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«Es fühlt sich an wie eine Tragödie»

Japan verabschiedet sich als letzte asiatische Mannschaft von der WM. Die Japaner zeigen gegen Belgien eine letzte Vorstellung, die in Erinnerung bleibt.
Japans Shinji Kagawa liegt nach dem Out gegen Belgien niedergeschlagen am Boden (Bild: KEYSTONE/AP/HASSAN AMMAR)

Japans Shinji Kagawa liegt nach dem Out gegen Belgien niedergeschlagen am Boden (Bild: KEYSTONE/AP/HASSAN AMMAR)

(sda)

Mehr als eine Mannschaft hat nach einem Ausscheiden seinen Frust schon am Stadion-Mobiliar ausgelassen. Nach dem bitterbösen Out der Japaner gab es keine eingetretene Türen, zertrümmerte Tische oder herausgerissene Sitze. Die Asiaten hinterliessen ihre Garderobe aufgeräumt und mit einer Dankeskarte an die russischen Organisatoren.

Die Selbstkontrolle und Ordnung nach der wahrscheinlich schmerzhaftesten WM-Niederlage der Japaner bildeten eine erstaunlichen Kontrast zur ihrer Spielweise gegen Belgien, die wohlwollend als mutig oder kritisch als naiv bezeichnet werden kann. Die «Blauen Samurai», die sich nach dem letzten Vorrundenspiel gegen Polen wegen ihres Ballgeschiebes in den letzten Minuten böse Worte anhören mussten, stürmten ins Verderben.

Japan war ein atypischer Aussenseiter für diese WM, die geprägt ist von kompakt stehenden, aber auch unspektakulären Underdogs, die in erster Linie zerstören, zermürben und auf den «Lucky Punch» hoffen. Die Mannschaft von Akira Nishino spielte mit dem Favoriten mit und trug den wichtigsten Teil dazu bei, dass der Match nicht nur von der Spannung lebte wie andere zuvor. Deshalb gewannen die Japaner auch so viele Sympathien und war ihr Out so herzzerreissend.

«Ich bin am Boden zerstört. Es fühlt sich an wie eine Tragödie», beschrieb Nishino seine Gefühlswelt wenige Minuten nach dem belgischen Konter in der 94. Minute zum 3:2. In der Kabine der Japaner herrschte nach dem Match Totenstille, die Spieler seien nur so herumgestanden, erzählte der Coach: «Ich habe ihnen gesagt, sie sollen duschen.» Auch in ihm rumorte es: «Ich mache mich verantwortlich für die Niederlage und hinterfrage meine Taktik.»

Trotz aller Enttäuschung versuchte Nishino einen Ausblick: «Die Spieler haben das Beste aus sich herausgeholt. Aber ich kann das Ergebnis deswegen nicht als Erfolg bezeichnen. Wenn wir beim nächsten Turnier in vier Jahren zurückblicken, können wir es vielleicht als Erfolg ansehen.» Zum dritten Mal im dritten Versuch scheiterte Japan im WM-Achtelfinal knapp: Beim Heimturnier 2002 verlor es gegen die Türkei mit 0:1 und vor vier Jahren scheiterte es an Paraguay im Penaltyschiessen.

Japan, das als einziges asiatisches Team den Achtelfinal erreichte, steht nun ein Umbruch bevor. Einige wichtige Spieler können nicht damit rechen, in vier Jahren noch dabei zu sein, wie etwa der defensive Mittelfeldspieler Makoto Hasebe. Der 34-jährige Captain lobte seine Mitspieler für die Leistung, bevor er mit der Abgeklärtheit von 108 Länderspielen und 16 Profijahren schloss: «Das Leben geht weiter.»

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