Europameister von 2015 mit dem Erreichen der K.o.-Runde das Ziel noch nicht erreicht. Sie wollen mehr – in einem WM-Achtelfinal gegen die Schweiz erst recht.

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