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Eine Frage des Schweizer Gleichgewichts

Im richtungsweisenden WM-Duell mit Serbien könnten Nuancen im Offensivbereich massgebend sein. Ob in der kreativen Zone ein weiterer Schub möglich ist, wird sich in den nächsten Tagen erhärten.
Es muss gegen Serbien noch etwas mehr kommen von Xherdan Shaqiri und Co. (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

Es muss gegen Serbien noch etwas mehr kommen von Xherdan Shaqiri und Co. (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

(sda)

Im Prinzip sind die Schweizer dank dem 1:1 gegen Brasilien nicht gezwungen, in Kaliningrad vollends von ihrer bewährten Strategie abzurücken. Nach lediglich neun Gegentoren in den letzten 18 Partien sind die Perspektiven gut, die Serie ohne Fehltritt fortzuführen - auch gegen einen Kontrahenten, der zuweilen einen eher wilden Stil pflegt.

Die hohe Kunst dürfte sein, die Präsenz im Angriffskorridor leicht zu verstärken, ohne die bis anhin beeindruckende Ordnung in der eigenen Abwehr einzubüssen. Fabian Schär will «weiterhin kompakt und stabil auftreten», Manuel Akanji, seinem unaufgeregten Partner im Zentrum, schwebt vor, «dass sich wieder jeder gegenseitig hilft».

In personeller Hinsicht wird Petkovic deshalb kaum Änderungen anordnen. Aber taktisch ist mit einer etwas anderen Vorgabe zu rechnen. Die Schweizer haben sich nach ihrem Selbstverständnis entwickelt. Gegen Teams der Kategorie Serbien werden sie deutlich mehr Ballbesitz anstreben und ihre Bemühungen in der gegnerischen Platzhälfte intensivieren.

Nicht selten deponierten die Beteiligten in Spielaufarbeitungen den Wunsch, in Strafraumnähe künftig «konkreter» zu werden. Oder in anderen Worten: höhere Passgenauigkeit, weniger Kompromisse, mehr Konzentration im Abschluss. Die mangelnde Abgebrühtheit tief in der Zone des Gegners sei zu thematisieren, regte Haris Seferovic selber an.

«Im letzten Drittel ist ein nächster Schritt nötig», kommentierte der zweifache Meister-Coach Murat Yakin. Nicht nur ihm ist aufgefallen, dass die Schweizer auf den letzten 20 Metern an Volumen verlieren. Alexandre Comisetti, EM-Teilnehmer und langjähriger TV-Experte, würde allerdings nur Nuancen korrigieren. «Sonst geht die exzellente Balance verloren.»

Auf einem der anspruchsvollsten Teilstücke sind manchmal Millimeter ausschlaggebend und teilweise instinktive Spielzüge entscheidend. Nicht jeder Aspekt ist berechenbar. Weshalb die Schweizer im dichten Gegenverkehr international erprobter Professionals weniger effizient sind, ist schwierig zu eruieren - womöglich fehlen regelmässig überzeugende Erfahrungswerte aus dem Kluballtag.

Spielerisch bewegt sich die SFV-Auswahl durchaus auf gehobenem Niveau und ist keineswegs mit den destruktiven Isländern zu vergleichen, die sich ohne Mut zum geringsten Risiko vor ihrem Torhüter verschanzen. Der Blick in die Statistik der vergangenen WM-Qualifikations-Kampagne bestätigt das Bild ihrer an sich erfrischenden Entwicklung: Auf dem Weg an die Endrunde in Russland hatten nur EM-Titelträger Portugal, Mitfavorit Belgien und Weltmeister Deutschland mehr Abschlussversuche als die Schweizer (206) vorzuweisen.

Bezüglich die Effizienz hingegen hebt sich die Prominenz von Seferovic und Co. ab. Nur aus knapp elf Prozent der Schweizer Angriffe resultierte ein Erfolgserlebnis. Die teilweise fehlende Dynamik im kreativen Sektor ist auch auf Klubebene spürbar. Seferovic, Steven Zuber, Blerim Dzemaili und Xherdan Shaqiri kommen innerhalb der letzten zwölf Monate zusammen nur auf 17 Meisterschaftstore.

Serbiens Einfallsreichtum

Eine um 52 Prozent höhere Trefferquote erzielte das serbische Offensiv-Quartett. Sergej Milinkovic-Savic (Lazio), Aleksandar Mitrovic (Fulham), Adem Ljajic (Torino) sowie Dusan Tadic (Southampton) setzten in der Serie A und in den englischen Ligen deutlich mehr Akzente. Zumindest einer der Offensiv-Spezialisten wird eher früher als später für eine dreistellige Millionen-Summe den Arbeitgeber wechseln.

Von solchen Transfersummen ist einer wie Seferovic inzwischen meilenweit entfernt. Im Team der Schweizer sind die teuersten Spieler primär für die Rückwärtsbewegung zuständig. Im «Fudbalski savez Srbije» hingegen basiert vieles auf dem Einfallsreichtum und der Mentalität der Balkan-Elf; der Gewinn der Trophäe bei der vorletzten U20-WM bestärkt die Entscheidungsträger, im richtigen (Rasen-)Bereich zu forcieren.

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