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Weitere Firmen verlassen Aufsichtsgremium für Digitalgeld Libra

Schwerer Rückschlag für die von Facebook geplante Kryptowährung Libra: Nach dem Online-Bezahldienst PayPal verlassen nun auch weitere Grossunternehmen das Libra-Aufsichtsgremium, die Libra Association mit Sitz in Genf.
Wollen vorerst nicht mehr bei der von Facebook geplanten Digitalwährung Libra mitmachen: Die Kreditkartenfirmen Mastercard und Visa. (Bild: KEYSTONE/AP/MARK LENNIHAN)

Wollen vorerst nicht mehr bei der von Facebook geplanten Digitalwährung Libra mitmachen: Die Kreditkartenfirmen Mastercard und Visa. (Bild: KEYSTONE/AP/MARK LENNIHAN)

(sda/afp/dpa)

Am Freitag kündigten die Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard, die Internet-Handelsplattform Ebay und der Online-Bezahldienst Stripe ihren Rückzug an. Einige schlossen allerdings nicht aus, sich in Zukunft dem Projekt erneut anzuschliessen.

US-Medien zufolge soll es Bedenken angesichts des massiven regulatorischen Widerstands geben. Facebook hatte bei der Vorstellung im Sommer gut zwei Dutzend namhafte Libra-Partner präsentiert. Doch kurz vor einem für Montag geplanten Treffen der mit der Verwaltung der Digitalwährung betrauten Libra Association, bei dem die weitere Zusammenarbeit vereinbart werden soll, lichten sich die Reihen.

Facebook will Libra im kommenden Jahr einführen und damit nach eigenen Angaben einerseits Bezahlvorgänge beschleunigen und andererseits rund einer Milliarde Menschen ohne Bankkonto einen Anschluss an Finanzflüsse erleichtern.

Notenbanken sehen Gefahr

Die Idee stösst aber bei Politikern und Zentralbanken zum Teil auf heftigen Widerstand. Zwar weist Facebook Bedenken zurück, wonach die Digitalwährung in die Hoheit von Notenbanken eingreifen könnte. Auch betont der Internetkonzern, dass bei Libra kein neues Geld ausgegeben werde - dies bleibe Staaten vorbehalten. Libra soll nach bisherigen Plänen eins zu eins mit einem Korb stabiler Währungen und Staatsanleihen abgesichert werden.

Aufseher befürchten jedoch, dass der Fonds angesichts der enormen Nutzerzahlen von Facebook zu Verwerfungen auf den Geldmärkten führen könnte. Nach Facebooks Vorstellungen könnte Libra zunächst vor allem bei grenzüberschreitenden Überweisungen zum Einsatz kommen, später dann auch zum Bezahlen von Käufen sowohl online als auch in Läden.

Zuckerberg im US-Parlament

Als mögliche Gefahren bei der Einführung einer Kryptowährung vom Typ Libra gelten Lücken im Datenschutz, mangelnder Investorenschutz, Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung. Facebook-Chef Mark Zuckerberg soll am 23. Oktober vor dem US-Repräsentantenhaus zur geplanten Einführung der Digitalwährung aussagen.

Ebay, Mastercard, Visa und Stripe schlugen in ihren Stellungnahmen zum Libra-Ausstieg ähnliche Töne an, wie schon Paypal in der Vorwoche - die Unternehmen sind offensichtlich um einen harmonischen Abgang bemüht. Stets wird in den Mitteilungen kontinuierliches Interesse und weitere Unterstützung für Libra betont, alle Aussteiger wollen einen späteren Wiedereinstieg bei Facebooks Projekt nicht ausschliessen. Eine Reaktion von Facebook lag zunächst nicht vor.

Festhalten am Fahrplan

Die Libra Association treibt das Projekt trotz Widerstand voran. Sie wird sich am Montag in Genf treffen und einen Verwaltungsrat für die Vereinigung wählen. Zudem sollen die Mitglieder einer Charta zustimmen, welche die Grundsätze des Projekts festlegt.

Die Grundidee und auch der Zeitplan für das Projekt einer Digitalwährung seien weiterhin unverändert, erklärte eine Libra-Sprecherin am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. So werde der Start der Digitalwährung nach wie vor gegen Ende des ersten Halbjahres 2020 angestrebt, zudem solle die Libra Association bis zu diesem Datum auf rund 100 Mitglieder aufgestockt werden.

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