Rad-WM auf der Kippe - Absage «nicht ausgeschlossen»

Der Rad-WM im Wallis (20. bis 27. September) droht das Aus. Werde das Veranstaltungsverbot vom Bundesrat nicht gelockert, könnten laut OK die Titelkämpfe in Aigle und Martigny nicht stattfinden.

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Die Organisatoren der Strassen-WM im Wallis hoffen auf einen positiven Entscheid des Bundesrates

Die Organisatoren der Strassen-WM im Wallis hoffen auf einen positiven Entscheid des Bundesrates

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
(sda)

Im Zusammenhang mit der besonderen Lage zur Bekämpfung des Coronavirus habe das OK zusammen mit dem internationalen Radsport-Verband UCI verschiedene Szenarien für die Sicherheitskonzepte untersucht. «Unter den aktuellen Bedingungen und abhängig von der epidemiologischen Lage» könne ein mögliches Verbot des Anlasses «nicht ausgeschlossen» werden, heisst es in der Mitteilung.

Das OK fordert von den nationalen Behörden die Aufhebung des Veranstaltungsverbots mit mehr als 1000 Personen. Beschliesse der Bundesrat keine «wesentlichen Lockerungen», seien die Voraussetzungen für die Durchführung der WM nicht gegeben. Das OK fürchtet zudem die «immer länger werdende Liste» mit Ländern, für die bei einer Einreise in die Schweiz eine Quarantänepflicht gilt.

Die Strassen-WM im Wallis würde am Sonntag, 20. September, - zeitgleich mit der Schlussetappe der Tour de France - mit dem Einzelzeitfahren der Männer beginnen. Eine Woche später stünde mit dem Strassenrennen der Männer der Höhepunkt der WM im Programm. Insgesamt ist die Vergabe von elf Medaillensätzen vorgesehen.

Eine Absage der WM würde sich nahtlos in die Liste der gestrichenen und verschobenen Anlässe einfügen. Mit der Eishockey-WM in Zürich und Lausanne hat wegen der Coronavirus-Pandemie bereits ein sportlicher Grossanlass, der 2020 in der Schweiz stattgefunden hätte, abgesagt werden müssen.

Das nationale Verbot für Grossveranstaltungen gilt vorerst bis Ende August. Der Bundesrat dürfte am kommenden Mittwoch in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause darüber beraten, ob die Massnahmen diesbezüglich verlängert, gelockert oder gar aufgehoben werden.

Nicht nur die Radprofis und Verantwortlichen der WM hoffen auf einen positiven Entscheid der Bundesbehörden. Denn gilt das Veranstaltungsverbot für Anlässe mit mehr als 1000 Personen über den August hinaus, stehen auch die kommenden Saisons in den höchsten Eishockey- und Fussball-Ligen sowie weitere sportliche Grossanlässe auf der Kippe.

Im Raum steht eine Verlängerung der Massnahmen bis Ende März 2021. Das würde wohl auch die Durchführung des Spengler Cups im Eishockey, der alpinen Weltcuprennen in Adelboden und Wengen oder der Winter-Universiade in der Zentralschweiz gefährden.