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Doppelte Schweizer Freude und Diskussionen

Die Schweizer zelebrieren im WM-Duell mit Serbien eine imposante Wende vom 0:1 zum 2:1. Die Protagonisten werten das Comeback als Ergebnis ihrer Mentalität und ihrer Fähigkeit, die Ruhe zu bewahren.
Die Euphorie der Schweizer Spieler um den halbblutten Siegestorschützen Xherdan Shaqiri (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

Die Euphorie der Schweizer Spieler um den halbblutten Siegestorschützen Xherdan Shaqiri (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

(sda)

Nach 45 sehr schwierigen und teilweise ungenügenden Minuten kam sie, die Reaktion, die sich die Schweizer schon länger in jeder Situation zutrauen - und von welcher sie im Vorfeld des brisanten Duells mit den aufgeputschten Serben auch immer geredet hatten.

Einer der wichtigsten Figuren war unter Hochdruck Xherdan Shaqiri. Der Premier-League-Absteiger spielte gross auf. Sein 72. Länderspiel war eines der besten seiner internationalen Laufbahn. Nicht nur seines entscheidenden Treffers wegen in der 90. Minute. Er hatte die Kontrolle an sich gerissen und das Team zusammen mit dem Skipper Granit Xhaka zur imposanten Wende geführt.

Dass hinterher die spezielle Jubelgeste der beiden Matchwinner zum Hauptthema emporstilisiert wurde, ist zu bedauern. In verschiedenen Online-Foren kreiste der doppelte Adler, welchen Xhaka während wenigen Sekunden angedeutet hatte, stundenlang.

Dabei war der sportliche Effort der beiden Söhne kosovarischer Einwanderer aus Schweizer Optik die ganz grosse Story eines teilweise wilden Abends. Als die erfolgreiche Fortsetzung auf dem Spiel stand, drehte die SFV-Auswahl und wendete dank der Tor-Doublette in der zweiten Hälfte den vorzeitigen Knock-out ab.

Sie hätten in der heikelsten Phase der Partie von der jahrelangen Erfahrung profitiert, führte Shaqiri hinterher aus. «Wir haben uns sehr gut entwickelt, das hat man heute gesehen. Wir sind ruhig geblieben, weil wir unsere Qualitäten kennen und nicht in Panik geraten.» Für den Topskorer der Sieger ist der Umschwung auch eine Frage der Mentalität.

Captain Stephan Lichtsteiner analysierte den in der Schlussphase starken Auftritt ähnlich. «Wir hatten zunächst etwas den Faden verloren, aber dennoch nicht allzu viel zugelassen.» Das Comeback sei ein Ergebnis es «enormen Vertrauens innerhalb des Teams».

«Wir haben zusammen schon sehr viel erreicht und viele Spiele gedreht. In Spanien gelang es uns, gegen Brasilien kamen wir ebenfalls zurück», so der 34-jährige Aussenverteidiger. Vor und nach dem frühen serbischen Vorteil durch Aleksandar Mitrovic seien sie zu passiv gewesen. «Der Druck kam zu Beginn von überall her, es war ja quasi ein Auswärtsspiel.»

Aber eine schlechte Hälfte komme vor im Fussball, kommentierte Lichtsteiner den komplizierten Auftakt. «Es ging dann vor allem darum, nicht hysterisch zu werden. Wir waren fähig, mental umzustellen und uns ins Spiel zurückzukämpfen.»

Für die teilweise aufgebrachten Reaktionen wegen der Fingerspiele von Xhaka und Shaqiri hatte der Innerschweizer wenig übrig. «Ich denke nicht, dass die Schweizer damit ein Problem haben. Wir haben sehr viele Provokationen mitbekommen. Das war für alle schwierig - für sie sowieso. Da sind extreme Emotionen im Spiel.»

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