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Ivan Rakitic versenkt den entscheidenden Penalty für Kroatien

Auch der zweite WM-Achtelfinal vom Sonntag wird im Penaltyschiessen entschieden. Diesmal setzte sich der Favorit durch: Kroatien besiegt Dänemark in der Penalty-Ausmarchung mit 3:2.
Ivan Rakitic, Kroatiens Held im Penaltyschiessen gegen Dänemark. Aufgewachsen ist Doppelbürger Rakitic, der in der U21 noch für die Schweiz spielte, im Aargauischen (Bild: KEYSTONE/EPA/ETIENNE LAURENT)

Ivan Rakitic, Kroatiens Held im Penaltyschiessen gegen Dänemark. Aufgewachsen ist Doppelbürger Rakitic, der in der U21 noch für die Schweiz spielte, im Aargauischen (Bild: KEYSTONE/EPA/ETIENNE LAURENT)

(sda)

Am Ende setzte sich der Favorit im Penaltyschiessen doch noch durch. Ivan Rakitic, ein Doppelbürger, entschied nach dem 1:1 nach 120 Minuten das Penaltyschiessen.

Kroatien hätte die Partie schon in der Verlängerung entscheiden müssen. Ante Rebic lief auf und davon und um Dänemarks Goalie Kasper Schmeichel herum, wurde dann aber im Strafraum von Mathias Jörgensen regelwidrig am Abschluss ins leere Tor gehindert. Es gab Penalty für Kroatien. Luka Modric, Kroatiens Star, reüssierte aber nicht. Kasper Schmeichel, Dänemarks Penalty-Killer, parierte den Elfmeter souverän.

Schmeichel! Alles deutete darauf hin, dass der Sohn von Peter Schmeichel, der Dänemark 1992 in einem Penaltyschiessen gegen Holland (Halbfinal) und beim 2:0 gegen Deutschland im Final zum sensationellen EM-Titel gehext hatte, wieder der Held sein würde. Wie vor zwei Jahren, als er Leicester City in England zum Sensations-Meister zauberte. Vor dem Penaltyschiessen hatte Kasper Schmeichel diese Saison vier von sechs Elfmeter pariert. Ronaldo, Messi, Ibrahimovic, Lewandowski - all diese Helden waren an Schmeichel vom Punkt aus schon gescheitert. Schmeichel parierte im Elfmeterschiessen weitere zwei Versuche - jene von Milan Badelj und Josip Pivoric. Aber es reichte nicht.

Denn die Dänen schossen schlecht. Christian Eriksen, Dänemarks Star von Tottenham, zuerst, dann Lasse Schöne und schliesslich auch noch Nicolai Jörgensen scheiterten alle an Kroatiens Keeper Danijel Subasic, der zuvor diese Saison keinen von sieben Elfern hatte parieren können. Ivan Rakitic bot sich mit dem zehnten Schuss die Chance, die Partie endlich zu beenden. Rakitic behielt die Nerven.

Der 30-Jährige spielte bis zur U21 für die Schweiz. Er wurde in Rheinfelden geboren, wuchs in Möhlin auf. Er startete seine Karriere beim FC Basel, wurde mit dem FCB Meister und erzielte in der Schweiz das Tor des Jahres der Saison 2006/07. Vor elf Jahren wechselte er ins Ausland; seither spielte er für Schalke, Sevilla und Barcelona.

Turbulenter Beginn

Vor dem turbulenten Finish hielt die Partie nicht, was die ersten vier Minuten versprochen hatten. Erst zum zweiten Mal in der 88-jährigen Geschichte von Fussball-Weltmeisterschaften erzielten beide Teams in den ersten vier Minuten ein Tor. Dänemark ging nach 57 Sekunden nach einem der weiten Einwürfe von Jonas Knudsen durch Mathias Jörgensen in Führung. In der 4. Minute glich Mario Mandzukic für die Kroaten aus, nachdem ein dänischer Befreiungsversuch via den Kopf eines Dänen dem kroatischen Goalgetter Mandzukic vor die Füsse gefallen war.

Vor vier Jahren in Brasilien erzielten in der Vorrunde im Spiel Argentinien - Nigeria ebenfalls beide Teams in den ersten vier Minuten ein Tor. Damals ging die Partie hochspektakulär weiter. Argentinien setzte sich am Ende 3:2 durch. In Nischni Nowgorod jedoch bremste die furiose, fehlerhafte Startphase die Euphorie auf beiden Seiten. Es ging vorsichtig weiter, mit leichten Vorteilen für Kroatien während der ersten Stunde und Vorteilen für Dänemark in der zweiten Stunde.

Highlights blieben aber eine Rarität. Knudsens Einwürfe wie Speerwürfe unterhielten die über 40'000 Zuschauer in Nischni Nowgorod noch am besten. 16 Mal gab es derartige Würfe vor das kroatische Tor zu bestaunen, die allein schon deshalb anspruchsvoll zu verteidigen sind, weil bei Einwürfen die Offside-Regel nicht gilt. In der Verlängerung führte ein weiterer Einwurf Knudsens zur besten späten Chance Dänemarks.

Telegramm:

Kroatien - Dänemark 1:1 (1:1, 1:1) n.V. - Kroatien 3:2-Sieger im Penaltyschiessen

Nischni Nowgorod. - 40'851 Zuschauer. - SR Pitana (ARG). - Tore: 1. Mathias Jörgensen 0:1. 4. Mandzukic 1:1. - Penaltyschiessen: Eriksen (gehalten), Badelj (gehalten); Kjaer 0:1, Kramaric 1:1; Krohn-Dehli 1:2, Modric 2:2; Schöne (gehalten), Pivaric (gehalten); Nicolai Jörgensen (gehalten), Rakitic 3:2.

Kroatien: Subasic; Vrsaljko, Lovren, Vida, Strinic (81. Pivaric); Rakitic, Brozovic (71. Kovacic); Rebic, Modric, Perisic (97. Kramaric); Mandzukic (108. Badelj).

Dänemark: Schmeichel; Knudsen, Kjaer, Jörgensen, Dalsgaard; Christensen (46. Schöne), Delaney (98. Krohn-Dehli), Eriksen; Poulsen, Cornelius (66. Nicolai Jörgensen), Braithwaite (106. Sisto).

Bemerkungen: Strinic verletzt ausgeschieden. 117. Schmeichel hält Foulpenalty von Modric. Verwarnungen: 115. Mathias Jörgensen (Foul).

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