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Das grosse Schweizer WM-Repertoire

Im Fokus der Weltöffentlichkeit fordert das Schweizer Nationalteam in Rostow am Don den fünffachen Weltmeister Brasilien heraus. Die SFV-Auswahl hat eine beeindruckende Entwicklung hinter sich.
Gibt sich im Vorfeld des Auftaktspiels gegen Brasilien nicht kampflos geschlagen: Granit Xhaka (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

Gibt sich im Vorfeld des Auftaktspiels gegen Brasilien nicht kampflos geschlagen: Granit Xhaka (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

(sda)

«Etwas garantiere ich frühzeitig: Es wird mühsam sein, gegen uns zu spielen. Wir werden bis zur Schmerzgrenze kämpfen, beissen, leiden.» Die Ansage stammt aus einem sda-Gespräch mit Granit Xhaka. Am Sonntag wird der defensive Spielmacher von Arsenal alles daran setzen, das Team zu einem wunschgemässen Start in die schwierige Gruppenphase zu führen. Nach Brasilien folgt das unangenehme Duell mit Serbien, dann die Challenge gegen Costa Rica, den unberechenbaren Viertelfinalisten der WM 2014.

Es gibt nicht wenige Experten, die nach wie vor an der hervorragenden Schweizer Positionierung im FIFA-Ranking zweifeln. Dabei hat die Weltnummer 6 in den letzten zwei Jahren nur gegen den Europameister Portugal verloren. In der bald vierjährigen Amtszeit von Vladimir Petkovic erreichte sie in 40 Partien einen Punkteschnitt von 2,05.

In der Rückwärtsbewegung hat sich die SFV-Auswahl an der erweiterten internationalen Spitze etabliert. Auch die globale Prominenz tut sich in Begegnungen mit der Schweiz schwer. Die nahezu perfekt gruppierte Equipe ist nur schwierig auszuspielen. Taktisch verhält sich Petkovics Ensemble schon seit Jahren erstklassig, kollektive Auszeiten leistet es sich kaum einmal, eine hohe Grundstabilität ist garantiert.

Ihr tiefer Fundus ist ein Markenzeichen. Im defensiven Bereich kommen die sieben Protagonisten um Captain Stephan Lichtsteiner zusammen auf inzwischen 23 Turnierteilnahmen. Am Sonntag wird der Nationalcoach eine Startelf formieren, die 574 Länderspiele vorzuweisen hat - diese Werte sind mehr als statistische Randnotizen, sie sind das Ergebnis einer jahrelangen, exakt geplanten Entwicklung.

Und hinter den imposanten Zahlen stehen Exponenten, die seit dem Achtelfinal-Out in der Verlängerung gegen Argentinien an der WM 2014 ihre Karriere forciert haben, die Titel und Trophäen gewannen, die sich in grossen europäischen Ligen etabliert haben, die Wochenende für Wochenende auf Grössen des Weltfussballs treffen.

Das Repertoire der Schweizer Nationalspieler im letzten WM-Zyklus umfasst nahezu jede Facette. Es reicht vom verlorenen Champions-League-Final über den Triumph im FA-Cup zum siebten Serie-A-Titelgewinn in Folge und beinhaltet auch den Absturz in die Zweitklassigkeit. Transfers für Summen im höheren zweistelligen Millionenbereich, Druck, Erwartungen - die SFV-Hoffnungsträger kann so schnell nichts erschüttern.

Trotz der verblüffenden Konstanz, innerhalb der letzten sechs Jahre war der aktuelle Stamm an jeder Endrunde vertreten, hatten die Schweizer auch im Kreis der Landesauswahl heikle atmosphärische Dissonanzen und schwierige Spielmomente zu verarbeiten. Vor der EM in Frankreich kühlte sich das Klima vorübergehend ab, im Playoff gegen die Nordiren erreichte die Anspannung Grenzwerte.

Dank der Erfolge auf dem Rasen und der hohen gegenseitigen Akzeptanz neben dem Terrain hat sich die Gruppe eine Konstellation geschaffen, um einen veritablen Coup beim weltweit wichtigsten Fussball-Turnier in Betracht ziehen zu dürfen. Die Wortmeldungen aus dem Kern sind dezidiert. Die Spieler sind bereit, aus der Deckung zu treten - weil sie sich auch auf Klubebene längst exponiert und durchgesetzt haben.

Im Verbund mit ihrem smarten Coach Petkovic sind sie bereit für den nächsten Schritt. Das ganz grosse Rendez-vous mit dem Rekordweltmeister kommt im richtigen Moment. Der Herausforderer bringt das Selbstvertrauen mit, vor einem Milliarden-Publikum zu performen. Mental sind die Akteure belastbar, die physische Verfassung ist erstklassig, die richtige Selbsteinschätzung ist ein weiterer Pluspunkt der Mannschaft.

Petkovic hat Ottmar Hitzfelds Vorarbeit perfektioniert. Unter nicht ganz einfachen Bedingungen erarbeitete sich der in jeglicher Beziehung anspruchsvolle Trainer das hundertprozentige Commitment aller Beteiligten. «Er ist der Fuchs, der das Spiel wahnsinnig gut liest. Taktisch ist er aussergewöhnlich gut», lobt Xhaka. «Er nimmt die Spieler mit ins Boot», sagt Keeper Yann Sommer über Petkovic. Zwei Statements, die tief blicken lassen.

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