US-Fluggesellschaften verlieren zehn Milliarden Dollar pro Monat

Die US-Fluggesellschaften kämpfen in der Coronavirus-Krise weiter ums Überleben. Zusammengerechnet verlieren sie mehr als zehn Milliarden Dollar pro Monat.

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Flugzeuge am Boden: Die US-Airlines leiden stark unter der Coronavirus-Krise und befördern auf den wenigen verbliebenen Flügen auch kaum Passagiere.

Flugzeuge am Boden: Die US-Airlines leiden stark unter der Coronavirus-Krise und befördern auf den wenigen verbliebenen Flügen auch kaum Passagiere.

KEYSTONE/EPA/ETIENNE LAURENT
(sda/reu)

Dies sagte der US-Branchenverband der Fluggesellschaften in vorbereiteten Zeugenaussagen vor einer Anhörung des US-Senats am Mittwoch (Ortszeit), die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. «Die US-Luftfahrtindustrie wird nach dieser Krise nur noch ein Schatten ihrer selbst sein, was sie mal vor drei Monaten war», wird demnach der Vorstandsvorsitzende der Gruppe, Nicholas Calio, bei der Anhörung aussagen.

Erstattung von Tickets als Problem

Selbst nachdem mehr als 3000 Flugzeuge oder fast 50 Prozent der aktiven US-Flotten am Boden bleiben mussten, hätte es durchschnittlich nur 17 Passagiere auf einem Inlandsflug und 29 Passagiere pro internationalem Flug gegeben, erklärte die Vereinigung weiter. Damit seien die Passagierzahlen im Jahresvergleich um fast 100 Prozent gesunken, hiess es in der Zeugenaussage für den Handelsausschuss des Senats. Die Gruppe warnte, wenn Luftfahrtunternehmen alle Tickets zurückerstatten sollten, einschliesslich derjenigen, die als nicht erstattungsfähig gekauft wurden oder die von einem Fluggast anstelle der Fluggesellschaft storniert wurden, «dies zum Konkurs führen wird.»

Calio sagte, die Fluggesellschaften «erwarten einen langen und schwierigen Weg. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Nachfrage im Luftverkehr noch nie sprunghaft von einem Abschwung erholt hat.»

Verlust tausender Arbeitsplätze

Das US-Finanzministerium hat den Fluggesellschaften fast 25 Milliarden Dollar an Barzuschüssen zur Deckung ihrer Lohnkosten gewährt. Im Gegenzug dafür mussten sich die Unternehmen verpflichten, bis zum 30. September keine Arbeitnehmer zu entlassen. Grosse Fluggesellschaften warnten, dass sie wahrscheinlich noch in diesem Jahr zusätzliche Kürzungen vornehmen müssen, um auf einen langfristigen Rückgang der Reisenachfrage zu reagieren. United Airlines kündigte am Montag an, Kürzungen um 30 Prozent bei Verwaltungsangestellten ab 1. Oktober vorzunehmen. Boeing sagte letzte Woche, dass bis Ende des Jahres 16'000 Arbeitsplätze abgebaut werden und GE Aviation plant, bis zu 13'000 Arbeitnehmer zu entlassen. Auch der Flugzeugzulieferer Spirit AeroSystems werde rund 1450 Arbeitsplätze streichen.