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Frankreich schlägt Argentinien nach 1:2-Rückstand

Vive la France! Frankreich darf an der WM in Russland weiter träumen. Die Franzosen besiegen mit einem Riesenspektakel in den Achtelfinals Argentinien nach einem 1:2-Rückstand 4:3.
Frankreichs Youngster Kylian Mbappé lässt die argentinische Abwehr selten gut aussehen (Bild: KEYSTONE/AP/RICARDO MAZALAN)

Frankreichs Youngster Kylian Mbappé lässt die argentinische Abwehr selten gut aussehen (Bild: KEYSTONE/AP/RICARDO MAZALAN)

(sda)

Die Franzosen stellten zu Beginn der zweiten Halbzeit ihre Qualität unter Beweis. In der 48. Minute ging Argentinien durch Gabriel Mercado, der einen Schuss von Lionel Messi abfälschte, in Führung. Frankreich drohte das Ausscheiden. Der «Equipe tricolore» gelang jedoch eine beeindruckende Reaktion. Neun Minuten nach dem zweiten Gegentreffer erzielte der 22-jährige Aussenverteidiger Benjamin Pavard mit einem brillanten Volleyschuss - es war sein erstes Länderspieltor - den Ausgleich. In den nächsten elf Minuten liessen die Franzosen zwei weitere Goals folgen. Kylian Mbappé von Paris Saint-Germain erzielte die Treffer zum 3:2 und 4:2 innerhalb von vier Minuten (64./68.).

An Mbappé führte bei der Wahl des «Man of the Match» kein Weg vorbei. Nebst den zwei Goals bereitete er Frankreichs ersten Treffer mit einem Sprint aus der eigenen Hälfte in den gegnerischen Strafraum solo vor. Im Strafraum wurde er von Marcos Rojo von den Beinen geholt; Antoine Griezmann verwandelte den Foulpenalty. Mbappé erzielte als erster Teenager seit dem Amerikaner Julian Green vor vier Jahren in der K.o.-Phase der WM ein Tor. Als erstem Teenager seit Pelé vor 60 Jahren gelangen Mbappé zwei Tore in einem K.o.-Spiel.

«Es schmeichelt mir, in einem Atemzug mit Pelé genannt zu werden», freute sich Mbappé. «Aber das müssen wir in den richtigen Kontext stellen. Pelé gehört einer ganz anderen Kategorie an. Mit ihm kann ich mich noch lange nicht vergleichen. Aber die WM ist die ideale Bühne, um sich zu zeigen und allen zu zeigen, was man kann.»

Nicht nur Mbappé hofft, in Russland weiter Geschichte zu schreiben. Didier Deschamps, Frankreichs General auf der Trainerbank, könnte nach dem Brasilianer Mario Zagallo (1958/62 Spieler und 1970 Trainer) und dem Deutschen Franz Beckenbauer (1974 Spieler und 1990 Trainer) als Dritter sowohl als Spieler wie als Trainer Weltmeister werden. Deschamps war bei Frankreichs Titelgewinn vor 20 Jahren Captain. Deschamps: «Als Trainer lebst du für Momente wie diese. Wir sahen einen grossen Match zweier grosser Teams. Ich bin stolz auf die Equipe. Seit Monaten ist sie in Gedanken an dieser WM, seit Wochen bereitet sie sich vor, und gegen Argentinien gelang es ihr, alles auf den Platz zu bringen.»

Ungekrönter Messi

Argentinien fand keinen Trost darin, an einem grossen Gegner gescheitert zu sein. Seit dem letzten WM-Titel von 1986 scheiterte die «Albiceleste» stets an europäischen Gegnern - auch 2002, als sie gegen Schweden und England schon in der Vorrunde hängen blieb. «Wir sind unendlich traurig», sagte Trainer Jorge Sampaoli, «vor allem, weil die Spieler vorbildlich gekämpft und alles gegeben haben.»

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel kam Argentiniens Ausscheiden nicht. Erst ein Tor in letzter Minute gegen Nigeria durch Rojo, der gegen Frankreich den frühen Penalty zum 0:1 verschuldete, hatte die Südamerikaner in die Achtelfinals gebracht. Defensiv genügte Argentinien nicht. Schon in zwei der letzten vier Vorbereitungsspiele setzte es mindestens vier Gegentore ab (2:4 gegen Nigeria und 1:6 gegen Spanien). Die Absicht, die 2:1-Führung über die Zeit zu bringen, scheiterte an viel zu vielen Fehlern. Beim 2:3 liess Torhüter Franco Armani einen haltbar scheinenden Schuss passieren; beim 2:4 manövrierten fünf französische Pässe vom eigenen Goal übers ganze Feld Argentiniens Hintermannschaft aus.

Trainer Sampaoli wird sich in der Heimat Fragen gefallen lassen müssen. In den letzten 15 Länderspielen präsentierte er 15 verschiedene Startformationen. Gegen Frankreich beliess er Sergio Agüero (Manchester City), Gonzalo Higuain und Paulo Dybala (beide Juventus Turin) zuerst auf der Bank - ein Trio, das in der zu Ende gegangenen Saison 89 Tore in Pflichtspielen erzielt hatte. Agüero verkürzte nach seiner Einwechslung in der 93. Minute noch auf 3:4.

Die tragische Figur bei Argentinien ist Lionel Messi (31), der in 756 Minuten in K.o.-Spielen an Weltmeisterschaften kein Tor erzielte und seine Nationalmannschafts-Karriere wohl ohne grossen Titel beenden muss. Schon vor zwei Jahren hatte Messi erstmals und unüberlegt den Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Er bleibt der Fussballer der Superlative, der mit Barcelona alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, der als einziger viermal den Ballon d'Or der FIFA gewann und der 2012 in einem Kalenderjahr 91 Goals in 69 Pflichtspielen erzielte. In Argentinien wird Messi, «der Floh», aber nicht am noch kleineren Diego Maradona vorbeikommen, der Argentinien als Spielmacher, Goalgetter und Spiritus Rector praktisch im Alleingang zum WM-Titel 1986 in Mexiko geführt hat.

Telegramm:

Frankreich - Argentinien 4:3 (1:1)

Kasan. - 42'873 Zuschauer (ausverkauft). - SR Faghani (IRN). - Tore: 13. Griezmann (Foulpenalty) 1:0. 41. Di Maria 1:1. 48. Mercado 1:2. 57. Pavard 2:2. 64. Mbappé 3:2. 68. Mbappé 4:2. 93. Agüero 4:3.

Frankreich: Lloris; Pavard, Varane, Umtiti, Hernandez; Kanté, Pogba; Mbappé (89. Thauvin), Griezmann (83. Fekir), Matuidi (75. Tolisso); Giroud.

Argentinien: Armani; Mercado, Otamendi, Rojo (46. Fazio), Tagliafico; Pérez (66. Agüero), Mascherano, Banega; Pavon (75. Meza), Messi, Di Maria.

Bemerkungen: 9. Lattenschuss Griezmann. - Verwarnungen: 11. Rojo (Foul). 19. Tagliafico (Foul). 43. Mascherano (Foul). 50. Banega (Foul). 72. Matuidi (Reklamieren/im Viertelfinal gesperrt). 73. Pavard (Foul). 93. Otamendi (Foul). 93. Giroud (unsportliches Verhalten).

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